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Kritik zu “Five Nights at Freddy’s” (FNAF)


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Nach Jahren des Wartens ist es für Fans und Anhänger der Five Nights at Freddy’s-Reihe (kurz FNAF) nun endlich so weit: Der erste Film des Franchises hat es endlich in die Kinos geschafft. Immer wieder war die Produktion verschoben worden – Pläne hatte es immerhin schon seit 2015 gegeben.

Aber hält der rund 25 Millionen Budget teure Film, was er verspricht? Immerhin hat er sein Geld bereits am ersten Tag durch einen Streaming-Deal (in den USA kann man FNAF bereits jetzt online schauen) wieder hereinholen können und auch sonst waren die Kinosäle gefüllt. Auch wenn die Kundgabe der FSK 16-Bewertung, die erst relativ spät kam, einigen den Spaß vielleicht doch noch verwehrt hat.

Kritik zu Five Nights at Freddy’s – Wie gut ist der FNAF Film?

Ziemlich verhalten fallen jedoch die meisten Kritiken aus, die in den ersten Stunden nach Release eingingen. In den USA erscheint der FNAF Film zwar erst am 27. Oktober (zum Vergleich: am 26. Oktober erschien er in Deutschland, bereits am 25. Oktober in Österreich), die Kritiker durften ihn jedoch schon vorher sehen.


Umso mehr ein Grund, einmal einen genaueren Blick darauf zu werfen, da die meisten Kritiker mit dem FNAF-Franchise fast gar nicht vertraut sind. Was jedoch direkt auffällt: FNAF hätte mehr Potenzial gehabt, als man am Ende im Film genutzt hat.

Kritik zu "Five Nights at Freddy's" (FNAF) 11
Mike trifft auf Vanessa, © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Kurz & bündig zur Story: Im Film selbst geht es um den Arbeiter Mike, der seine Schwester versorgen muss, während er selbst noch massiv am Verschwinden seines jüngeren Bruders vor vielen Jahren zu fressen hat. Gleichzeit versucht seine Tante das Sorgerecht für seine Schwester zu ergattern. In seiner Not nimmt er einen Job als Nachtwächter bei einem lange geschlossenen Restaurant mit Animatronics an, in dem jedoch vor Schließung bereits Kinder verschwunden sind – lange Zeit tappt der von Albträumen geplagte Mike jedoch noch im Dunkeln. Mit der Zeit spitzt sich die Lage allerdings zunehmend zu und es wird klar, dass in diesem Laden etwas gewaltig nicht stimmt.

Five Nights at Freddy’s ist kein richtiger Horrorfilm

Ich muss direkt zu Anfang zugeben, dass ich kein besonders großer Horrorfilm-Fan bin und entsprechend mit einem Jumpscare-Gewitter ohnehin nicht viel anfangen könnte – trotzdem bleibt FNAF selbst aus dieser Position heraus unter seinem Potenzial.


Natürlich gruselt man sich an einigen Stellen, sobald es jedoch zu schlimm werden könnte, wird einfach ein Schnitt gemacht – den Rest kann man sich dann selbst denken. Ein Blutabdruck an der Tür ist da schon fast das höchste der Gefühle. Eine andere Szene zeigt fast nur Schattierung, kommt aber dem Bite of ’87 sehr nahe – horrortechnisch hätte man da mehr machen können.

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FNAF Trailer: Five Nights at Freddy’s, Quelle: YouTube

Tatsächlich ist das im FNAF-Film, den man für möglichst junges Publikum anpassen wollte, auch eine absichtliche Taktik gewesen. In den USA ist dieser “Trick” mit einer Freigabe ab 13 auch gelungen, in Deutschland mit 16 eher weniger.

Dabei ist FNAF einfach ein Horror-Franchise und basiert auf dieser Idee des Gruselns. Dass ausgerechnet die Verfilmung nun vor allem mit Worten gruselt und Verfolgungsjagden durch das Restaurant ist ungewöhnlich. Vor allem, weil die ersten Minuten eigentlich ein anderes Bild zeichnen. Danach kommt aber erst viel Geschichte, bevor man sich wieder gruseln kann.


Gutes Design, gelungene Darstellung

Die Darstellung der Animatronics – gemacht von der Jim Henson Company, also den Profis, die auch für die Sesamstraße zuständig sind und sich mit Technik und Puppen auskennen – hat mich jedoch positiv überrascht. Generell ist das Design in der Zeit der 1980er-Jahre gehalten und auch authentisch, was in vielen Filmen, die in der Vergangenheit spielen, heutzutage einfach keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

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Jobvermittlung, © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Über grafische Probleme kann man sich beim Film generell nicht beschweren, das Ganze ist sehr gut gemacht für das im Vergleich gar nicht ganz so hohe Budget. Die Kostüme funktionieren und passen ins Ambiente, die Kleidung der Protagonisten auch und vor allem die technischen Teile der Animatronics lassen sich sehen.

