LTB Premium 21 – Darkwing Duck trifft DuckTales

Quackerjack nimmt Darkwing Duck ins Visier (Batman/Joker-Parodie)

366 S., 9.95 €

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Darkwing Duck — Neues aus St. Erpelsburg

DW #5: Orange ist das neue Lila

Rückblende: Die 2010 begonnene, sehr erfolgreiche Darkwing-Duck-Serie von Boom! endete 2011 mit dem DuckTales-Crossover „Schwarzer Schleim“, welches zwar alle losen Handlungsfäden der vorigen Geschichten wieder aufnahm, jedoch bei vielen Fans wegen diverser Kleinigkeiten nicht gut ankam. 2013 kamen die ersten Boom!-Comics zu uns, 2016 folgte der Rest. Zu diesem Zeitpunkt hatten Aaron Sparrow und James Silvani schon beschlossen, Darkwings Geschichte fortzuführen. Bis auf das Crossover (welches von Disney mittlerweile nicht mehr als Teil des Kanons akzeptiert wird) wurde die gesamte Boom!-Reihe 2015 in einem „Omnibus“ von Joe Books namens „Definitely Dangerous Edition“ nachgedruckt (vom Umfang her ähnlich wie unsere LTB Premium), teilweise mit überarbeiteten Zeichnungen. Der Schluss wurde geändert, um den Boden für eine Fortsetzung bereiten, welche ebenfalls bei Joe Books erschien, aber nach nicht mal einem Jahr wegen Erfolglosigkeit wieder eingestellt wurde. Diese von 2016 bis 2017 veröffentlichten Comics bilden nun die erste Hälfte von LTB Premium 21.

Nachdem Darkwing Megavolt mal wieder festgesetzt hat, wird das neue Hochsicherheitsgefängnis eröffnet. Während Kikis Schulklasse dort an einer Führung teilnimmt, taucht Fiesoduck auf und provoziert zunächst eine Reaktion von Darkwing Duck und dann die Abschottung des Gebäudes. Nun kann niemand mehr rein oder raus, und die ganzen Superkriminellen sind auf der Jagd nach Darkwing…

Die Geschichte wirkt spritziger und etwas unbeschwerter als die Boom!-Reihe. Zudem ist es ganz nett, die Gegner aus „Wahl-Kampf“ wiederzusehen. Die Logik ist dafür nicht immer ganz einwandfrei. Wenn der Comic verwirrend sein sollte: Es fehlt der vierseitige Epilog des amerikanischen Omnibus, der als Überleitung von „Wahl-Kampf“ zu „Orange ist das neue Lila“ fungiert. Aber auch dann gibt es diverse Probleme, die Geschichte mit „Wahl-Kampf“ in Einklang zu bringen. So waren die Superschurken nur durch den schwarzen Schleim böse geworden, und ohne diesen müssten sowohl ihre Gesinnung als auch ihre Fähigkeiten verschwunden sein. Was mir auch ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet, sind die diversen Spezies im Comic-Universum. Ist Mortimer eine Katze oder ein Mensch? Wo sind die Unterschiede (siehe auch „Die Kapriolen des Kätzchens“)? Die Panzerknacker sind diesmal in ihrer DuckTales-Variante vertreten, tragen aber so gut wie gar nichts zur Handlung bei.

