LTB Premium 019 – Angriff auf Micky X 5/5 (2)

Micky und Goofwolf flüchten vor einem Monster
LTB Premium 19 – Angriff auf Micky X

366 S., 9,95 €

Die Welt verschwindet

Der fünfte Micky-X-Band beginnt mit einem Paukenschlag: Eine schon fast vergessene Geschichte erfährt hier endlich ihre Fortsetzung! Erinnert sich noch jemand an Kropus? Der Bösewicht will der Union der Übeltäter diesmal mithilfe einer Art Zeitmaschine zur Macht verhelfen – das Gerät versetzt die Anderswelt Stück für Stück in die Vergangenheit. Micky, Goofwolf und die anderen tappen lange im Dunkeln, bis das Problem mithilfe von Mickys detektivischem Scharfsinn gelöst werden kann.

Roberto Vians Zeichnungen sind anders als bei “Erzittere, Monsterhausen!”, aber fraglos absolut genial. Der Geschichte hätten einige zusätzliche Seiten gut getan; so wird weder geklärt, wie Kropus es aus der Gefängnis-Dimension geschafft hat, noch wirkt die Gefahr am Ende wirklich abgewendet. Aber der Comic zeichnet sich durch andere Dinge aus: Fausto Vitaliano lässt hier nämlich schon seinen später legendären Humor durchblitzen – die verschiedenen Auffassungen von unterhaltsamen Dia-Abenden sind einfach nur köstlich!

In der Falle

Es geht auf hohem Niveau weiter – nicht unbedingt zeichnerisch, denn Riganos Bilder sind eher (zweck)mäßig, aber “In der Falle” erhöht den Gruselfaktor noch mal um ein Vielfaches: Micky und Goofwolf haben sich verfranzt. Aber während Micky gerne in einem Dorf Hilfe suchen würde, hält Goofwolf gar nichts davon (wie sich herausstellen wird, zu Recht). Stattdessen zieht es ihn bzw. sein Begleiter-Multitool in ein Haus auf der Spitze eines Berges. Und dann wird die Lage richtig brenzlig…

Sie kommen nachts

Oh, Paolo Mottura! Für PKNA hat er einige Beiträge gezeichnet, für Micky Mystery und Micky X aber nur jeweils einen Comic. Aber der hier hat es in sich: Micky und Goofwolf steigen nach einer langen Wanderung in den Bus, der sie in das Losttaal in die verlassene Stadt Meerseh bringen soll. Der Bus hat aber eine Panne und so muss schon wieder gewandert werden. Und das ausgerechnet im Losttaal, wo nachts die untoten Wandoror umgehen sollen… und genau das geschieht, als die Glocke läutet! Die Reisenden retten sich in das Rathaus. Da stellt sich heraus, dass einer von ihnen ein Geheimnis hat…

Die Geschichte ist heftig, aber sie wirkt vor allem durch die Zeichnungen. Mottura erweist sich hier nämlich als Großmeister des Grusels. Nicht ohne Grund wurden seine Zombies auch für das Cover verwendet (sie ersetzen das Auto von Alessandro Perinas Originalcover, das hier keinen Sinn gemacht hätte – bezieht es sich doch auf “Terrore sulla strada”, was erst im nächsten Band an der Reihe ist).

Die verschlossene Tür

Francesco Artibani, leider nicht im epischen Modus á la “Die 13. Etage” oder “Krimolds Herz”, sondern eher mit einer Gagstory im Stil von “313 Verschwindibus”. Dabei fängt es sehr vielversprechend an: Micky hat seinen Schlüssel verloren und geht deswegen noch mal zur Weißen Maus zurück (hatten wir das nicht schon mal?). Bargeul findet zwar keinen Schlüssel, er stellt ihm allerdings eine Freundin vor: Madame Zebú, ein wahrhaftiges Medium! Und diese mächtige Dame kann Micky nicht nur seinen Schlüssel, sondern auch gleich noch ein Portal direkt zur Haustür beschaffen. Aber dann passt der Schlüssel nicht…

Sehr ungewöhnlich, dass Micky mal richtig Pech hat. Vielleicht etwas für die Donald-Fans.

