Araflooderso - Wenn...
 
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Araflooderso - Wenn die Zukunft Gegenwart wird  

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Annima
(@annima)
Junior Mitglied
50 Punkte

Hi!

In diesem Thema veröffentliche ich eine kleine Geschichte über Araflooderso.

Darüber handelt sie:

Roman hat den Kontakt zu Flo abgebrochen. Eigentlich ist alles normal, doch dann hat Flo einen seltsamen Traum. Er verletzt sich und am nächsten Tag wacht er mit Wunden auf. Zusätzlich bekommt Lars Anrufe von Roman, der aber nicht mehr normal ist. Dieser Roman steht vor seiner Tür und wartet. Lars steht nun vor einer Entscheidung: Entweder er hält zu Flo und gerät in Gefahr. Oder er hilft Flo zu vernichten. Was wird er wählen?

Bitte schreibt mir, wie ihr die Geschichte findet ?  ? 

Zitat
Geschrieben : 24. August 2018 15:05
Annima
(@annima)
Junior Mitglied
50 Punkte

Araflo - Wenn die Zukunft Gegenwart wird

Ich lehne mich zurück. Puh, endlich habe ich auch die Folge für morgen fertig. Erst jetzt spüre ich die aufkommende Müdigkeit, die mich daran erinnert, dass wir schon vier Uhr nachts haben. Es wird echt langsam Zeit ins Bett zu gehen. Also mache ich mich fertig, setze mich aber dann nochmal an den PC. Keine Nachricht von Roman. Warum auch?
Den Kontakt mit mir hat er abgebrochen. Ich seufze. Zum Glück hat Lars ihn nicht abgebrochen. Aber ich höre nur noch sehr selten was von ihm und es ist nicht mehr so wie es mal war. Von selbst meldet er sich nie. Ich fahre den PC herunter und lege mich schlafen.
Dunkelheit um mich herum. Ich spüre einen leichten Windzug. Ich taste nach dem Lichtschalter, doch er ist nicht da. Dann erst fällt mir auf, dass ich nicht mehr in meinem kuscheligen Bett liege. Ich bin draußen. Doch am Himmel ist kein einziger Stern zu erkennen.
Plötzlich erkenne ich etwas, dass mit wehendem Umhang auf mich zu kommt.
Jemand. Etwas an diesem Jemand leuchtet grün. Es blendet mich.
"Roman?", frage ich laut. Doch dieser Jemand, vielleicht Roman lacht nur dreckig.
Dann sehe ich sie, die leuchtend roten Augen. Der weiße Mantel. Die schwarzen Flügel.
"Dark Arazhul", flüstere ich. Dann drehe ich mich und renne, so schnell ich kann.
Doch plötzlich tut sich eine Mauer vor mir auf. Ich laufe dagegen und spüre schon die Hand von Dark_Arazhul auf meiner Schulter.
Sie greift fest zu und rammt ihre Nägel in mein Fleisch. Ich schreie auf.
"Schwach...", flüstert er, "schwach..."
Dann wird wieder alles schwarz.