Und: Es ist wieder passiert! Suff-Rage hieß in LTB Premium 13 noch „Wahl-Debakel“, nun hat sie ihren englischen Namen beibehalten. Warum passiert das ausgerechnet im Premium so dermaßen oft?! Zwar macht es bei Darkwing oft Sinn, die Namen im Original zu belassen. Und „Wahl-Debakel“ war vielleicht nicht der beste Name. Aber Suff-Rage klingt auf Deutsch nach Suff und Rage, also eher unpassend. Auch Mortimer L. Marquand (hier nur „Mortimer“ oder „Morty“ genannt) hatte im Premium 13 einen deutschen Namen verpasst bekommen – Martin M. Maunzke – und wenn man als Übersetzer nicht mal einen kurzen Blick in sein eigenes Werk werfen kann, um die Kontinuität einigermaßen aufrechtzuerhalten, dann ist man in meinen Augen einfach unfähig und nicht für den Job geeignet. So hart das klingt, es ist ja längst nicht das erste Mal und wird wohl auch immer so weitergehen, wenn der Verlag nicht endlich mal interveniert. Davon abgesehen ist die Übersetzung, mit Ausnahme einiger (mindestens zwei) Tippfehler, eigentlich ganz gut geraten. Vor allem sind die Sätze nicht so ausschweifend wie noch in Premium 5 und teilweise auch Premium 13, man kann also alles gut ohne Lupe lesen, ohne dass darunter der typische redeselige Darkwing-Stil leiden würde.

Die Werbeeinblendung gibt es übrigens wirklich – siehe hier – wurde nur leider nicht in die deutsche Ausgabe übernommen, ähnlich wie die Ulkwerbung bei Micky X.

Insgesamt ein spannender Auftakt mit nur leichten Schwächen. An Silvanis Zeichnungen gibt es wenig auszusetzen, abgesehen von seiner offensichtlichen Abneigung gegen Bewegungslinien.

Ach ja: Die Anspielung auf „Ironic“ von Alanis Morissette ist absolut genial und perfekt passend!

DW #6: Mach die Mücke (platt)

Ein neuer Superschurke taucht in St. Erpelsburg auf. Er nennt sich Gnatmare und ist eine Stechmücke. Okay, eine mutierte mit Superkräften. Und die sind so verheerend, dass Darkwing alleine nichts gegen das marodierende Insekt ausrichten kann.

Ein Unterschied zwischen der Boom!- und der Joe-Books-Reihe ist die Tatsache, dass die neuen DW-Comics keine 88-seitigen Vierteiler mehr sind, sondern in der Länge zwischen verschiedenen Vielfachen von 22 variieren. Das kann einerseits befreiend wirken („Wahl-Kampf“ ächzte teilweise sehr unter der Last seines Konstrukts), andererseits dazu führen, dass Geschichten nicht genügend Platz bekommen, und letzteres würde ich hier behaupten. Richtig viel passiert in der Geschichte eigentlich nicht. Darkwing verbündet sich mit einem alten Feind, um einem neuen zu begegnen – schon mal dagewesen. Und eine mutierte Mücke klingt vielleicht auf dem Papier interessant, aber in St. Erpelsburg sind schon so viele abstruse Superschurken aufgetaucht, dass Gnatmare sich einfach nur in eine lange Liste einreiht und nicht wirklich glänzen kann (bezeichnend: Jim Davis hat Garfield erschaffen, nachdem sich niemand so recht mit seiner vorigen Schöpfung „Gnorm Gnat“ anfreunden konnte, einer sprechenden Mücke!). Hätte der Mückerich wenigstens eine Mücken-Armee hinter sich gehabt, welche die Leute terrorisiert… Dazu kommt ein für mein Gefühl völlig überflüssiger Tabubruch: Auf S. 81 wird mal eben jemand eingeäschert. Okay, die „Dotterköpfe“ von F.O.W.L. sind offenbar „anonyme Klonsoldaten“ und als „Kanonenfutter“ (und wohl auch als Versuchskaninchen gedacht), aber trotzdem geschmacklos!

Was die Übersetzung angeht, so haben wir’s hier mal andersrum: „Die Mückenmeisterin“ wurde in LTB Premium 13 noch „Bugmaster“ genannt (in LTB Premium 5 allerdings „Die Käfermeisterin“ – drei Namen für dieselbe Figur?!), ihre Zivilidentität Bianka Beakley hieß in LTB Premium 5 dafür Bianka Schnäblein. Was für ein Chaos! Gnatmare hätte man auch ins Deutsche übersetzen können, denn das Wortspiel mit „Gnat“ (Stechmücke) und „Nightmare“ (Alptraum) erschließt sich auf Deutsch nicht so ohne Weiteres. Wie wäre es mit „Alpmück“ gewesen? Okay, ich halt die Klappe.

