LTB 224 – Schwebende Schurken

Chaos im Kosmos

 

Eigentlich wollten Donald und seine Neffen nur Dagoberts neuen Raumgleiter testen. Dann jedoch landen sie auf einem merkwürdigen Planeten und erleben noch seltsamere Sachen… Über lange Strecken unvorhersehbare, aber auch nicht immer ganz logische Geschichte. Lavoradoris Zeichnungen gehen noch, sind aber schon auf dem Weg in Richtung „windschiefes Durcheinander“.

Anzeige

 

Streit um Odysseus

 

Die erste Maus-Geschichte im Band klingt auf dem Papier nicht schlecht – Zeitmaschine, Odyssee, warum nicht? Aber die Story plätschert über weite Strecken nur so dahin, die Dekonstruktion des Odysseus-Mythos wirkt eher bemüht (inklusive Szenen, in denen Micky mal eben in die Geschichte eingreift), und ohne Goofy ist die Zeitmaschine nicht mal halb so spannend. Goofy selbst hat in der Rahmenhandlung nur einen ziemlich dämlichen Part. Dämlich ist auch Mickys Gedankengang: Wie will er denn Mack und Muck oder Alfons erklären, wie es wirklich war, wenn die Zeitmaschine doch unter allen Umständen geheim bleiben muss? Auch Amendolas eher fade Zeichnungen sorgen nicht für Begeisterung, manchmal wirkt Micky sogar fast schon so unsympathisch wie in gewissen dänischen Stories (ich sage nur Bancells…).

 

Der vieldimensionale Talerdieb

 

Baptist sieht doppelt. Wieso kommt der Chef (Onkel Dagobert)  vorbei und fragt nach den Dukaten, obwohl er die doch gerade erst geholt hat? Und warum kommt er dann schon wieder und trägt ein paar Säcke mit Münzen weg? Und warum verfolgt ein mit Flinte bewaffneter Dagobert plötzlich einen Dagobert mit Geldsack, der dann auch noch im Nichts verschwindet? Antwort: Der andere Dagobert stammt aus einer anderen Dimension und ist ein Dieb, der seine Doppelgänger in anderen Dimensionen beraubt! Daniel Düsentrieb gibt Dagobert daraufhin eine Ausrüstung, mit der er ebenfalls in andere Dimensionen wechseln kann. Dort ist vieles ähnlich wie in unserem Entenhausen, aber nicht alles. So fällt Dagobert fast in Ohnmacht, als sein Doppelgänger Donald ohne Zögern 500 000 Taler leiht!  Nach vielen Dimensionen schließlich landet unser Dagobert bei einer mittelalterlich anmutenden Geldspeicherburg und stellt den diebischen Dagobert zur Rede.

 

Sehr gute Story, die Zeichnungen wirken ein bisschen unpersönlich, sind aber nicht schlecht.

 

Mit allen Wassern gewaschen

 

Donald jagt einen Fuchs, was seine Neffen und den Rest des Fähnlein Fieselschweif erzürnt. Mithilfe von Pyramidenblumen, die nach Fuchs riechen, führen sie seinen Hund in die Irre.

 

Hinter den Kulissen

 

Viel besser als die maue erste Maus-Story: Alleine Dalla Santas Zeichnungen, irgendwo zwischen Scarpa und De Vita, erfreuen das Auge. Auch der verschachtelte Kriminalfall rund um ein extrem wertvolles Kleid und dessen versuchten Diebstahl macht Spaß, zumal Micky und Karlo (der seine Unschuld beteuert) zusammenarbeiten müssen, um das Rätsel aufzuklären.

 

Ein Nachwuchsgenie

 

Tuniguti Dan ist ein Spross von Daniel Düsentriebs weitverzweigter Familie, macht seinem Vater aber keine Freude: Obwohl er schon zehn Jahre alt ist, hat er noch keine einzige Erfindung gemacht! Um diesem Problem zu begegnen, soll der Junge eine Weile bei Herrn Düsentrieb unterkommen. Der hat so schon genug Probleme, denn Dagobert Duck verlangt ziemlich viel von ihm – einen preisgünstigen Satellitenantrieb, der Düsentrieb einfach nicht gelingen will. Da kommt der chaotische Neffe eher ungelegen, weshalb Dagobert vorschlägt, ihn zu den Pfadfindern zu schicken. Aber auch beim Fähnlein ist man zunächst nicht begeistert von dem Kerl…

 

Sympathische Geschichte rund um Außenseiter und versteckte Talente.

 

Schwebende Schurken

 

Bei einem Ausflug in den Nationalpark stoßen Dagobert, Donald und die Neffen auf ein Smaragdvorkommen an der Decke einer Höhle. Um die Smaragde abbauen zu können, müsste man an der Decke laufen können. Wie der Zufall so will, hat Daniel Düsentrieb gerade einen Gravitations-Umwandler erfunden. Leider erfahren die Panzerknacker von diesem technischen Wunderwerk und kidnappen Düsentrieb. Es wird dramatisch, denn zunächst werden mit den Geräten überall in Entenhausen Überfälle begangen, bevor die Gauner das eigentliche Objekt ihrer Begierde, den Duck’schen Geldspeicher, ins Visier nehmen…

 

Ein Frühwerk von Francesco Guerrini, das vor visuellen Gags nur so strotzt. Guerrini war als Autor und Zeichner in Personalunion tätig und hat eine echte Meisterleistung abgeliefert, die in vielerlei Hinsicht einen Vergleich mit Don Rosa erlaubt – da wäre die lange, ausgefeilte Story (mit dramatischem Aufbau) rund um eine spektakuläre Erfindung; da wären die detallierten Zeichnungen; und da wären diese grandiosen Gesichtsausdrücke. Muss man gelesen haben.

Bewertung

Über Spectaculus 7 Artikel
Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

Kommentieren

avatar
 
proudaetschunangenehmgeschmeicheltangeldevilzwinkerhypnosemoneywürggenervtangrykissaugenrollzzzreißverschlussbrillenschlangehiwiewowasohneworteclownmonokelbannedkappa