Die Sonne blendet mich. Ich liege auf dem Boden vor meinem Bett und realisiere erleichtert, dass das alles nur ein Traum war. Doch als ich mich aufrichten möchte, spüre ich ein unangenehmes Ziehen in meiner rechten schulter. Ich ziehe mein Schlafshirt ein wenig runter und entdecke fünf tiefe Einschnitte.
Der fünfte liegt ein wenig versetzt, mehr auf dem Rücken.
Blut fließt.
Einen Moment lang sitze ich einfach regungslos vor meinem Bett, geschockt.
"Was zum...", entgegne ich dann und richte mich letzendlich auf. Die Wunde schmerzt abschäulich.
Ich versuche mir ein zu reden, dass ich mich selbst gekrallt habe, weil ich so Angst hatte. Ja, das ist die einzig logische Erklärung.
Als ich dann einen Blick in den Spiegel werfe, entdecke ich eine dicke Beule an meiner Stirn. Ich halte die Luft an.
Okay, ich bin aus dem Bett gefallen. Dabei habe ich mir den Kopf gestoßen. Kein Problem. Alles easy.
Ich gehe ins Bad und versuche mit einem Tuch die Blutung an der Schulter zu stillen. Erfolglos.
Also halte ich mir einen Haufen an Tüchern immer weiter auf die Schulter, bis die Blutung von selbst aufhört. Dann gehe ich zu unserem kleinen Medizinschrank und verbinde mir die Schulter, so gut es eben geht. Ich möchte niemanden um Hilfe bitten, weil ich dann nur unangenehme Fragen gestellt bekommen würde, die ich eh nicht richtig beantworten könnte.
In der Küche mache ich mir einen Kaffee.
Meine Brüder Julian und Florian haben beide bei einem Freund übernachtet und meine Eltern sind bei der Arbeit. Deshalb bin ich allein zu Hause.
Ich setze mich auf die Couch und denke nochmal über meinen Traum nach. Es ist nur logisch, dass ich von Dark_Arazhul träume.
Wegen dem ganzen Streit und allem. Es ist irre, dass man sich vorstellt, dass die Zukunft aus Timerain wahr geworden ist.
Ich lache über mich selbst.
Als ich einen Blick auf die Uhr werfe, sehe ich, dass es schon elf Uhr sind. Dann fällt mir ein, dass ich mein Video noch rendern und hochladen muss, damit YouTube es dann automatisch online stellt.
Also sprinte ich nach oben, um es zu tun.
Um viertel vor zwölf ist dann endlich alles so weit und ich weiß nicht mehr, was ich mit dem Tag anfangen soll.
Um vierzehn Uhr muss ich Fabian und Julian abholen, aber bis dahin sind es noch mehr als zwei Stunden.
Wenn alles ganz normal wäre, würde ich jetzt Roman oder Lars schreiben, ob wir Minecraft oder Fortnite spielen. Oder ich würde sie anrufen und mit ihnen über meinen Traum reden.
Denn der macht mir schon Angst. Es ist nicht normal, dass ich mit blutender Schulter aufwache. Und alles hat sich so real angefühlt.
Ich schüttele den Kopf über mich selbst.
Was ist mit mir los, dass ich schon denke, dass Träume real sind?

Schließlich entschließe ich mich dazu, noch den letzten Schliff an meinem Utopia-Nachfolger-Modpack zu tun.
Eine Stunde später bin ich fertig. Da mir schon wieder langweilig ist, schaue ich nach, was Roman hochgeladen hat.
Minecraft MINI. Ich habe echt keinen Bock darauf, mir das an zu sehen, da ich immer noch angepisst bin, weil sie den Dragonnachfolger ohne mich gemacht haben, obwohl ich schon seit Monaten am Modpack sitze. Und es fertig hab.
Die ganzen Commandblocks zu programmieren war übelst schwer und richtig zeitaufwendig.
Trotzdem sehe ich mir die Folge an. Es gibt nun auch Questbooks. Toll.
Ich seufze und schließe das Video.
Nun hab ich schon wieder nichts zu tun. Also schreibe ich Tobbss eine Nachricht, ob wir ein bisschen Ant Man spielen. Er schreibt, dass er eh noch kein Video für heute hat, also nehmen wir auf.
Das bringt mich zum Glück auf andere Gedanken und macht Spaß.
Nachdem wir zehn Minuten lang am Spielen sind, blinkt mein Handy auf.
Normalerweise hätte ich das einfach ignoriert, doch es ist Lars. Er meldet sich seit ein paar Monaten nie von selbst.
Also sage ich Tobbss dass ich kurz was abchecken muss und lese mir die Nachricht durch.

"Können wir telefonieren?"

Ich bin hin und her gerissen. Einerseits will ich Tobbss nicht einfach links liegen lassen, andererseits scheint es echt dringend zu sein und ich freue mich darüber, dass Lars sich meldet.
Also erkläre ich Tobbss:
"Tobias ich muss mal aufhören. Es scheint echt dringend zu sein. Wir können später weiter aufnehmen, ok?"
Er ist hörbar überrascht, doch er antwortet:
"Okay..."
Ich beende das Gespräch und schließe Minecraft. Da ruft mich auch schon Lars über Skype an.