Paket mit Monster

Goofwolf bekommt ein Paket mit einem merkwürdigen Tonband zugeschickt. Goofwolf, Micky, Griffin und Gunnar wollen nun das Rätsel des merkwürdigen Bands lösen, haben da aber alle unterschiedliche Vorstellungen…

Puh, die Geschichte nervt. Völlig verkorkstes und unsinniges Hin und Her, das nur auf einen (relativ schwachen) Schlussgag hinausläuft. Muss nicht sein!

Außer Betrieb

Deutlich besser schlägt sich Teresa Radice direkt im Anschluss, obwohl die Geschichte nicht ohne Logiklücken (in meinen Augen sogar ziemlich gravierende) auskommt und Vians Zeichnungen deutlich schwächer sind als bei all seinen vorigen Micky-X-Folgen – sie wirken irgendwie leer.

Es beginnt mit einem Wiedersehen: Reginald Snobbs, der eingebildete Schnösel aus “Unsichtbare Bande” (LTB Premium 10), wurde dazu verdonnert, in der Universität von College City zu arbeiten und seine Schuld wiedergutzumachen. Als er Goofwolf auf dem Gelände erblickt, bekommt er Rachegelüste und klebt ihm unbemerkt einen Parasiten an, der bald in ein Regenrohr flutscht und anfängt, die Begleiter-Bulletins durcheinanderzubringen.

Der grobe Handlungsverlauf und die Charakterdarstellungen sind gut gelungen, aber es stören eben die Ungereimtheiten: Wenn das Wesen sich von Worten ernährt, wieso werden dann plötzlich ohne Zutun Portale geöffnet? So, wie ich das verstanden habe, wird in der Kontrollzentrale doch bloß registriert, welche Portale sich öffnen und schließen – und diese Information dann über die Regenrohre weitergeleitet. Selbst wenn in der Zentrale Portale kontrolliert würden, dürfte der Wortklau darauf eigentlich keinen Einfluss haben. Was mich zudem auch stört, ist diese merkwürdige Nebenhandlung rund um das komische Tier bei Snobbs. Ziemlich unmotiviert, wie ich finde.

Goofwolf XXVI (Portalpergamente)

Ich muss zugeben, dass mir Goofwolfs Leserbriefe gar nicht gefehlt haben. Aus irgendeinem Grund wurden in Premium 15 so dermaßen viele Folgen gedruckt, dass jetzt nicht mehr so viel übrig war. Diese Folge setzt direkt da an, wo die 25. im letzten Band aufgehört hat. Goofwolf erklärt noch ein paar mehr Dinge zu Monstermatch und den Portalpergamenten. Ganz witzig, aber das Spiel selbst stelle ich mir als einen echten Albtraum vor, mit dermaßen vielen Figuren und Sonderfeldern…

Zukunft mit kleinen Fehlern

Madame Zebú hat gleich ihren nächsten Auftritt, und es geht wieder sehr unsinnig übersinnlich zu: Goofwolf möchte von der Wahrsagerin erfahren, ob er seine nächste Prüfung bestehen wird oder nicht. Die Kristallkugel und die Tarotkarten (grandios!!!!) bringen keine Klarheit, deswegen greift man zum “Eimer der Wahrheit”. Und das geht schief. Und wie!

Schau mir in die Augen

Goofwolf und sein Lehrer, Wolfgang Altwolf, sind mal wieder auf der Suche nach einem bösartigen Monster. Auf Wolfenköttel ist vor Kurzem ein Junge namens Billywolf verschwunden, und Meister Altwolf hat Grund zur Sorge, denn in der Gegend soll ein Düsterer Wandler umgehen – eines der entsetzlichsten Monster der Anderswelt.

Bald hat man einen Verdacht, denn im Dorf Runneborg arbeitet eine Bedienung mit seltsamen Augen. Doch Verdana, so ihr Name, beteuert ihre Unschuld, und beinahe zu spät bemerkt auch Meister Altwolf seinen Fehler…

Wenn man Marco Bosco und speziell “Gruppenbild mit Vampir” kennt, auf das hier sogar direkt verwiesen wird, ist der Handlungsverlauf nicht so überraschend. Aber die packende, wirklich gruselige Inszenierung überzeugt gerade dank Roberto Vians Zeichnungen, und die Enthüllung ist für einen Disney-Comic zudem sehr drastisch. Ein kleiner Schwachpunkt dabei allerdings – die titelgebende Sache mit den Augen wird nicht ganz zufriedenstellend erklärt.