DW #7: Die Kapriolen des Kätzchens

Darkwing plaudert aus seinen Geheimakten. Einst wurde er beauftragt, ein Kätzchen zu finden, welches aus dem Hauptquartier von S.H.U.S.H. entwendet wurde. Zumindest legt das eine Lösegeldforderung nahe. Am Ende stellt sich heraus, dass Darkwings Informationen etwas ungenau waren…

Eine ziemlich unterhaltsame Geschichte mit einer Menge Wortwitz (mein neues Lieblingszitat: „Dieser Biep von einem biebiep Bieps!“), aber keine neue: Tatsächlich handelt es sich hier lediglich um das Remake einer alten Darkwing-Story aus den 90ern, bereits auf Deutsch veröffentlicht (unter dem Titel „Süße Kätzchen klaut man nicht!“). Aus unerfindlichen Gründen werden Doug Grays Autorencredits hier jedoch unterschlagen. Immerhin profitiert die Geschichte von Silvanis anspruchsvollen Zeichnungen, die den Plot optisch in die neue Reihe eingliedern. Aber den Hauptstrang entwickelt diese als Rückblende erzählte Geschichte nicht weiter, Fluffy wurde bereits zu Beginn des Bandes zurückgebracht und eine derart ausführliche Erläuterung des Hintergrunds haben die meisten anderen Figuren in den neuen Darkwing-Comics nicht erfahren dürfen. Dazu kommt, dass es bereits zwei weitere Auftritte Fluffys gab („Die Katze im heißen Blechkostüm“ und „Herrschaft des Schreckens“ / „Der Geschmack der Gerechtigkeit“), aber ob die – falls es eine Fortsetzung geben wird – eine Rolle spielen werden? Fragen über Fragen.

DW #8: Comic-Convention-Chaos

Eddie Erpel, Kiki und Alfred Wirrfuß besuchen die Comic-Convention in St. Erpelsburg. Dort ist eine Menge los. Ein Zeichner soll dort die Superschurkin Abstrusa Abstrakta zeichnen, woraufhin diese zum Leben erwacht und vor Darkwing und Alfred durch verschiedene Epochen und Stilrichtungen der Comicgeschichte flieht.

Mein Favorit unter den neuen DW-Comics. Hier nehmen sich die Künstler Sparrow und Silvani selbst auf die Schippe, und das gesamte Comic-Gewerbe gleich mit. Herrlich, wie Silvani die Charaktere in den verschiedensten Zeichenstilen darstellt und dabei auf die verschiedenen Klischees der jeweiligen Stile anspielt. Orlando Greyson wiederum hat lediglich die drei 3D-Bilder auf S. 130 am Computer „gerendert“, die zeigen, wie weit die 3D-Animationstechnik mittlerweile ist. Selbstreferenzielle Meta-Scherze sind bei einer solchen Ausgangslage ebenfalls geboten, so merkt einer der Cosplayer an, dass Darkwing doch eigentlich Rollkragenpullover trägt. In der Tat wurde sein Design mit Beginn der neuen Serie leicht geändert und anstelle des Rollkragenpullis hat er nun eine Krawatte an! Natürlich fällt so etwas nur den echten Nerds auf. Und genau die sind bei solchen Conventions in hoher Konzentration vorhanden.

Aber auch zwischenmenschlich ist einiges geboten, denn Darkwing leidet mal wieder unter der mangelnden Wertschätzung seiner Person, was diverse teils sehr lustige, aber auch herzerwärmende Situationen nach sich zieht.

