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Warum der Name Emily zum Meme wurde

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Der Name Emily scheint im Internet über die letzten Jahre zu einer Art eigenem Meme geworden zu sein, das die „woke“ Cancel Culture beschreiben soll. Mit „Emily is typing“ (Emily schreibt) gibt es die kuriosesten Memes und der Name als solcher wird instinktiv von vielen mit den „Woken“ verbunden. Was steckt dahinter?

Um zu verstehen, wieso ausgerechnet Emily zum Inbegriff dieser Kultur im Netz geworden ist, muss man etwas tiefer graben und die Bedeutung des Memes verstehen. Denn natürlich ist nicht jede Emily automatisch Teil der mittlerweile doch nachzuweisenden Woke-Culture, die jedoch auch oft vor allem von eher rechts eingestellten Nutzern nochmal überdramatisiert wird – während sie jedoch von eher links eingestellten Nutzern oft geleugnet wird.


Worum geht es beim „Emily schreibt“ / „Emily is typing“ Meme? – Meme erklärt (Herkunft, Erklärung & Bedeutung)

Emily als Name steht dabei stereotypisch für eine „linksgrünversiffte“, junge Person, die gegen die Polizei ist („ACAB“), Black Lives Matter auf überall erkennbare Weise unterstützt, sich als Teil der LGBTQ+-Bewegung sieht und vielleicht auch noch ein Furry ist, vegan lebt und sich politisch nur sehr korrekt äußert. Dazu kommt, dass diese „Emily“ alle diese Dinge zu Charakterzügen macht, als handle es sich hierbei um essenzielle Charaktereigenschaften und sie entsprechend entweder in die Biografie auf dem Profil oder direkt in den Namen packt.

Daraus entstand dann eben auch das „Emily BLM ACAB Furry is typing“ Meme, bei dem jemand etwas erkenntlich ironisch schreibt und nur wenige Sekunden später die stereotypische Emily, die diese Ironie nicht verstanden hat, anfängt einen sehr langen Text darauf zu antworten. Und selbst, wenn sie selbst nicht betroffen ist – und sich die Betroffenen zum Beispiel darüber nicht aufregen, sondern es selbst lustig finden, verurteilt „Emily“ sie dafür oder cancelt sie direkt, denkt dabei aber, sie würde der Welt etwas Gutes tun – so das Stereotyp. Was natürlich auch nicht heißt, dass man sich für andere nicht einsetzen sollte.

Gerade in Shitposting-Communitys begann man dann, sich über diesen Stereotypen mit Memes lustig zu machen. Es geht dabei also nicht darum, sich über BLM, LGBTQ oder etwas ähnliches lustig zu machen, sondern über Personen, die all das zu Charaktereigenschaften küren und sich der Kategorie „Social Justice Warrior“ zuordnen. Aber warum jetzt ausgerechnet der Name „Emily“?

Emily is typing Meme (Emily schreibt…), Quelle

Wieso ausgerechnet der Name Emily zum Meme wurde

Wer eine Antwort darauf haben möchte, warum es ausgerechnet der Name Emily war, dem diese Stereotype zugeschrieben wurden, muss dafür in den Geburtsstatistiken nachschauen und sich damit beschäftigen, welcher weibliche Name hier am häufigsten vergeben wurde. In den Millennial-Jahren, die heute die Generation Z darstellen, war das in den USA der Name „Emily“ auf Platz 1. Es ist also kein Wunder, dass sich hier auch am meisten Personen fanden, die auf diese Stereotype zutrafen.

Nicht selten ist es nämlich so, dass gerade Namen, die in einer bestimmten Zeit sehr beliebt waren, dann später zum Stereotyp bestimmter Eigenschaften werden. Im Vergleich mit anderen Namen kommt „Emily“ sogar noch sehr gut weg, auch ist das Meme in Deutschland noch nicht so verbreitet wie in den USA. Ein Beispiel für einen Namen, der in Deutschland trotz großer Popularität – oder gerade deshalb – Stereotyp aufgesucht hat, ist zum Beispiel der Name Kevin.

Warum der Name Emily zum Meme wurde 6
Emily Meme, das sich über die Person dahinter lustig machen soll

Klar ist also auch, dass nicht jede Emily automatisch auf diese Stereotype passt, trotzdem es aber sehr viele geben mag, die genau dies tun oder mit ihrem Namen schlicht überrepräsentiert sind und deshalb mit ihrem Vornamen dafür hinhalten mussten. Sobald nämlich Namen genommen werden, die weit unbekannter sind, haben es Träger dieses selteneren Namens noch schwerer – das beste Beispiel dafür mag vielleicht der Name Layla sein, der nach dem Songerfolg ebenfalls zum Segen oder Fluch werden konnte.

Es ist natürlich aber auch allen in der Shitposting-Community klar, dass es sich hierbei auch nichts weiter als ein Meme handelt, das ironisch verwendet werden soll. Wer den Namen also trägt, muss sich grundsätzlich keine Sorgen darüber machen, irgendwelche gravierenden Nachteile tragen zu müssen, gerade auch in Deutschland nicht, wo das Meme wohl nur jüngeren Menschen bekannt sein dürfte und generell nicht so erfolgreich ist wie in den USA.

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Bastian

Herausgeber und Autor, nimmt sich selbst weniger ernst als Bielefeld, oft sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

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