Goofwolf XXVII (Uhren)

Nach so viel geballter Düsternis kommen die Leserbriefe gerade recht (auch wenn es tatsächlich schon lange keine Leserbriefe mehr gab – “Goofwolf erzählt” wäre wohl der bessere Titel). Hier geht es um unmögliche Uhren, und Ferraris’ Zeichnungen bringen den Witz sehr gut rüber.

Verschollen in der Zeit

Toppersby entdeckt eine alte Filmrolle, auf der Micky und Goofwolf zu sehen sind – und sie halten ein Plakat hoch, auf dem sie nach Hilfe rufen… Goofwolf will nun verhindern, dass es zu der Filmaufnahme kommt, denn als Begleiteranwärter darf er eigentlich noch keine Reisenden durch die Zeit begleiten. Es kommt aber alles ein wenig anders…

Unlogisch. Dabei wäre das Zeitparadoxon eigentlich ein reizvolles Thema gewesen, aber auf eine solch unlogische Weise wie hier wird es wirklich selten umgesetzt. Und der Aufhänger hätte ruhig ein bisschen interessanter sein können.

Die Zeichnungen sind definitiv nicht von Silvio Camboni.

Der letzte Zug

Goofwolf ist völlig aufgelöst: Am Bahnhof ist sein Reisender (also Micky) plötzlich verschwunden! Welch ein Glück, dass er Wolfgang Altwolf und Verdana trifft. Meister Altwolf hat auch sofort eine Erklärung: Micky muss von einem Geisterzug in eine andere Dimension – die der Geister – entführt worden sein. Dort jedoch überlebt man, wenn man kein Geistwesen ist, nicht lange…

Tolles, temporeiches und angemessen gruseliges Abenteuer. Vians Zeichnungen sind erneut sehr gut, an ein paar Stellen wirken sie aber auch etwas leer.

Goofwolf XXVIII (Fortbewegungsmittel)

Goofwolf führt ein paar Fortbewegungsmittel der Anderswelt vor. Ganz witzig (v.a. die Übersetzung!), aber in den regulären Geschichten geht es nicht so dermaßen durchgeknallt zur Sache.

Gleicher Ort, gleiche Zeit

Es geht recht ungewöhnlich mit einer Reihe von merkwürdigen Gestalten los. Danach wird es aber recht platt und uninteressant, inklusive eines Fernrohrs, das natürlich nur in dieser Folge auf Goofwolfs Haus zu sehen ist. Langweilig! Lediglich die wunderbaren Zeichnungen von Alessio Coppola sorgen für ein bisschen Lesespaß.

Die List

Goofwolf wird von seinem Zahnarzt angerufen. An sich nicht unbedingt Grund zur Freude, und der tatsächliche Grund ist auch eher unerwartet: Ein anderer Patient namens Wehwolf soll vor der Behandlung in die Echo-Echo-Echo-Grotten geflohen sein. Ein Fall für Goofwolf!

Eine recht unterhaltsame Episode mit lustigen Echo-Echo-Echos und einer faustdicken Überraschung. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es bei “Kampf der Zauberer” ebenfalls Wesen gab, die Fledergrause hießen, und dabei recht anders aussehen.

Horror-Mall

Hier gibt es wieder eine Geschichte, die sich in das “große Ganze” eingliedert und ganz klar dort weitermacht, wo “Außer Betrieb” aufgehört hat. Micky und Goofwolf befinden sich noch in der Monster-Mall in Monsterhausen, als diese schließt – und plötzlich voller bösartiger Monster ist. Irgendwann ist den beiden klar, dass das ganze Einkaufszentrum nach Horror City teleportiert worden ist. Und dort treffen sie einen alten Bekannten wieder, der sich jedoch in einer neuen Rolle präsentiert…

