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Doctor Who: Die Doctoren der modernen Ära 3
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Doctor Who: Die Doctoren der modernen Ära


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Nachdem wir uns bereits mit den Doctors aus der sogenannten „Classic Who“-Ära beschäftigt haben, wollen wir uns heute mit den Doctors des 21. Jahrhunderts bzw. den Doctors aus der sogenannten „New Who“-Ära beschäftigen. Diese ist aus der gleichnamigen Serie „Doctor Who“ entstanden, welche eine Fortsetzung zur Originalserie „Doctor Who“ ist, aber ein anderes Format hat: Anders als bei der Originalserie haben wir hier Geschichten, die in einer oder zwei Episoden von 45 Minuten erzählt werden.

Zum anderen wurde natürlich die gesamte Serie für das neue Jahrhundert modernisiert, aber nach 13 Staffeln und 7 weiteren Doktoren ist es an der Zeit, sie zusammenzufassen, um einen ultimativen Überblick zu geben.

Doctor Who: Die Doctoren des 21. Jahrhundert, der “New Who Era”

Ein erneuter Versuch, die Serie wiederzubeleben, wurde 2005 unternommen, diesmal mit Erfolg. Mit Christopher Eccelston (Thor – The Dark Kingdom) und der ersten Staffel des neuen Doctor Who orientierte man sich stark an Serien wie „Buffy – Im Bann der Dämonen“. Obwohl es sich um eine Fortsetzung der Originalserie handelt, unterscheiden sich sowohl der Doctor als auch die neue Serie stark von den Originalen.


Der neunte Doctor in der Serie ist sowohl ein humoristischer als auch ein düsterer Doctor. Auf den ersten Blick scheint Eccelston’s Doctor ein düsterer Doctor zu sein, aber im Grunde ist er ein liebenswerter Mann, der zu viel durchmachen musste. Zudem ist Eccelston’s Doctor einer der wenigen Doctoren, der in seiner ersten und auch einzigen Staffel eine ganze Charakterentwicklung hatte.

So entwickelte er sich von einem misstrauischen und traumatisierten Mann zu einem hoffnungsvolleren und glücklicheren Mann, wobei es eher ein unglücklicher Zufall war, dass man mit Eccelston’s Doctor eine Charakterentwicklung bekam. Immerhin wollte man ihn eigentlich in der Rolle behalten, aber aus persönlichen Gründen verließ er die Serie nach nur einer Staffel.

Natürlich musste schnell ein Ersatz gefunden werden, der mit dem jungen Superfan David Tennant (Jessica Jones, DuckTales) gefunden wurde. Dieser war bereits in die Welt von Doctor Who involviert, mit Rollen in den Big Finish Audio Dramas oder auch im Webcast „Scream of Shalka“, der ursprünglich die eigentliche Fortsetzung darstellen sollte.


Tennant war dabei ein großer Fan der Figur: Schon als Kind verfolgte er die Abenteuer des vierten und fünften Doctors und beschloss daraufhin, Schauspieler zu werden. Als ihm die Rolle von Russell T. Davis angeboten wurde, erfüllte sich für ihn ein Traum. Sein Debüt als Doctor gab er in den letzten Minuten des Finales der ersten Staffel: „The Parting of the Ways“…

Besagte letzte Minuten der Episode von Doctor Who, Quelle: YouTube

…bevor ihn die Zuschauer einige Monate später im ersten Weihnachtsspecial „The Christmas Invasion“ in voller Länge erleben konnten. Dabei spielte Tennant seine Rolle deutlich quirliger als sein Vorgänger, auch wenn der düstere Unterton bei ihm in Geschichten wie „Human Nature/The Family of Blood“ noch stärker zum Vorschein kam.

Er spielte einen Doctor, der mehr neue Freundschaften schloss als die meisten seiner Vorgänger und Nachfolger, der aber auch schrecklich einsam war. Tendenzen zum großen Wahnsinn zeigten sich auch im vorletzten Special seiner Ära „Waters on Mars“, in dem er sich selbst zum Sieger über die Regel der Zeit erklärte und dann meinte, die Regel der Zeit müsse ihm gehorchen.


