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Kommentar zu Twitch: Man muss entscheiden, was man sein will!


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Erst vor wenigen Tagen gab es bei Twitch die letzte Debatte, nachdem eine Streamerin erst gebannt wurde und nach einiger Empörung dann doch direkt wieder freikam. Es zeigte sich erneut: Twitch scheint nicht zu wissen, was man sein will.

Besonders bei freizügigen Inhalten trifft Twitch immer wieder sich widersprechende Entscheidungen. Manchmal lockert man die Regeln, nur, um sie dann wenige Stunden danach wieder rückgängig zu machen, weil Streamer bis an die Grenzen der neuen Regeln gehen.

Twitch muss selbst entscheiden, ob man das alte Image oder ein mittlerweile neues haben möchte

Noch vor einigen Jahren stand Twitch für Gaming-Inhalte, hauptsächlich Let’s Plays, aber auch ein paar Talks und Just Chatting. Besonders der Just Chatting-Bereich konnte seit 2020 weiter stark wachsen und machte bald den Hauptinhalt der Seite aus.


So weit, so gut. Um das Jahr 2021 tauchten dann jedoch die ersten Hot Tub-Livestreams auf, bei denen weibliche Streamer im Pool saßen und Spenden vorlasen. Die prominenteste von ihnen dürfte wohl Amouranth gewesen sein. Von dort aus ging es dann weiter, immer wieder wurden Grenzen ausgetestet – die Kritiker forderten Banns, doch Twitch reagierte nicht.

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Nicht das einzige Problem von Twitch

Doch es war auch nicht das einzige Problem, mit dem Twitch zu kämpfen hatte. Viele große Streamer beklagten nämlich auch regelmäßig, dass ihre Anteile zu gering seien. Obwohl Partnerverträge damals eine bessere Regelung als 50/50 hatten, waren die Provisionen in Augen vieler Streamer nicht mehr zeitgemäß.

Während man zuerst noch Mixer und andere Streaming-Anbieter überleben konnte, ist Kick seit 2022 zu einer echten Konkurrenz geworden. Die Plattform nimmt sich lediglich 5 Prozent der Einnahmen, Streamer können 95 Prozent behalten. Der Druck wurde größer.


Und Twitch gab sich dann vor wenigen Tagen sogar geschlagen, nun verdienen große Streamer mit einigen Abonnenten weitaus mehr und auch mittelgroße Streamer sollen profitieren.

Die Hauptseite ähnelte teilweise anderen Portalen – und die kleinen Streamer schauen in die Röhre

Alle Probleme sind jedoch nicht behoben, im Gegenteil. Kleine Streamer sind noch immer auf sich gestellt. Der Twitch-CEO Daniel Clancy sagte erst vor wenigen Wochen, die beste Möglichkeit zu wachsen sei es, in anderen Livestreams von größeren Streamern aufzutreten – ernsthaft?

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Damit zeigt Twitch kleinen Streamern weiterhin den Ausgang, die sich ihre Follower erst auf YouTube, Instagram oder TikTok erarbeiten müssen, um dann für diese auf Twitch streamen zu können. Tatsächlich ist das auch seit einigen Jahren die Realität. Wer groß werden möchte, muss bei anderen vorkommen oder auf YouTube oder anderen Plattformen bereits bekannt sein.


Und das, während die Hauptseite von Twitch teilweise eher an andere Portale erinnert. Dieser Content wird auch noch fleißig empfohlen. Es ist längst keine Frage mehr, ob sich diese Zustände ändern werden, sondern eher, ob man sie überhaupt ändern will. Offenbar kann man sich gar nicht entscheiden, wofür man als Plattform stehen will.

Doch dieser Weg ist gefährlich. Ein gutes Beispiel dafür ist Tumblr, die mit ähnlichen Inhalten – aber durchaus noch expliziter – erst die Geister riefen, diese dann viel zu spät verboten haben und anschließend fast ihre gesamte Reichweite als Plattform einbüßen mussten. Es wäre für Twitch wohl besser, wenn man diesen Weg nicht geht.

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