Heftig, heftig. Stefano Ambrosio geizt hier wirklich nicht mit Schock-Elementen, die von Vian auch extrem schonungslos umgesetzt werden (man hat fast das Gefühl, dass ihm das alptraumhafte Szenario gefällt). Mehrere Seiten lang sieht es für den Leser so aus, als ob Micky und Goofwolf tatsächlich geschreddert wurden, und in der Szene erfährt man zudem, dass mit dem fürchterlichen Triturator ganz offensichtlich schon mehrere Menschen bzw. Monster umgebracht wurden (S. 319/320) – für einen Disneycomic wirklich sehr harter Tobak! Aber selbst ohne diese Überspitzung der Bedrohung wäre “Horror-Mall” eine der spannendsten und mitreißendsten Geschichten der Micky-X-Reihe. Man erfährt endlich mehr über die Union der Übeltäter, und eine finale Konfrontation scheint unausweichlich. Goofwolf wächst zudem über sich hinaus und hat am Ende sogar schon fast sein Begleiter-Diplom in der Tasche.

Nicht so schön: Die arg gewollte Anspielung auf den “Zauberer von Oz”, die in Mickys Mund sehr seltsam klingt, und die Tatsache, dass Vians Zeichnungen manchmal etwas zur Eckigkeit tendieren (z.B. am Ende – Missi hat er schon mal deutlich schöner gezeichnet…).

Goofwolf XXIX (Feste)

Diesmal werden ein paar Festivitäten vorgeführt. Man merkt schon deutlich, dass sich die Reihe ihrem Ende zuneigt.

Das Unmöglichwetter

Auch in der Anderswelt gibt es Wetterberichte. Und auch dafür werden Experten, Satelliten & Co. benötigt, oder nicht?

Ganz nett, aber sicher nicht weltbewegend. Schön, dass viele bekannte Figuren sinnvoll eingesetzt werden, und sogar eine vor längerer Zeit vorgestellte Sportart.

Die Abstellkammer

Und falls man denkt, dass es das mit den Fortsetzungen gewesen ist… kommt hier die Fortsetzung zu einer der ältesten Micky-X-Folgen (Achtung, mehrfache Spoiler!).

Es geht mit einer Seite los, die sofort Erinnerungen weckt – Argus Warmal war am Ende von “Die 13. Etage” in einer finsteren Zwischendimension gelandet. Dort steckt er noch immer fest. Szenenwechsel: Goofwolf, Meister Altwolf und Gandwolf der Weise sind auf dem Weg zum großen Begleiter-Treffen im Tückenturm. Dort treffen sie Toppersby wieder und laufen an einer merkwürdigen Tür ohne Griff vorbei. Toppersby erklärt Goofwolf, dass sich dahinter die “Abstellkammer alles Abgelegten” befinde – ein Raum, der sich nur dann öffnet, wenn sich jemand spontan an etwas erinnert, das dort gelandet ist (woher er das weiß? Viele von Toppersbys Objekten im “Haus der Irrtümer” stammen von dort!). Langsam kollidieren die beiden Handlungsstränge…

Die Geschichte ist gut, aber nicht überragend und kann somit qualitativ nicht ganz an “Die 13. Etage” anknüpfen – das liegt einerseits an den eher durchschnittlichen Zeichnungen von Mazzarello, andererseits am Skript, aus dem Artibani sicher noch mehr herausgeholt hätte. Alleine der verpeilte Sicherheitstechniker hätte in meinen Augen noch deutlich mehr komisches Potenzial gehabt. Insgesamt dennoch ein Highlight kurz vor Schluss des Bandes.

Goofwolf XXX (Abschied)

Es endet mit einem Abschied – aber keine Angst, es wird noch mindestens einen weiteren Micky-X-Band geben. Immerhin fehlt von der 30-teiligen Albenreihe noch das zweiteilige große Finale sowie die “Chroniken von Invisibilia”, und dann gibt es ja noch eine Menge Micky-X-Geschichten aus dem Topolino – ingesamt also fast 500 Seiten.

Hier jedenfalls verabschieden sich einige Figuren von Goofwolf (bis auf Griffin übrigens keinerlei bekannte!), warum, wird dem Leser aber nicht ganz klar.

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Ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.