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Ausschnitt/Zitat aus Trailer

Der neue Barbie-Film ist vieles, aber kein Kinderfilm


Bei der FSK-Freigabe hat man den neuen “Barbie”-Film ab 6 Jahren freigegeben. Wer sich den Film anschaut, fragt sich jedoch schnell, ob das wirklich die Zielgruppe sein kann oder sollte. Wieso es bei diesem Film durchaus schwieriger sein könnte, eine Zielgruppe zweifelsfrei festzumachen, haben wir hier erklärt.

Einen so unglaublichen Hype wie um den neuen Barbie Film hat es in den letzten Jahren wohl selten gegeben. Zusammen mit Oppenheimer hat es Barbie geschafft, nicht nur die Memewelt einzunehmen, sondern auch fast sämtliche Kino-Diskussionen.

Barbie, ein Franchise, das sich vor allem an Kinder richtet, hat damit seinen ersten richtigen Film mit Personen vor der Kameralinse bekommen. Aber ist der Barbie Movie überhaupt für Kinder geeignet?


Ist Barbie ein Kinderfilm?

Trotz der FSK-Freigabe ab 6 Jahren – in den USA ist er im Übrigen sogar erst ab 13 Jahren freigegeben – zweifeln aktuell einige Menschen daran, ob Barbie tatsächlich ein Kinderfilm ist. Direkt vorab: Die FSK-Freigabe von sechs Jahren halte ich durchaus für nicht falsch, auch wenn man vielleicht hier in Deutschland eher ab 12 Jahren hingehen sollte, mit Begleitung ist aber auch sechs Jahre unproblematisch.

Das einzige Problem ist dann halt nur: Das Kind versteht das meiste einfach nicht. Denn Barbie ist ein Film, der ungewöhnlich und doch auch unerwartet Themen für Erwachsene bespricht, allen voran der Feminismus. Ob ein Kind zwischen sechs und zwölf Jahren das versteht, darf durchaus bezweifelt werden. Eine Reflexion des Gesehenen ist dann aber sowieso vielleicht erst einmal ab 16 Jahren oder älter bei den meisten Menschen möglich.

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Barbie bespricht Themen, die junge Menschen nicht verstehen

Es ist keine Neuheit, dass in Filmen für Kinder ernste Themen besprochen werden können. Größtenteils geschieht dies aber im Unterton und nicht, wie das hier der Fall ist, direkt an der Oberfläche. Was für Kinder wie ein Quatschfilm aussehen mag, ist für Erwachsene etwas ganz anderes.


Ausschnitt aus dem Film, Quelle: YouTube

Wenn die “komische Barbie” allerdings zu Barbie sagt, sie würde gern mal die “Beule in Kens Hose” sehen, sind das Anspielungen, die dem Film wohl das FSK 6-Rating beschert haben. Die Feminismus-Diskussion versteht man in diesem Alter aber natürlich auch noch nicht.

Das bedeutet im Klartext: Junge Menschen können den Film zwar durchaus schauen, dürften aber große Teile kaum verstehen. Denn insbesondere gegen Ende wird es doch so verworren, dass selbst einige erwachsene Personen nicht mehr hinterherkommen könnten.

Auch, als Barbie von der Teenagerin als “Faschistin” bezeichnet wird, merkt man, dass sich der Film eigentlich an ein ganz anderes Publikum zu richten scheint.


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Der Barbie-Film ist vor allem ein Nostalgie-Produkt für diejenigen, die damals mal mit Barbie gespielt haben

Man sollte den neuen Barbie Film deshalb viel mehr als etwas begreifen, das sich vor allem an alle richtet, die mal mit Barbie gespielt haben oder davon gehört haben. Denn auch an Männer richtet man sich durch Ryan Gosling und das, was er macht, ja immerhin irgendwie.

Fortsetzung ahoi: “Barbie 2” ist wahrscheinlicher, als viele vielleicht denken. Laut neuesten Informationen gab es bereits Gespräche zu einer möglichen Fortsetzung. Und auch Spin-Offs sind möglich.

Im Gegensatz zum Super Mario Bros. Film versucht man damit aber eben nicht noch diejenigen abzuholen, die aktuell noch mit Barbie-Puppen spielen, sondern mehr danach zu schauen, wie man die Erwachsenen bei Stange hält und gleichzeitig moderne Themen bespricht, um den Film entsprechend feministisch anzuhauchen.


Wer beim Barbie Movie erwartet, hier würde Kino für Kinder gemacht, der täuscht sich also. Auf den ersten Blick mag es vielleicht so wirken, als sei das die Zielgruppe und vom Franchise her hätten einige das vielleicht bei der ersten Ankündigung erwartet, aber faktisch dürften sich hier vor allem junge Erwachsene und Erwachsene angesprochen fühlen.

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Bastian

Gründer und Autor. Experte für Memes, Internetkultur mit Stars und Social Media, dabei aber auch interessiert an Kino, Filmkultur & Animationsfilmen und anderem. Manchmal sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

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