DW #9: Morgendämmerung des Tages der Rückkehr der lebenden Knollen

Die zweitlängste DW-Geschichte hier und relativ komplex. Es beginnt mit einem typischen Horrorszenario, das so bewusst übertrieben stereotyp ist wie der Titel (der sich auf Deutsch leider nicht so toll anhört wie im englischen Original). An Halloween werden Menschen plötzlich von lebenden Kartoffeln angegriffen und zu Knollen-Zombies. Darkwing kombiniert schnell, dass Benjamin Buxbaum dahinterstecken muss. Der sitzt zwar offiziell noch im Hochsicherheitsgefängnis, aber der Schein trügt wie so oft. Die Spur führt schließlich zu einer Firma, welche genmanipuliertes Gemüse produziert.

Während Darkwing, Quack und Kiki nun einer ziemlich großen Bedrohung gegenüberstehen, taucht anderswo ein anderer Verbündeter auf…

Wie gesagt, ist hier in puncto Komplexität am meisten geboten. Zudem gibt es nicht nur die üblichen Rückgriffe auf die TV-Serie, sondern auch auf ein ebenfalls als Comic verwertetes Kapitel der Darkwing-Geschichte („Just Us Justice Ducks“ Teil 1 / Teil 2), welches es jedoch bis heute nicht zu uns geschafft hat. Buxbaum wird deutlich facettenreicher dargestellt als in den bisher im Premium erschienenen Comics und die Verbrüderung mit Darkwing ist diesmal schon fast so tiefgründig wie das Duo Micky/Karlo bei Tito Faraci. Was meine Begeisterung etwas trübt, ist eben das wenig originelle Gruselszenario der „Knollokalypse“. Aber insgesamt sicher eine lesenswerte Geschichte im bewährten Darkwing-Stil.

Hier endet die Reihe von Joe Books. Ob es eine Fortsetzung geben wird? Wer weiß das schon. Die Lizenz könnte an einen neuen Verlag (z.B. IDW) gehen. Auf der letzten Seite werden noch mal fein säuberlich die meisten unvollendeten Handlungsstränge aufgelistet. Potenzial wäre also genügend vorhanden (gerade im letzten Kapitel wird viel angedeutet). Momentan ist die Lage unbefriedigend, zumal ich „Schwarzer Schleim“ nicht so schlecht fand und mir gewünscht hätte, dass man damit weiterarbeitet, anstatt quasi noch mal von vorne anzufangen. Dennoch macht die neue Reihe Spaß und Lust auf mehr. Also, was ist? Vielleicht zum 30. Jubiläum 2021?

Ach ja: Gizmoduck heißt jetzt wieder Dingsbums Duck wie in Premium 5, während er in Premium 13 Krach-Bumm-Ente hieß. Ich weiß nicht, welcher Name der ursprünglich „richtige“ ist, aber Dingsbums Duck klingt für mich besser, insofern kann ich mich nicht beschweren. Aber dass der Name jetzt schon zwei Mal innerhalb derselben Buchreihe gewechselt hat, ist erneut unschön. Apropos: Die Heroboter hießen in LTB Premium 5 noch Heldenborgs.

Eine andere Anmerkung: Nicht ganz erschließt sich mir, weshalb bei fast allen Comics die fürs Lettering verantwortlichen Personen genannt werden – die deutsche Ausgabe ist doch sowieso einheitlich gelettert…

DuckTales — Heldenhafte Klassiker

Kommen wir damit zur zweiten Hälfte des Bands und zu einem heftigen Stil- und Figurenwechsel.