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Dieser Aspekt der Figur wurde außerhalb der Bücher oder Comics nicht sonderlich weiterentwickelt. Mit „The End of Time“ endete eine Ära, die nicht nur die erfolgreichste aller neuen und alten Serien war, sondern auch Spin-offs wie „The Sarah Jane Adventures“ oder „Torchwood“ hervorbrachte, die beide wenige Jahre später eingestellt wurden.

Die Doctoren einer neuen Ära (Modern Era of Doctor Who)

Nach der wohl erfolgreichsten Ära war es schwierig, einen neuen Darsteller zu finden, der die Popularität des Programms aufrechterhalten konnte, doch mit dem damals erst 26-jährigen Matt Smith fand man ihn. Zwar wollte der neue Showrunner Steven Moffat wieder jemanden Älteren in der Rolle des Doctors casten, entschied sich dann aber doch für den damals noch jungen Smith.

Moffat sagte, Smith habe eine ganz besondere Energie, die perfekt für die Rolle sei. Die Reaktionen auf die Ankündigung waren gemischt: Während einige sich überraschen wollten, wie Smith die Rolle spielen würde, meinten andere, er sei viel zu jung für die Rolle.


Doch nach der Ausstrahlung seiner ersten eigenen TV-Story „The Eleventh Hour“ konnte Smith viele für sich gewinnen, so ist diese Episode auch heute noch für viele eines der besten ersten Outings eines Doctors. Auch für Neueinsteiger war es eine gute Möglichkeit auf den Zug der Serie aufzuspringen, da diese Staffel fast schon ein Soft Reboot für sich war.

Die erste Szene mit Matt Smith in der Rolle, Quelle: YouTube

Smith’s Doctor war deutlich naiver als seine Vorgänger, aber ebenso wie der zweite Doctor spielte er sein kindliches Verhalten als Fassade aus und zeigte seine Intelligenz nur in seltenen Momenten. Dennoch ist er für viele einer der beliebtesten Doktoren, vor allem im Ausland wie Amerika oder auch Deutschland.

Nach dem 50. Jubiläumsjahr verabschiedete sich Smith von der Rolle, die dann von Superfan Peter Capaldi übernommen wurde. Dieser brachte eine deutlich andere Interpretation der Figur mit. Weg vom charmanten jungen Doctor, hin zu einem Doctor, der seinem klassischen Vorgänger deutlich ähnelte. Denn genau wie der siebte hatte Peter Capaldi eine deutlich kompliziertere Moral.


Er ist auch düsterer und deutlich älter als seine letzten Vorgänger. Und doch konnte der gigantische Erfolg sowohl in Großbritannien als auch im Ausland nicht gehalten werden. Dennoch zählt diese Ära zu den beliebtesten unter den Riesenfans. Während seiner Ära sanken die Einschaltquoten im Vergleich zur Ära von Matt Smith jedoch deutlich.

Die umstrittene Wahl: Die erste Frau als Doctor Who

Jodie Whitaker, die die Rolle nach Capaldi übernahm, war die erste weibliche Doctor in der offiziellen Geschichte der Serie. Schon vorher gab es sogenannte inoffizielle Doktoren, die weiblich waren, sei es in den “Was wäre wenn…”-Hörspielen von Big Finish oder in Parodien wie „The Curse of Fatal Death“. Doch mit Whitaker übernahm die erste Frau offiziell die Rolle.

Der Trailer, der Jodie Whitaker als neuen Doctor ankündigt, Quelle: YouTube

Dies hat zu Kontroversen geführt, da viele diese Änderung im Vorfeld nicht begrüßt haben. Viele haben sogar behauptet, dass dies das Ende der gesamten Serie bedeuten würde, aber natürlich wissen wir alle, dass die Serie weitergehen wird, auch wenn die Popularität definitiv abgenommen hat.