"Hi Lars!", sage ich so locker wie möglich, obwohl ich ein wenig nervös bin.
"Flo! Gut das du dran gehst. Weißt du, Roman wird in letzter Zeit immer komischer und als ich ihn heute angerufen habe, war er ganz komisch. Er hat sich gar nicht so angehört wie Roman. So komisch, robotermäßig irgendwie!"

"Ähm... okay. Und was hat er gesagt?"

"Du hast die richtige Entscheidung getroffen, LarsOderSo." Das war richtig gruselig! Flo, ich hab Angst!"

Ich sehe eine Gelegenheit über meinen Traum zu reden, aber ich will Lars jetzt nicht auch noch damit belasten.

"Hat er sonst noch was gesagt?"

"Ja. Irgendwie so: Bleib bei der richtigen Entscheidung. Bleib bei mir."

Schon vom Zuhören läuft mir eine Gänsehaut den Nacken hinunter.
Plötzlich flüstert Lars:
"Flo, er ruft an. Soll ich abnehmen?"
Nein, tu es nicht!, will ich antworten, aber das ist nur die Angst, die aus mir spricht. Also sage ich:
"Ich weiß es nicht, Lars. Ich weiß es nicht."
Ich höre sein Atmen. Plötzlich ein Klopfen. Nicht bei mir. Es ist bei ihm.
"Flo...... da klopft wer. Ich hab Angst Flo! Ich hab Angst!"
"Mach nicht auf!", schreie ich ins Telefon. Ich weiß nicht, warum ich solche Angst habe. Ich weiß es nicht.
"Ich mach nicht auf Flo! Ich mach nicht auf!"
Wir sind beide schon total hysterisch. Ich versuche ruhig zu atmen.
"Lars... hast du das Gespräch abgenommen?"
"Nein, hab ich nicht.", er klingt auch ruhiger, "Halt! Hab ich wohl! Ich schwöre dir, ich hab nicht angenommen! Ich schwöre dir! Aber ich bin verbunden! Flo! Mein Computer wurde gehakt!"
Jetzt ist er wieder viel lauter.
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kann ich der Geschichte was Komisches abfinden. Wie laut wir beide sind und wie angespannt.
Ich fange laut an zu lachen. Keine Ahnung warum.
"Mach die Tür auf, Larsi Hasi Spasi!"
Ich stocke. Ich verschlucke mich.
Scheiße. Diese Psychokillerstimme.
"Flo...", Lars klingt gequetscht.
Ich kann nichts sagen. Mir laufen eine Reihe an Bildern durch den Kopf.
Jemand der mit einem Messer vor Lars Tür steht.
Diese Stimme... es ist so, als hätte ich sie schonmal gehört. Wo?
Mein Traum. Es ist die Stimme.
Dark_Arazhul. Shit.
"Lars. Bleib ruhig. Beende das Gespräch. Beende das Gespräch!!!"
"Ja! Ja! Ich mach ja schon, Flo! Ich mach ja schon!"
Ich höre ein ersticktes: "Falsche Entscheidung, Lars. Falsche Entscheidung."
Und dann nur noch Lars Atmen.
"Hast du aufgelegt?"
"Ja. Hab ich. Flo, ich hab Angst. Der Typ steht vor der Tür."
"Öffne nicht die Tür. Lars, du musst dich jetzt entscheiden. Entweder, du bist für mich oder du bist gegen mich und willst dich vernichten. Wenn du dich für das erste entscheidest bist du sicher. Dann legst du jetzt auf, öffnest die Tür und sagst, dass du mich hasst.
Wenn du dich für das Zweite entscheidest bist du in Gefahr. Dann ist der Typ, der vor deiner Tür steht gegen dich. Dann wartest du, bis er weg ist.
Was wirst du tun?"

Stille. Er antwortet nicht. Das macht mich nervös. Ich will dass er sich für mich entscheidet. Aber es würde ihn in Gefahr bringen.

Er scheint zu überlegen. Ich weiß nicht, ob ich das als gutes oder als schlechtes Zeichen deuten soll.

Er seufzt.

Dann wieder Stille.