Und auch die Schauspieler, allen voran Josh Hutcherson als Mike und Matthew Lillard als Jobvermittler Steve Raglan spielen ihre Rollen sehr gut. Es macht Spaß und fühlt sich – mit wenigen Ausnahmen – ziemlich glaubwürdig an, wie die Geschichte hier gespielt wird.


Nichts Neues für Freddy-Fans, dafür aber Fanservice

Das größte Problem des Films dürfte jedoch sein, dass man ihn schnell durchblicken und vor allem gut vorahnen kann. Bereits einer der Trailer sagte schon viel zu viel über die Storyline hinter dem FNAF Film. Im Film selbst merkt man jetzt, wie man einerseits versucht, die letzten Puzzlestücke zur Story hinzuzufügen, andererseits aber kaum neue, frische Ideen und Visuals hinzubringt. Das war bereits das große Problem des Mario-Films im April, der zwar erfrischend war, aber ebenfalls vor allem eine Basis für kommende Filme legen wollte.

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Dieses Gefühl schleicht sich auch hier wieder massiv ein. Denn mit der Idee einer Fortsetzung wird relativ offen umgegangen – ohne jetzt spoilern zu wollen. Es ist sogar gegen Ende Thema und entsprechend ist ein Teil 2 wohl auch zu erwarten. Ob man damit jedoch direkt im Film schon so offen umgehen sollte?

Nicht selten leben Filme davon, richtig zu enden und dann trotzdem eine Fortsetzung zu erhalten. Natürlich ist FNAF mit seiner ohnehin schon langen Geschichte hier wohl auch ein spezieller Fall, bei dem das ohne Weiteres so wohl nicht möglich war.


Kritik zu "Five Nights at Freddy's" (FNAF) 13
Bonnie sagt hallo, © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Dafür bekamen Freddy-Fans jedoch auch verschiedene YouTuber in kürzeren Rollen gezeigt, darunter auch eine der absoluten Ikonen der FNAF-Szene. An Fanservice spart FNAF also nicht, an Horror und Kreativität jedoch schon.

Wer FNAF jedoch nicht kennt, dürfte mit der Altbekanntheit der Story kein Problem haben. Auch als Überblick kann der Film durchaus noch einmal helfen, weil er sich sowohl an den Büchern, als auch den ersten zwei Spielen orientiert.

Was Five Nights at Freddy’s (2023) kann und was nicht

Festzuhalten bleibt trotz aller Kritik, dass es sich bei FNAF um einen soliden Film handelt, der das ganze Franchise von nun an ergänzen wird. Klar ist wohl auch, dass es nicht der letzte sein wird, sondern noch einiges auf uns zukommt.


An keiner Stelle ist der Film langweilig, durch seine Vorhersehbarkeit jedoch teilweise etwas langatmig. Wenn man bereits weiß, was kommt und auch genau das passiert, geht viel der Spannung einfach verloren. Das ist schade, weil die Idee hinter FNAF doch sehr originell und durchdacht ist.

Insgesamt macht es aber Spaß sich die Geschichte rund um Freddy Pizzeria noch einmal als Film anzuschauen und dabei mehr als Pixelgrafiken oder Erzählungen per Audio oder Text betrachten zu können.

Von mir bekommt Five Nights at Freddy’s deshalb 6 von 10 Punkten (also 3 von 5 Sternen). Der Film ist gut, aber es wäre mehr Potenzial – vor allem auf die Horrorschiene, von der das Franchise nun mal kommt – vorhanden gewesen, das eigentlich auch hätte genutzt werden müssen. Der Meinung, dass der Film absolut schlecht wäre, kann ich mich beim besten Willen nicht anschließen.


Auf jeden Fall sollte sich eine Fortsetzung aber mehr trauen und sich vor allem frei von der Altersdebatte machen. Wenn der Film eben erst ab 18 Jahren sein sollte, dann ist er es halt. Dafür ist er dann aber auch eine echte Ergänzung zum Franchise und könnte sich mehr sehen lassen.

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Bastian

Gründer und Autor. Experte für Memes, Internetkultur mit Stars und Social Media, dabei aber auch interessiert an Kino, Filmkultur & Animationsfilmen und anderem. Manchmal sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

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