LTB Premium 006 – Micky X ist wieder da! 4/5 (1)

376 Seiten, Preis: 9,95 €

Hinter der Maske

An Halloween öffnet Toppersby eine merkwürdige Maske, die ihn nicht nur böse macht, sondern ihm auch noch Zauberkräfte gibt. Fortan verwandelt er verkleidete Menschen in das, was sie darstellen. Konkret: Ein Mann mit Laken wird zum Gespenst, ein Spider-Man hängt im Spinnennetz, eine Gruppe Hexen fliegt davon. Währenddessen erhalten Micky und Goofwolf einen Anruf von Missi, die erklärt, dass man Toppersby die Maske unbedingt vor Sonnenaufgang abnehmen müsse, weil sie ihn sonst für immer kontrollieren werde. Die Lage wird nicht dadurch vereinfacht, dass die große Halloween-Party völlig außer Kontrolle gerät…

Dass ich Cordara nicht so sehr schätze (besonders in Kombination mit Roberto Vian – warum? Schaut euch mal die Doppelseite 40/41 an!), habe ich anderswo schon mal erwähnt. Immerhin hat er hier aus der Not eine Tugend gemacht – dass eine Figur “out of character” agiert, ist diesmal Teil des Konzepts. Trotzdem mag ich wiederum nicht, wie er Minni oder Mack und Muck darstellt. Über den entscheidenden Twist kann man streiten (er kommt auch in einer Indiana-Goof-Geschichte und in “Musik, Maestro!” – siehe LTB Premium 10 – vor), der Schlussgag ist aber wirklich schwach.

 

Goofwolf VI (Vergnügungsparks)

Goofwolf nimmt die Leser mit in den Lunatic Park. Dort wird man von Zerrspiegeln verzerrt und in Onkel Grongos Wurfbude als Zielscheibe missbraucht!

 

Was, wenn’s wahr wäre?

Micky wacht auf und findet einen Postboten in seiner Küche vor, der Salz auf dem Boden verstreut. Die Erklärung? Während einer Sonnenfinsternis können komische Dinge passieren, z.B. ein Myxtir in unsere Dimension eindringen…

Na ja. Immerhin ein konsequenter Schluss.

 

Goofwolf VII (Halloween)

Goofwolf erklärt, wie das mit Halloween so in der Anderswelt abläuft. Dann wird er von kriminellen Kürbissen tyrannisiert…

 

Ein (Alb)Traumtag

Wer wollte schon immer mal wissen, wie ein typischer Tag von Portalwächterin Missi aussieht? Nun, hier geht es in erster Linie um ihre Haushälterin Griseldis Zucker und womit die sich so den lieben langen Tag herumschlagen muss. Aber alles sehr aufschlussreich.

 

Erzittere, Monsterhausen!

Es geht ähnlich los wie in den diversen Leserbrief-Folgen: Goofwolf plaudert aus dem Nähkästchen. Bei einem Spaziergang in Wolfenköttel trifft er seinen Lehrer, Wolfgang Altwolf, der ihm gleich mal ein paar Lektionen verpasst. Dann bekommt er über das Begleiter-Bulletin die Nachricht, dass ein Monster aus Horror City gerade Monsterhausen terrorisiert. Verantwortlich dafür ist die Union der Übeltäter, die Kropus dorthin entsandt hat – mithilfe eines gefährlichen Handschuhs kann er alle wichtigen Amtsträger von Monsterhausen verschwinden lassen und in eine Gefängnis-Dimension transportieren. Goofwolf und Micky ermitteln nun, aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Direkt vor ihren Augen verschwinden nämlich weitere wichtige Persönlichkeiten…

Einer der seltenen Fälle, wo mir mal ein bisschen zu viele Seiten vorhanden sind. Am Anfang gibt es sehr viel Vorgeplänkel, und der Quatsch mit dem verfaulten Obst am Ende hätte wirklich nicht sein müssen. Ansonsten eigentlich eine großartige Geschichte. Der Lesespaß wird durch dämliche Übersetzungsvignetten wie “Holla, die böse Waldfee!” (diesen Spruch versucht Michael Bregel wohl auf Biegen und Brechen in jeden Comic einzubauen) oder “Gefangenentransport mal anders – beam mich runter, Kropus!” etwas getrübt.

 

Goofwolf VIII (Kühle Dinge)

Goofwolf referiert über ungebetene Gäste in Kühlschränken und andere kühle Dinge. Ganz witzig, vor allem wegen Hulda und Wilfried.

 

Das Geheimnis des Fahrers

Missis namenloser (?) Chauffeur tauchte schon früh in “Wettstreit des Grauens” (LTB Premium 3) auf und hatte auch da schon einen Schraubenschlüssel im Anschlag. Warum, das erfahren Micky und Goofwolf hier von Missi, die erzählt, wie sie die Erklärung herausgefunden hat…

Es war an einem Abend, als Missi ihrem gesamten Personal freigegeben hatte, aber plötzlich merkt, dass sie noch zu einem Klassentreffen muss. Als fähige Portalwächterin hat sie natürlich nicht nur einen Chauffeur, sondern auch selbst einen Führerschein – also ab in den Phantom Triturbo und über die Straßen geflitzt! (Überhaupt ist sie hier sehr sympathisch dargestellt.) Nur, wenn das Auto dann auf einem schlechten Feldweg stehen bleibt und Geräusche von sich gibt, dann ist guter Rat teuer!

Interessant und gut erzählt, von Marco Gervasio sehr ansprechend umgesetzt.