"Ich werde die Tür nicht öffnen. Ich werde nicht sagen, dass ich dich hasse. Weil das gelogen wäre. Es ist traurig, dass du mir diese Frage überhaupt stellen musstest. Dass ich mir diese Frage stellen musste. Ich hätte nie gedacht, dass es jemals soweit kommen würde."
Ich atme auf. Am liebsten würde ich ihn jetzt umarmen.
"Warte, bis er weg ist. Buch jetzt den nächsten Flieger nach Österreich und flieg so schnell es möglich ist los. Komm zu mir. Ich bereite hier alles vor. Du bist dort nicht mehr sicher."
Das ist, glaube ich, dass beste was er jetzt tun kann.
Er klingt bedrückt, als er flüstert:
"Okay Flo. Das werde ich tun."
"Gut."
Ich will schon auflegen, als Lars fragt:
"Glaubst du, es geht Roman gut?"

"Ich weiß es nicht, Lars."

___________________________________________________________________________
Ich hoffe, die Geschichte gefällt euch bis hierhin! Schreibt mir auf jeden Fall mal eure Meinung dazu in die Kommentare und was ihr denkt, was noch passiert!?PS: Ich möchte hier nochmal klar stellen, dass diese Geschichte keine Beleidigung an irgendwen sein soll. Also zb. AnFlo, Lars oder Roman. Falls manche Leute das so aufnehmen! ?

 

Sichtweise: Lars

Das was grad abgeht macht mir echt Angst.
Dieser Typ steht scheinbar immernoch vor meiner Tür und Flo scheint zu wissen, wer es ist aber will es nicht sagen.
Ich hoffe, dass er mir mehr verrät, wenn ich bei ihm bin.
Und ich hoffe, dass es Roman gut geht.
Ich traue mich nicht einmal einen Blick durch den Spion zu werfen.
Aber das muss ich.
Vielleicht ist er nicht mehr da.
Ich muss es wissen.
Ich schiebe meinen Stuhl zurück und schleiche zur Tür.
Dann schiebe ich den kleinen Kreis vor'm Spion zur Seite.
Ganz langsam schiebe ich mein Auge vor den Spion.
Noch ist es geschlossen.
Ich will nicht sehen, wer oder was dort draußen steht.
Ich atme tief ein und wieder aus.
Dann öffne ich das Auge.
Und schaue gerade wegs in ein Anderes, glühend rotes Auge, dass mich anstarrt.

 

Sichtweise: Flo

Ich warte darauf, dass Lars sich meldet.
Auch wenn ich nicht gesagt habe, er solle sich melden.
Ich mache mir Sorgen.
Dann kriege ich eine Nachricht.
Ich öffne gespannt WhatsApp, aber sie ist nicht von Lars, sondern von Fabian.

"Wann um Himmels Willen hast du vor, uns abzuholen?"

Ich schaue auf die Uhr. Shit! Viertel vor drei!
Also schnappe ich mir schnell meine Autoschlüssel und rase los, um die beiden zu holen.

"Sorry dafür, dass es so spät geworden ist.", sage ich, als wir alle im Auto sitzen, "Ich hab die Zeit vergessen."
Die Beiden sagen nichts.
"Lars kommt zu Besuch.", rede ich also weiter.
"Wann?", fragt Julian.
"Das ist noch nicht klar." Ich versuche mir meine Anspannung nicht anmerken zu lassen, aber ich merke, dass ich mich immer wieder auf der Straße oder auf dem Gehweg umschaue. Kein Dark_Arazhul zu sehen.
Aber ich weiß natürlich gar nicht wie er aussieht.
Obwohl... genau genommen schon. Ein wenig. Im Traum hab ich ihn gesehen. Wenn auch nur ein wenig.
Apropos Traum... was ist, wenn das alles hier auch nur ein Traum ist?
Das ist alles so... eigenartig...

"Flo, ist alles in Ordnung?", fragt mich Fabian.
"Warum?", frage ich gespielt überrascht.
Julian verdreht die Augen.
"Na weil du dich die ganze Zeit nach rechts und links umschaust und total besorgt guckst!"
"Tue ich das? Nein, es ist alles bestens", lüge ich. Ich lüge nicht gerne, aber ich kann ihnen schlecht von Dark_Arazhul erzählen.

