LTB Mini-Pocket 5

Preis: 4,95 €, 308 S.

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In den Fängen der Bürokratie

Phantomias ist quasi ein Beamter und wird daher seit neuestem genötigt, bei seinen nächtlichen Einsätzen auf seine Sicherheit zu achten. Daran wäre nichts auszusetzen, wenn die amtliche Begleitung nicht jeden Einsatz vermasseln würde. Das Verbrechen triumphiert und Phantomias steckt in den Fängen der Bürokratie. Was also tun? Einem Beamtenschädel mal am eigenen Leib demonstrieren, warum seine Vorstellungen nicht funktionieren…

Schrott bleibt Schrott

Donald und Dussel machen einen Schrottplatz auf und erleben dabei allerlei abstruse Dinge. Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen – nicht gerade Giorgio Pezzins beste Geschichte.

Eine andere Welt

Wer „Spiegelverkehrte Doppelgänger“ (LTB 320) von Pat & Carol McGreal und die dazugehörige Fortsetzung „Der dämonische Doktor“ (LTB 335) kennt, dürfte auch das Szenario kennen, diese Geschichte (entworfen von John Blair Moore, am Skript hat Byron Erickson mitgewirkt) ist allerdings älter. Professor Wirrkopf behauptet, dass sich in Goofys Wäscheschrank ein Tor zu einem Paralleluniversum befindet. Goofy weiß nur, dass immer wieder Socken in dem Möbel verschwinden. Micky geht in den Schrank – und als er wieder herauskommt, befindet er sich in einer Welt, in der einiges anders ist… unter anderem ist der Micky dieses Universums ein gefährlicher Verbrecher, Goofy ein Intellektueller und Kater Karlo sein etwas einfältiger Freund.

Nette, spannende Geschichte, aber mir gefällt das „Remake“ (wenn man es denn so nennen mag) noch besser. Das liegt erstens daran, dass mir Joaquíns Zeichnungen deutlich besser zusagen als die von Miguel, zweitens aber auch daran, dass „Spiegelverkehrte Doppelgänger“ irgendwie sorgfältiger konstruiert wirkt und der Parallel-Micky dort kein Verbrecher ist, sondern nur ein Messie (was ihn sympathischer macht).

Die Rennschildkröte aus dem All

Donald und seine Neffen machen eine Woche Urlaub am Karpfensee. Während sie schlafen, landet ein Ufo und fliegt bald wieder weg. Doch als die Ducks aufwachen, finden sie eine unglaublich schnelle Schildkröte vor! Wieder zurück aus dem Urlaub, entdeckt Dagobert das von seinen Neffen „Flitzi“ getaufte Tier. So etwas kommt ihm gerade recht, da er Klaas Klever, welcher Lord, das schnellste Rennpferd der Welt, sein Eigen nennt, natürlich liebend gerne herausfordern würde. Aber wie bekommt er Flitzi in seine Finger? Und warum flitzt Flitzi dann auf der Rennbahn nicht davon wie erwartet? Und warum könnte sie das Rennen gegen Lord trotzdem gewinnen?

Interessante Idee von Bruno Concina, von Enrico Soave (die Angabe im Buch ist falsch) hübsch umgesetzt.

Die Stimme des Duckadamus

Abstoßendes Machwerk vom Albtraumduo Rune Meikle & Miguel. Im Schlaf spricht plötzlich der schon vor langer Zeit verstorbene Prophet Duckadamus durch Donalds Schnabel und führt seinen Nachkommen am Ende ins Verderben, indem er ihn die prophezeite Katastrophe erst auslösen lässt. So einen $&#€!§ will ich nicht lesen!

Im Wanderzirkus der 1000 Wunder

Eine Geschichte, die thematisch auch gut ins aktuelle LTB Spezial rund um den Zirkus gepasst hätte. Micky und Goofy besuchen den „Wanderzirkus der 1000 Wunder“, wo Goofy der Schlangenbändigerin Rosita Reptilia anscheinend gut gefällt und von ihr eingeladen wird, nach der Vorstellung zu ihr zu kommen. Als Micky am nächsten Tag Goofy mit seinem Kühlschrank helfen möchte, ist Goofy jedoch nicht zuhause! Auf der Suche trifft Micky eine weitere Schlangenfrau namens Tamara, die behauptet, Rosita hätte ihre Nummer gestohlen.