Entgegen der Überschrift geht es insgesamt eher wenig heldenhaft zu. Das ist erstaunlich: Neben Quack ist ja schließlich auch Dingsbums Duck ein Charakter, der in beiden Universen eine Rolle spielt. Aber keiner von Dingsbums‘ Auftritten in DT-Comics wurde hier berücksichtigt! Dadurch und durch den krassen Kontrast zwischen den Zeichenstilen wirkt Premium 21 weniger wie ein zusammenhängendes Buch als wie zwei verschiedene Bücher, die man aneinandergeklatscht hat. Beide für sich nicht schlecht, aber eben zueinander inkompatibel. Das ist insofern schade, als dass es noch an die 700 Seiten (ca. 300 bei uns unveröffentlicht) altes Darkwing-Material gegeben hätte (inklusive einem Crossover, welches sich über fünf verschiedene Disney-Zeichentrickuniversen erstreckt), und solange die Zukunft von Darkwing in der Schwebe ist, wird es auch erstmal kein neues Material geben, welchem man dann die alten Storys als Zugabe hinzufügen könnte. Ebenso gibt es aus der Ära der DuckTales-Klassiker visuell etwas gewagtere Geschichten (z.B. eine von Giuseppe Dalla Santa im Airbrush-Verfahren angefertigte), weshalb die Beschränkung auf zeichnerisch oft etwas biedere S-Code-Geschichten gerade im Rahmen des Premium mir nicht ganz sinnvoll erscheint.

Erwähnenswert zudem: Alle hier vertretenen DT-Comics sind Vierreiher, allesamt deutsche Erstveröffentlichungen und bei keinem einzigen sind Autor oder Zeichner genannt! Die Schuld liegt nicht beim Verlag, denn auch im Inducks sind fast keine Informationen dazu zu finden. Ich denke aber, manche Zeichnungen könnten von Experten bestimmten Zeichnern zugeordnet werden. In vielen Fällen war wohl das argentinische Jaime Diaz Studio am Werk, z.B. im Inducks bei „Die Prinzessin vom Nil“ für die Zeichnungen angegeben.

Von der Welle zur Quelle

Nachdem sich Tick, Trick und Track darüber beschwert haben, dass die Bohrtürme ihres Onkels (Dagobert) die Landschaft verschandeln und die Umwelt verschmutzen, beauftragt dieser den Erfinder seines Vertrauens (Düsentrieb) damit, ein umweltschonenderes Ölfördersystem zu erfinden. Dessen Lösung ist ein Untergrundbohrer. Unter der Erde dann startet der Bohrer, als nur Nicky an Bord ist…

Eine recht unterhaltsame Geschichte, aber einige Schönheitsfehler sind dabei. Fledermäuse sind nicht gefährlich, und aus dem Mund einer Autoritätsperson wie Dagobert Duck sollte man eine derartige Unwahrheit nicht hören. Und man merkt der Geschichte deutlich an, dass das Umweltbewusstsein noch eher verhalten ausgeprägt war. Mittlerweile wissen wir alle, dass die eigentliche Gefahr für den Planeten dadurch entfesselt wird, dass weiterhin fossile Brennstoffe gefördert werden und damit der Treibhauseffekt weiter angeheizt wird – Stichwort menschengemachter Klimawandel, 1989 auch bereits bekannt, aber noch nicht wirklich in der Öffentlichkeit angekommen. Davon abgesehen sehe ich den Vorteil auch in der Geschichte nicht: Wie man sieht, steigt das Öl schließlich doch an die Oberfläche und sorgt dort für Verschmutzungen!

Endlich wieder Schatzsuche

Dagobert ist gelangweilt davon, die ganze Zeit nur Schecks in seinem Büro zu sortieren. Seine Neffen schlagen vor, mal wieder auf Schatzsuche zu gehen. Kein wirklich ertragreiches Unterfangen…

Schön gezeichnet und koloriert, aber inhaltlich extrem frustrierend. Was will uns der Dichter damit sagen?

Diamantendiebe

Dagobert ist verärgert. Seine Diamantmine in Südafrika macht plötzlich keinen Profit mehr. Kein Wunder, dort treiben nämlich die Panzerknacker ihr Unwesen. Es entspinnen sich einige Verwicklungen…

Die beste DuckTales-Geschichte bis hier, nette Story, gute Zeichnungen, schön koloriert. Kleine Schönheitsfehler gibt es aber auch hier: Stalaktiten schreibt man mit „t“, und Diamanten werden nicht wie Gold aus einem großen Klumpen gehackt, sondern sind im Gestein verteilt (auch sehen Diamantenminen deutlich anders aus als Goldminen – Don Rosa hat sie in „Sein Leben, Seine Milliarden“ natürlich korrekt dargestellt). Bemerkenswert noch die (erneute!) Anspielung auf die „Jagd nach der Nummer Eins“, welche zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung noch gar nicht erschienen war.