Als wir zu Hause sind, checke ich direkt meine Nachrichten.
Nichts von Lars. Ich hoffe, dass es ihm gut geht.

Perspektive: Lars

Ich schrecke zurück.
"Okay, er ist nicht weg", stelle ich fest.
Mein Puls schlägt unwahrscheinlich hoch und ich habe das Gefühl, dass mir jeden Moment mein Herz aus der Brust springt.
Scheiße. Was mach ich jetzt nur?

Ich werde warten. Lange kann er nicht mehr bleiben.
Auf jeden Fall muss ich schonmal meinen Flug buchen. Aber für wann?
Ich entschließe mich für acht Uhr morgens am nächsten Tag.
Bis dahin wird er weg sein. Hoffentlich.

Perspektive: Flo

Ich gehe im Zimmer umher und warte. Und zwar auf eine Nachricht von Lars. Ich mache mir echt Sorgen.
Es wäre schlauer gewesen, wenn ich zu ihm gekommen wäre. Wobei, nein.
Schließlich schreibe ich ihm:
"Lars, wann kommst du?"
Sofort sehe ich die zwei blauen Häckchen.
Er schreibt.
"Mein Flug geht morgen um acht. Bin also ca. Um neun da. Kommst du mich abholen?"
"Klar!", antworte ich erleichtert.

Dann kriege ich eine Nachricht von Tobias:
"Flooooo! Was ist denn los?"

Oh Mist! Das hatte ich ganz vergessen.
"Sorry Tobias! Ist im Moment alles ziemlich stressig! Hattest du jetzt noch ein Video?"

"Hab einfach das was wir schon hatten hochgeladen. Was los?"

"Ich kriege morgen überraschenden Besuch. Muss hier noch was vorbereiten."
Und schon wieder muss ich lügen.
"Aber wir könnten jetzt die Folge für morgen machen.", schreibe ich noch schnell. Im Moment kann ich eh nichts tun als warten.

 

 

 

AntwortenZitat
Geschrieben : 24. August 2018 15:07
Moneybin und Bastbra mögen diesen Beitrag.
Annima
(@annima)
Junior Mitglied
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Perspektive: Lars

Ich hab Schiss. Und ich bin nervös.
Es sind fünf Uhr morgens und eigentlich viel zu früh.
Aber ich möchte hier weg und ich konnte eh nicht schlafen.
Ich starre auf die Uhr.
Ich möchte, dass die Zeit vergeht.
Dass es endlich halb sieben sind.
Letztendlich entschließe ich mich dazu, jetzt schon zu fliegen.
Ich schaue nicht nach, wann der nächste Flug geht.
Ich muss hier weg.
Nervös werfe ich einen Blick zur Tür.
Ist er noch da? Ich weiß es nicht und ich will nicht nachschauen.
Aber was kann ich tun?
Mein Blick schweift rüber zum Fenster.
Draußen regnet es.
Ich befinde mich im ersten Stock und es ist schon ein Sück bis zum Boden.
Ich könnte an der Regenrinne runter klettern, nur da gibt es ein Problem... ich bin nicht gerade der Sportlichste.

Langsam bewege ich mich auf's Fenster zu. Ich werfe einen Blick nach unten und sofort überkommt mich meine Höhenangst.
Shit.
Aber habe ich eine andere Wahl?
Mein Blick schweift zur Tür. Nope. Da treiben mich keine zehn Pferde raus.
Ich schlucke. Dann werfe ich meine Reistetasche aus dem Fenster.
Ich schultere meinen Rucksack und klettere auf den Fensterrahmen.
So tief.
Aber ich muss es tun.
Ich lege das rechte Bein über den Rahmen.
Dann das zweite.
In diesem Moment knackt etwas hinter mir.
Die Tür.