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So wurde dieser Ära der Serie und auch Whittakers Doctor vorgeworfen, dass die Qualität der Dialoge stark nachgelassen habe. Dennoch hat diese Ära der Serie natürlich auch ihre Fans. Jodie’s Doctor unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von seinem Vorgänger Peter Capaldi.

Weg mit dem schwierigen und unklaren moralischen Handel kommt eine mehr kindliche und humorvolle Version des Charakters, in mancher Hinsicht erinnernd an Tennats und Smiths Performance der Rolle. Trotz all dieser Kontroversen erhielt sie eine durchschnittliche Zeit als der Doctor, mit drei Staffeln und auch einige Specials gegen Ende, genau wie Smith und Tennant.

Die speziellen Doctoren bei Doctor Who

Auch wenn diese nicht regelmäßig in der Reihe der nummerierten Doctoren auftauchen, so sind sie doch erwähnenswert. So zum Beispiel der “War Doctor”, eine Inkarnation, die zwischen dem Achten und Neunten kommt und im sogenannten “Time War” kämpfte und ein schreckliches Opfer bringen musste.


Dieser wurde von John Hurt (1984, Alien) gespielt und hatte einen einmaligen Fernsehauftritt im 50-jährigen Jubiläumsepisode „The Day of the Doctor“ (zu Deutsch: Der Tag des Doctors).

Die Enthüllung von John Hurt als War Doctor, Quelle: YouTube

In der 12. Staffel der neuen Serie wird uns Jo Martin als eine weitere Inkarnation gezeigt, wir wissen nur wenig über ihren Doctor. So kann sich die 13. Doctorin an sie nicht erinnern. Ihre Einordnung ist also noch unklar und ob dieses Geheimnis gelüftet wird, steht ebenso in den Sternen wie weitere TV-Auftritte.

Ein Ausblick in die Zukunft: Wer sind die nächsten Doctors bei Doctor Who?

Mit dem Ende von „The Power of the Doctor“ regenerierte sich Whitakers Doctor zu einem Gesicht, das wir bereits kannten: David Tennant ist zurück. Und diesmal übernimmt er die Rolle des vierzehnten Doctors. Zwar sind die drei Specials, die uns den neuen und doch vertrauten Doctor zeigen sollen, inzwischen erschienen. Aber mehr gibt es zu dieser Inkarnation nicht zu sagen.


So haben viele, auch wir, spekuliert, wie sich sein Charakter unterscheiden würde. So sieht sehr ähnlich Tennants vorherigen Doctor, aber zeigt auch Charakterzüge von Smith, Capaldi und Whittaker Interpretationen. So war dieser Doctor ein kurzlebiger, der viele Aspekte der letzten 16 Jahre in sich vereinte.

Nach den drei Specials werden wir jedoch den langjährigen Nachfolger von Whitaker, Ncuti Gatwa, in der Rolle in voller Länge sehen dürfen.

Der Teaser Trailer zum 60-jährigem Jubiläum, Quelle: YouTube

Mit Tennant feiert man einen weiteren Meilenstein: Er ist der erste offizielle Schauspieler, der zwei verschiedene nummerierte Inkarnationen gespielt hat. Zwar wurde diese Ehre zuvor dem vierten Doctor Tom Baker zuteil, der im 50. Jubiläumsjahr als neue Inkarnation angedeutet wird, die selbst entscheiden kann, in welches seiner alten Gesichter er sich regenerieren könnte.


Man darf gespannt sein, was der aus Barbie bekannte Ncuti Gatwa in die Rolle einbringt. Inwiefern sein Doctor seinem Vorgänger ähnelt oder sich von denen unterscheiden wird. Mittlerweile ist auch bekannt, wann seine erste Staffel als der Doctor starten soll, und zwar im Frühjahr 2024, wann es in Deutschland so weit ist, ist noch nicht bekannt.

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Daniel

Schreibt hier vor allem über Popkultur, Dinge aus der Filmbranche und hat bei Marvel, DC und Co. nach wie vor den Durchblick. Experte für Filme und Serien, aber auch interessiert an Memes über ebendiese.

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