Das Geheimnis des Adlerbergs

Dagobert ist zu einer Auktion in der Schweiz eingeladen, wo er gerne ein Amulett ersteigern würde. Dort ist aber auch Mac Moneysac zugegen und lässt gleich mal Dagoberts Notgroschen klauen. Dann wird Trick von einem Adler entführt…

Recht sympathische und einfallsreiche Geschichte. Aber während die anderen DuckTales-Klassiker fast alle dank moderner Kolorierung recht frisch daherkommen, merkt man dieser Geschichte ihr Alter leider an. Die Farben sind verschmiert und wirken altbacken.

Im ewigen Eis

Wunderbar sind die Farben dagegen hier, sodass sofort Polarfeeling aufkommt: Dagobert will am Südpol nach Gold suchen und hat dafür extra einen Schmelzstrahler dabei, mit dem man die Eisschicht tauen kann. In der Nähe sind allerdings auch die Panzerknacker und wollen Robben fangen. Dann freundet sich Nicky mit einem Robbenbaby an und so kollidieren die beiden Gruppen miteinander.

Nicky und ein Robbenbaby: Wer ist da süßer? Aber auch wenn es Spaß macht, den Ducks dabei zuzuschauen, wie sie die Panzerknacker ordentlich dafür rannehmen, dass sie Robben jagen wollten… frage ich mich erstens, was das für Robben sein sollen. Zumindest Seehunde gibt es meines Wissens definitiv nicht in der Antarktis, andere Robben allerdings schon. Etwas mehr biologische Genauigkeit wäre hier nicht schlecht gewesen. Und erneut wundere ich mich über das Umweltverständnis der Ducks (der Schmelzstrahler!).

Wie wird man kein Millionär?

Tick, Trick und Track sind geschockt: Dagobert Duck hat ihnen Zukunftspläne aufoktroyiert! Der Fantastilliardär hätte es gerne, dass seine Großneffen Bank-Vorstand, Börsen-Präsident und Chef eines großen Filmstudios werden. Die sind davon alles andere als begeistert. Und sie fragen Freunde um Rat, wie man ihm diesen Unsinn austreiben kann. Schließlich fällt ihnen selbst eine Idee ein.

Seltsame Geschichte. Die Zeichnungen sind recht stimmungsvoll, aber Dagoberts Pläne wirken mir sehr gewollt. Aber auch die Träume der Neffen sind nicht unbedingt etablierte Fakten, werden dennoch hier genau so dargestellt (Track hat sogar ein kleines Flugzeug). Und der Schluss… nun ja. Ist ja nicht so, dass Baseball-Stars nicht auch mal auf die Nase fliegen, vom Risiko des Pilotenberufs mal ganz zu schweigen. Die Moral, Kindern nicht vorzuschreiben, was sie später machen sollen, gefällt mir, aber wie gesagt, die Begründung im Comic ist etwas dünn.

Der Petras-Pfennig

Dagobert ist sauer, weil ihm jemand den letzten Petras-Pfennig vor der Nase weggeschnappt hat. Daniel Düsentrieb schlägt vor, in die Zeit der Schlacht um Petras zu reisen, und dort gewissermaßen eine prägefrische Münze zu erringen…

An sich ist die Geschichte ja spannend (auch wenn sie sich nur durch Düsentriebs Design und Donalds Abwesenheit wirklich als DuckTales-Geschichte identifizieren lässt). Was mir aber nicht gefällt: Dagobert und die Neffen pfuschen einfach im Zeitgefüge herum, ohne dass das große Folgen auf die Gegenwart hat! Und das ist nicht das einzige Logikproblem, denn wenn die Zeitmaschine früher zurückkommt, als sie weggeflogen ist, müssten sich die Ducks eigentlich selbst begegnen! Falls nicht, dürfte die Zeitreise gar nicht stattgefunden haben…