Perspektive: Flo
Tick, tack. Tick, tack.
Ich starre auf die Uhr.
Noch vier Stunden, 21 Minuten und 16 Sekunden bis ich Lars am Flughafen abholen kann.
Tick, tack. Tick, tack.
Ich habe in dieser Nacht keine einzige Minute geschlafen.
Zu viel Angst.
Angst um Lars. Angst um Roman. Und Angst vor dem, was ich in meinen Träumen sehen werde.
Die Nacht ist ganz schön lang, wenn man wachliegt.
Auch wenn man bis ein Uhr nachts noch Videos aufnimmt.
Für einen kurzen Moment fallen meine Augen zu.
Stopp.
Ich öffne meine Augen wieder.
Nicht einschlafen.
Ich versuche mich wach zu halten, indem ich mir Geschichten ausdenke.
Und dann komme ich wieder zurück auf das, was ich für einen Geschichte halte.
Mir fällt plötzlich auf, dass das alles nicht wahr sein kann.
Es gibt keinen Dark_Arazhul.
Das ist ein Traum.
Ich bilde mir das alles ein.
Ich bilde mir das alles ein.
Ich bilde mir das alles ein.
ICH BILDE MIR DAS ALLES NUR EIN!
Ich schreie es in meinem Kopf.
Aber das reicht nicht.
Und dann fange ich wirklich an zu schreien.
"Ich bilde mir das alles ein!"
Ich fange an hysterisch zu werden. Das weiß ich.
Aber es ist mir egal.
"ICH BILDE ES MIR NUR EIN!"
Und dann fange ich an zu weinen.
Erst ist es nur ein Schluchzen aber dann fange ich immer mehr und mehr an zu weinen.
Weil ich weiß, dass es wahr ist. Weil es, verdammte Kacke nochmal, wahr ist.
Es ist wahr, Flo. Sieh es ein.
Und dann weine ich mich in den Schlaf.

 

AntwortenZitat
Geschrieben : 30. August 2018 13:49
Bastbra mag diesen Beitrag.
Annima
(@annima)
Junior Mitglied
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Perspektive: Lars

Ich blicke nicht zurück. Ich wage es nicht.
Auf einmal ist alle meine Höhenangst verflogen und ich springe. Die Angst vor dem oder vor demjenigen, der oder das hinter mir her ist, ist gigantisch.
Ich lande unangenehm auf meiner Reisetasche.
Habe ich Zeit, sie mit zu nehmen?
Keine Zeit. Sie würde mich aufhalten. Alles wichtige ist in meinem Rucksack.
Ich renne. Ich renne und renne immer weiter.
Durch die Nacht.
Erst beim Rennen bemerke ich, dass es regnet. Und wie.
Meine Sohlen quietschen auf dem Boden.
Auf einmal rutsche ich. Zum Glück kann ich mich noch fangen.
Ich habe keine Zeit, stehen zu bleiben.
Ich muss weiter rennen. Aber ich muss vorsichtig sein, denn ich kann meine Hand vor Augen kaum erkennen und die Straßenlaternen beleuchten die Gassen nur schwach.
Ich laufe und laufe. Habe ich gesagt, ich wäre nicht sportlich?
Scheinbar schon. Oder es ist nur die Angst, die mich treibt.
Nach ein paar Minuten wird mir bewusst, dass ich gar keine Ahnung habe, wohin ich laufe.
Shit.
Ich sehe mich um. Ein Fehler.
Denn im nächsten Moment liege ich mit meinem Gesicht fast auf dem nassen Asphalt.
Mit meinen Händen habe ich mein Gesicht gerade noch schützen können.
Dafür sind sie aufgekratzt.
Doch die Schmerzen auf den Handflächen bemerke ich kaum.
Was vorallem weh tut, ist mein rechter Fuß.
Er schmerzt höllisch und bei dem Versuch, ihn zu bewegen, schreie ich fast.
Shit.
Shit, shit, shit.
Okay, Lars. Du hast keine Zeit um liegen zu bleiben. Also reiz dich verdammt nochmal zusammen!
Ich ziehe mein linkes Bein an den Körper und stütze mich mit den Händen ab.
Ein Ruck. Komm schon.
Dann stütze ich mich auf mein linkes Bein.
Als ich meinen rechten Fuß zu mir ziehe, zieht es höllisch.
Nicht schrein, Lars.
Schließlich stehe ich auf meinem linken Bein.
Selbst wenn ich meinen rechten Fuß nur aufsetze, schmerzt es schon sehr.