Es stellt sich heraus, dass Zirkusdirektor Wabuse ein Krimineller ist, der starke Männer bei seinen Vorstellungen aus der Zuschauermenge herauspickt, sie von Rosita bezirzen lässt und dann zu Dieben hypnotisiert. Das wird besonders kritisch, als Micky vom hypnotisierten Goofy angegriffen wird…

Ein gutes Beispiel dafür, wie einfallsreich Pat McGreal gerade zu Beginn seiner Disney-Karriere war, der Comic ist allerdings nix für Schlangenphobiker.

Bernadós Zeichnungen sind eher unschön: Sie wirken detaillos und grobschlächtig, zudem sehen die männlichen Nebenfiguren bei ihm eigentlich immer abstrus-hässlich aus. Ganz ohne Charme ist sein Zeichenstil aber nicht, zumindest das erste Bild auf S. 187 finde ich ganz gut gemacht.

Die Suche nach einem verlorenen Schatz

Ganz Entenhausen ist sauer, weil Dagobert Duck auf einmal zwei Taler Eintritt für die städtische Bibliothek verlangt und die Ausleihfrist auf eine Woche gekürzt hat! Tja, einmal profitorientiert, immer profitorientiert. Aber ist eine Bücherei wirklich „ein Unternehmen wie jedes andere“, wie Dagobert seinen Neffen gegenüber behauptet? Dass er kurz darauf ein Buch bekommt, überrascht den Fantastiliardär nicht. Interessanter ist da schon der Titel: „Die Suche nach einem verlorenen Schatz“. Und wie groß ist der Schreck, als das Buch am nächsten Tag weg ist! Dabei muss er doch unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht! Also ab zur Bibliothek, wo Dagobert die von ihm angeordneten Schikanen am eigenen Leib zu spüren bekommt. Und es ist noch nicht zu Ende, denn das Buch wurde an jemanden ausgeliehen. Also ab zur Buchhandlung… und wie groß ist der Schreck, als der Buchhändler ihm erklärt, dass es sich um ein sehr seltenes Buch handelt, von dem er allerdings ein Exemplar verkauft hat an……. Klaas Klever!!!

Großartige, lehrreiche Geschichte, in der Dagobert mal so richtig sein Fett weg bekommt und die den Wert von Büchern auf unterhaltsame Weise thematisiert. Wie Valerio Held Dagoberts zunehmende Verzweiflung (nicht vergessen! Es geht nur um ein Buch!) in Szene setzt, ist auch wirklich köstlich.

Das Schlüsselerlebnis

Kater Karlo bekommt zufällig ein Fernsehinterview mit, in dem Micky Maus erklärt, dass er aufgrund eines Schlüsselerlebnisses Detektiv geworden ist: Er hat an seinem elften Geburtstag einen Dieb gestellt und wusste da, dass das seine Berufung sein musste! Nun hört Karlo aber auch noch, wie Professor Marlin von seiner Zeitmaschine spricht… was wäre da naheliegender, als in die Vergangenheit zu reisen, um dieses Schlüsselerlebnis zu verhindern?

Die Auflösung kommt nicht ganz unerwartet, aber Kater Karlo hat nicht so weit gedacht. Wie so oft, wenn es um Zeitreisen geht, beinhaltet die Geschichte ein veritables Paradox!

Faust auf Faust

Donald ist Klavierspieler und Rausschmeißer im Saloon „Zur staubigen Kehle“ irgendwo im Wilden Westen. Ein ominöser Typ namens A.B. Zocker (was’n Name!) beobachtet, wie er (nicht ganz ohne weibliche Hilfe) den wilden Tom, der sich an Daisy herangemacht hat, aus dem Saloon wirft, und engagiert ihn als Boxer. Dabei hat Donald doch gar keine Ahnung vom Boxen… wobei das gar nicht das größte Problem ist, denn der frühere Boxer Toni Tornado greift ihm unter die Arme. Aber auch der Exchampion kann nicht voraussehen, dass Donald gegen ein Känguru, einen Grizzlybären und einen Affen in den Ring steigen muss! Noch schwieriger wird die Lage, als Tom und Bob Daisy entführen und Donald damit dazu zwingen, ihnen bei einem Zugüberfall zu helfen…

Spannende, gut konstruierte Geschichte, die am Ende vielleicht ein bisschen zu schnell aufgelöst wird, aber mal wieder zeigt, dass durchaus Gutes von Egmont kommen kann. Carrións Zeichnungen wirken wie eine Mischung aus Barks und Pasquale – das klingt komisch, wirkt aber letztlich unauffällig und nicht störend.

Bewertung

Über Spectaculus 6 Artikel
Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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