 

Das Weihnachtsgeschenk

Micky will Goofwolf etwas zu Weihnachten schenken, weiß aber nicht, was. Deswegen fragt er erst Bargeul und danach Toppersby, der selbst auch nicht so recht weiß, was Goofwolf sich wünscht. Gemeinsam wollen sie Goofwolf deswegen ein wenig beschatten und – wie vorhersehbar – geraten dabei in jede Menge Ärger. Und wie bei Cordara üblich, sind Menschen, ähm Monster einfach so bösartig, übel drauf und nervig (Micky und Toppersby werden gleich bei ihrer Ankunft in Wolfenköttel mal eben verprügelt, im Bus wird Micky übel gedemütigt, nur weil er mit Talern bezahlen wollte). Spannend wird es, als plötzlich Goofwolf von drei Typen mit Kapuzen entführt wird…

Immerhin wird ein Element vom Anfang der Handlung am Ende wieder relevant, und das Paxi sowie die Kitzelkarpfen sind lustig. Der Schluss”gag” ist aber mal wieder zum Schwarzärgern.

Kleine Merkwürdigkeit am Rande: Toppersby erklärt, dass er Goofwolf ein zahmes Raubbuch schenken möchte. Es bleibt aber unklar, ob es sich dabei um Librus handelt, den wir ja schon in “Erzittere, Monsterhausen!” (S. 96, S. 100, S. 135) mal kurz gesehen haben. Möglich ist es natürlich trotzdem, denn die Folgen bauen ja nicht alle direkt aufeinander auf und sind daher auch nicht eindeutig in ihrer Reihenfolge festgelegt.

 

Goofwolf IX (Jahreswechsel)

Wie wird Silvester in der Anderswelt gefeiert? Goofwolf erklärt es… Interessant.

 

Jenseits der Leinwand

Goofwolf ist sehr besorgt, denn Jeremy ist verschwunden! Jeremy wer? Na ja, der Bewohner des Bildes, das in Goofwolfs Zimmer hängt. Ein Fall für einen Detektiv, und wer wäre dafür besser geeignet als Micky? Allerdings sind Ermittlungen in einem Gemälde auch für Micky alles andere als alltäglich.

Falsche Künstlerangaben: Die Geschichte ist nicht von Augusto Macchetto und Andrea Ferraris (wohl von der vorigen Story kopiert), sondern von Stefano Ambrosio und Alessio Coppola. Coppolas schöne, sehr an Cavazzano erinnernde Zeichnungen sind mal wieder ein echter Hingucker.

 

Ein Buh aus Horror City

Im Prinzip haben wir es hier mit einer ähnlichen Konstellation wie bei “Erzittere, Monsterhausen!” zu tun. Diesmal geht es um einen Einzeltäter aus Horror City namens Drake, der bereits viele Andersweltler mit minderwertiger Ware abgezockt hat. Micky, Goofwolf, Frosti, Hobi und Bargeul entschließen sich, den Betrüger aufzuspüren und ihm die ergaunerten Familienerbstücke wieder abzuluchsen. Da Micky der einzige aus der Gruppe ist, den Drake noch nicht kennt, muss er Mister Monster spielen und Drake ablenken. Das gibt Schwierigkeiten – alleine schon die Anreise nach Horror City ist nicht ganz einfach, denn: Wer nach Horror City will, muss beweisen, dass er böse ist, zumindest ein bisschen…

Viele interessante Ideen, aus denen man aber sicher noch mehr hätte herausholen können.

Falsche Künstlerangaben: Die Geschichte ist nicht von Gianfranco Cordara und Silvio Camboni, sondern von Stefano Ambrosio und Andrea Ferraris.

 

Goofwolf X (Anderswelt-Briefmarken)

Dass es in der Anderswelt unsichtbare Postboten gibt, wissen wir bereits. Aber wie werden Briefe und Päckchen frankiert? Die Antwort ist wie üblich überraschend und auch ein wenig unappetitlich. Außerdem kann man selbst mal eben frankiert und zum Paket werden…

 

Ein Mond, ein Herz und eine Seele

Eine wirklich anrührende Liebesgeschichte von den Top-Künstlern Bruno Enna und Marco Palazzi: Goofwolf erzählt davon, wie er die schöne Luna-Lu kennen gelernt und sich in sie verliebt hat. Das rührt selbst den stärksten Müllmann zu Tränen…

 

Ein Abend in der Weißen Maus

Bargeul erzählt, was so alles in der “Weißen Maus” los sein kann. Die Geschichte geht mit einer scheinbar harmlosen Fernbedienung los, die von Goofwolf mitgebracht wurde, jedoch von Wallenstein (dem Maskottchen der Kneipe) geschnappt wird. Als das merkwürdige Tier auf der Fernbedienung herumkaut, fliegt die ganze Kneipe plötzlich los: Das Ding ist in Wahrheit nämlich ein Gerät, mit dem man zwischen den Dimensionen wechseln kann… Und so beginnt eine rasante Verfolgungsjagd, während die “Weiße Maus” an vielen bekannten und auch einigen unbekannten Orten landet. Aufregend, überraschend und lustig!

 

Ohne Ende

Micky begegnet in Toppersbys Laden einem flügellahmen Raubbuch, das über den Boden schlurft. Als Micky sagt, dass er sich gerne alternative Enden für Bücher ausgedacht hat, stürzt sich das Buch auf ihn und verschlingt ihn! Nun ist Micky die Hauptfigur in einem Krimi namens “Das Opfer” von Lord Bleyton – gefangen in einem unheimlichen Anwesen und umgeben von gefährlichen Feinden…

Unheimlich, düster und spannend – und mit einem sehr gelungenen Schluss gesegnet, ist “Ohne Ende” tatsächlich ein sehr gutes Ende für den zweiten Premium-Band mit Micky.

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Ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.