Ich sehe mich um. Es scheint mich niemand zu verfolgen.
Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und rufe ein Taxi.

Perspektive: Flo

Als mich um halb sieben Uhr mein Wecker weckt, schrecke ich abrupt hoch.
Erleichterung macht sich in mir breit, als ich bemerke, dass ich die Nacht überstanden hab. Ohne schlechten Traum.
Ich stehe so schnell wie möglich auf und ziehe mich an.
Dabei tue ich so, als hätte ich Stress, obwohl ich Lars ja erst um neun abholen muss. Bis zum Flughafen brauche ich ungefähr eine halbe Stunde und eigentlich muss ich mich nur anziehen, frühstücken und mir die Zähne putzen. Fertig. Null Stress.
Aber der Stress hilft mir, einfach gerade aus zu sehen. Nicht nach zu denken, was passiert ist.

Ich schütte mir Müsli in meine Schüssel und gieße Milch dazu.
Dann setze ich mich an den Tisch.
Als ich gerade den Löffel heben möchte, fallen mir für einen kurzen Moment die Augen zu.
Ich hatte defenitiv zu wenig Schlaf in dieser Nacht.
Das schreit nach... genau! Superkaffee.
Superkaffee... Superkaffee erinnert mich an die guten alten Mission Zeiten.
Mission war immer lustig gewesen.
Vorbei.
Nach vorne schauen, Flo. Nach vorne schauen.

Um sieben Uhr zwei steige ich in meinen Porsche. Ich weiß, dass ich viel zu früh dran bin, aber es ist mir egal.
Denn im Haus ist es mir zu leise und ich will nicht nachdenken.
Wenn ich nachdenke, dann denke ich an Dark_Arazhul. Und an Dark_Arazhul will ich nicht denken.

AntwortenZitat
Geschrieben : 5. September 2018 17:44
Annima
(@annima)
Junior Mitglied
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Perspektive: Lars

Der Taxifahrer starrt mich im Rückspiegel an. Und das schon die ganze Fahrt über.
So als wäre ich ein Alien.
Aber wahrscheinlich liegt es nur an meinem Blick.
"Ist bei Ihnen dahinten alles okay?", fragt er mich auf einmal.
Ich starre ihn an.
"Sie... sie schauen so verängstigt. Kann ich ihnen helfen?"
Meine Angst schlägt gleich in Wut um, du Vollidiot!, denke ich, bleibe aber stumm.
Er sieht mich weiter an.
"Kann ich ihnen helfen?", fragt er diesmal lauter.
Ich ignoriere ihn.
"Ich meine ja nur, weil... also ihr Blick..."
Was. Willst. Du. Von. Mir?!
"Oder sind sie taub? Oder stumm? Also wenn sie stumm sind, dann heben sie bitte den Arm. Und wenn sie taub sind, dann öffnen sie bitte den Mund."
Ist der Typ eigentlich dumm? Oder ist der noch im Kindergarten?
Ich fange beinahe an zu lachen, weil solch eine Dummheit ja wohl kaum zu überbieten ist.
Er starrt mich weiter über den Rückspiegel an.
"Herrgott! Jetzt richten sie ihren Blick nach vorn und hören Sie auf mich so anzustarren!"
Endlich richtet der Blödmann seinen Blick nach vorn.
Endlich.
Wir fahren ungefähr eine halbe Stunde und dann kommen wir am Flughafen an.
Ich bezahle den Taxifahrer und steige aus.
Die Menschen hetzten umher, telefonieren und sind ziemlich im Stress.
Ich laufe so schnell ich kann ins Gebäude, denn ich habe Angst. Große Angst.
Mein Blick schweift immer wieder umher, auf der Suche nach etwas, von dem ich nicht weiß, wie es aussieht.
Ich kann es nur an den roten Augen erkennen und kann vermuten, dass es Roman sehr ähnelt.
Roman....
Ich hoffe echt, dass Flo mir alles erzählt, sobald ich ihn sehe.
Denn ich habe echt gar keine Ahnung, was grad hier abgeht.
Ob igendjemand Romans Körper eingenommen hat - was wirklich sehr unwahrscheinlich ist - oder ihn entführt hat.
Und ich verstehe einfach nicht, warum jemand mich umbringen will.