Die Prinzessin vom Nil

Hier treffen wir Dagobert, TTT, Quack und Nicky in der Wüste Ägyptens. Erholsame Ferien unter den Pyramiden sehen aber anders aus: Zunächst treffen sie Lardina, die titelgebende hübsche Prinzessin vom Nil, welche Gefallen an Dagobert findet und zudem eine starke Macht über Kamele hat. Dann tauchen auch noch Wüstenräuber auf, welche die männlichen Teile der Reisegruppe als Sklaven gefangen nimmt.

Am Ende löst sich alles schnell in Wohlgefallen auf. Trotzdem sympathische Geschichte in schönen Farben.

Das Gold der Soyas

Dagobert lässt die Panzerknacker beschatten, um deren Pläne zu erfahren. Dann erfährt er jedoch von einem Wissenschaftler, der dem Schatz der Soyas (!) in Südamerika auf der Spur ist. Also ab in den Regenwald!

Die Konstruktion der Geschichte ist nicht ganz einwandfrei. Das südamerikanische Abenteuer ist aber sehr schön geraten, besonders, wie man dann den Schatz letztendlich findet, finde ich wirklich gelungen. Leider wurden die Bilder nicht neu koloriert, und auf S. 283 unten links fehlt Dagoberts Zwicker.

Auf in den Westen

Dagobert schlägt einen medienwirksamen Treck nach Siedlerart vor. Die Sache ist kniffliger als gedacht – in der Prärie fehlt es an Wasser. Und Mac Moneysac fährt parallel in einem Hyper-Wohnmobil mit und ärgert den Duck-Treck. Aber wer zuletzt lacht…

Die Geschichte erinnert mich entfernt an „Die rote Sonne“ (zumal auch dort Moneysac der Gegner war), ist aber viel besser gezeichnet. Schade nur um die geringe Seitenzahl, denn in puncto Sabotage läuft nicht viel. Insgesamt aber sicher einer der besten DuckTales-Comics hier.

Die Osterinseln

Dagobert, Tick, Trick und Track sowie Frieda und Johann stechen in See. (Nicky ist im Ferienlager.) Sie besuchen die Osterinsel. Am nächsten Tag gibt es zwei Osterinseln! Offenbar existiert eine zweite Insel, auf der sich ebenfalls Steinskulpturen befinden…

Eine eher sinnfreie Expedition, wenn man mich fragt. Viel zu viele Fragen bezüglich der Pflanzenwelt auf der zweiten Insel, der Beschaffenheit des Steins oder der Frage, wie die Skulpturen überhaupt erschaffen wurden, werden einfach ignoriert. Durch die alten Farben wirkt die Geschichte auch ziemlich angestaubt.

Hypnotisiert

Gundel versucht mal wieder, an Dagoberts Nummer Eins zu kommen. Dafür hypnotisiert sie ihn nachts, tags erinnert er sich an nichts mehr, aber nach Nennung des Zauberworts „Abrakadabra“ am Telefon läuft er los, um Gundel seinen ersten selbstverdienten Zehner zu bringen. Zum Glück hat er drei sehr wache und schlaue Großneffen, die auch bei Gundels zweitem Versuch dazwischengrätschen.

Bis auf wenige Details eine Geschichte, die auch ohne den DuckTales-Kontext funktionieren würde (im LTB gab es mit „Gundels Hexen-Handy“ mal eine in Grundzügen ähnliche, allerdings deutlich überdrehtere Geschichte). Insofern nichts wirklich Außergewöhnliches, aber schön klassisch und gut zu lesen. Dazu kommt eine tolle moderne Farbgebung.