Gerade noch rechtzeitig zum Boarding komme ich an.
Es macht es mir leichter, dass ich meinen Koffer nicht dabei hab.

Der Flug scheint eine Ewigkeit zu dauern und ich wünsche mir, endlich bei Flo anzukommen.
Nach zwanzig Minuten schreibe ich Flo eine SMS, dass er mich bitte schon in ungefähr vierzig Minuten abholen soll.
Ich tue ihm gegenüber sehr entstpannt (zumindest versuche ich es), doch innerlich... ich weiß gerade gar nicht, wie ich es beschreiben soll... ich bin mega aufgeregt. Aber nicht das gute aufgeregt sein, sondern das schlechte.
Und ich habe übelst Schiss.
Während dem Flug denke ich über das nach, was in den letzten Stunden passiert ist.
Meine Entscheidung für Flo war die richtige.
Flo ist einer meiner besten Freunde und ich würde ihn nie umbringen.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich eh nie jemanden umbringen würde.

Auf einmal denke ich an Isy. Ich frage mich, was mit Isy ist. Ob sie schon irgendwas mitbekommen hat.
Wahrscheinlich eher nicht. Sonst hätte sie sich wahrscheinlich gemeldet.
Gerade in dem Moment, als ich das denke, bekomme ich eine Nachricht.
Von Isy.

'Hey Lars! Hast du eine Ahnung, was mit Roman los ist?'

Ich atme ein. Ich atme aus.

'Warum?',

Frage ich dann. Ich muss erst wissen, was sie meint. Ob er ihr was getan hat.

'Er benimmt sich so komisch. Wenn ich ihn anrufe, legt er direkt auf. Wenn ich ihm eine Nachricht schreibe, ob wir aufnehmen können, schreibt er immer so was wie: Geht grad leider nicht. Das ist echt komisch.... Weißt du was?'

Ich richte meinen Blick auf den Sitz vor mir. Gut. Scheinbar hat er ihr nichts getan.
Eine Weile lang bleibe ich so sitzen, auch weil ich nicht weiß, was ich antworten soll.

'Lars?'

Ich schrecke auf, als mein Handy vibriert. Isy. Was mach ich jetzt nur?

'Ja?'
Billig, Lars. Echt billig.
Dafür kassiere ich auch direkt den passenden Emoji:

'?'
'Hä? Was hast du?'
Noch billiger, Lars. Ich seufze.

'Sag mal, hälst du mich blöd oder was? Irgendwas ist da los, was ich nicht erfahren soll!'

'Du musst ja auch nicht alles erfahren! Schließlich kennst du uns auch nicht schon Jahre lang! Man muss dir doch kein Protokoll schreiben, was wir wann tun!'

Sobald ich auf 'Absenden' gedrückt habe, bereue ich es.
Ich bin echt ein verdammtes Arschloch. Ich versuche Isy schlecht zu machen, obwohl es ganz normal ist, dass sie es wissen will. Ich versuche von mir ab zu lenken.
Ich warte ab, was sie schreibt. Nichts. So, als müsse sie sich die Nachricht zehntausendmal durchlesen.
Ständig leuchtet oben das grüne 'Schreibt...' - Symbol auf, damit es nach ein paar Sekunden immer wieder weg ist.
Schließlich schreibt sie:

'Du arrogantes Arschloch!'
Und dann hat sie mich blockiert.
Gut gemacht, Lars. Einmal applaudieren, bitte!

AntwortenZitat
Geschrieben : 14. September 2018 17:02
Moneybin und Bastbra mögen diesen Beitrag.
Bastbra
(@bastbra)
Meister Owner
72109 Punkte
Items:

 ? Bis hier wirklich super geschrieben! Ich finde die Story wirklich gut! Natürlich ist alles frei erfunden, sonst wäre es wohl nicht so toll für die Beteiligten. Ich freue mich schon darauf, wie es weitergeht! 

Zack! -> www.comicschau.de / www.bastbra.de

AntwortenZitat
Geschrieben : 14. September 2018 17:42