Der verschollene Tempel

Ein gar merkwürdiger Hund folgt Tick, Trick und Track in Daniel Düsentriebs Werkstatt. Als der Hund Fotos macht, merken unsere Hauptfiguren bald, dass es sich um einen Roboter handelt, der von Mac Moneysac geschickt wurde, um Dagobert bei der Suche nach dem verschollenen Tempel Tak Man Doe zuvorzukommen. Der befindet sich in einem Vulkan, und drumherum gewittert es heftig!

Ziemlich viel Spannung und Dramatik bei geringer Länge. Inhaltlich daher gelungen, die Zeichnungen dürfen aber leider nicht in frischem Glanz erstrahlen. Seltsam, dass manche Comics neu koloriert sind und andere nicht.

Quack der Showpilot

Dagobert will mit einem Piloten an einer Flugshow teilnehmen. Quack wäre die naheliegende Lösung, aber Dagobert hat genug von dessen Bruchlandungen. Selbst Gustav kann eine solche nicht verhindern! Da kommt das Angebot einer gewissen Gundula Gehaufsganze gerade recht, die kein Geld will. Dagobert ist wohl der einzige, der da nicht hellhörig wird!

Action in der Luft, auch Doofy darf mal eine Rolle spielen und Quack beweist Willensstärke. Schwächen gibt es aber auch: Gustav verschwindet grundlos aus der Handlung und der Schluss wirkt irgendwie unfertig. Ein, zwei Seiten mehr hätten nicht geschadet. Außerdem wurde die Farbgebung nicht überarbeitet.

Der König der Dinosaurier

Die Ducks wollen am Amazonas angeln, landen allerdings nach einer Irrfahrt durch eine Grotte in einem Tal mit Dinosauriern. Dort wurde der nette, aber etwas ängstliche König Desmond von einem brutalen Brontosaurus abgesetzt und ins Exil geschickt. Die Ducks wollen ihm nun helfen, seinen Thron zurückzuerobern, und verhindern, dass Bronto Desmonds Geliebte Sauretta zwangsheiratet.

Süüüüß! Aber, jetzt mal ehrlich: Sprechende Dinosaurier gehen mir deutlich zu weit. Eine Hommage an Max Kruses „Urmel aus dem Eis“ halte ich für unwahrscheinlich, obwohl die Dinosaurier (bis auf den Brontonsaurus) wirklich alle mehr wie Urmel als wie echte Dinosaurier aussehen. Der Amazonas ist in Wirklichkeit viel, viel breiter als hier dargestellt. Und die Queens of the Stone Age passen angesichts des „Familie Feuerstein“-artigen Szenarios zwar thematisch, gab es 1991 aber noch gar nicht – frage mich, was da im Original wohl stand?

Fazit:

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich die hier vorliegende Auswahl an DuckTales-Comics deutlich ansprechender finde als die DuckTales-Classics. Bedenkt man, dass jedes jener Alben fast schon so viel kostet wie dieser Premium-Band, und das für viel weniger Comics, so ist alleine das schon mal eine Empfehlung für Premium 21. Dennoch finde ich, dass das Premium auch für längere Geschichten geschaffen ist, und da wird hier im DT-Bereich (zu) wenig geboten. Besonders im Vergleich zu den DuckTales-LTBs 1 und 2.

Der nächste Band heißt laut Vorschau nun „Micky X – Das große Finale“ anstelle von „Micky X kämpft weiter“ (das Cover gefällt mir aber nach wie vor nicht wirklich). 492 Seiten passen aber nicht in einen Band. Ich hoffe mal, dass es nicht wirklich der letzte Band sein wird. Vielleicht produzieren die Italiener ja noch ein paar Geschichten? 2018 kam ja leider gar nix…

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Bewertung

LTB Premium 21 – Darkwing Duck trifft DuckTales

366 S., 9.95 € Darkwing Duck -- Neues aus St. Erpelsburg DW #5: Orange ist das neue Lila Rückblende: Die 2010 begonnene, sehr erfolgreiche Darkwing-Duck-Se

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Über Spectaculus 6 Artikel
Ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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