LTB Mini-Pocket 7

Preis: 4,95€, 304 S.

Die geheime Zutat

Dagobert wird von Donald in eine Pizzeria eingeladen und kommt dort auf die Idee, dem Pizzabäcker Beppo einen Kredit für den Ausbau seines Lokals zu gewähren. Wenn Beppo das Geld nicht bis zum Monatsende zurückzahlt, dann wird Dagobert Teilhaber und bekommt Einblick in das “geheime Rezept”, das die Pizzen so lecker macht. Im Laufe der Zeit steigert sich Dagobert jedoch immer mehr hinein und Beppo kann das Geld am Monatsende nicht zurückzahlen…

Eine etwas merkwürdige Geschichte. Die Pointe ist sympathisch (wenn auch ein wenig vorhersehbar), aber Dagoberts Motivation an sich wenig nachvollziehbar. Und Episoden aus seinem Leben zwischen den Pizzabesuchen zu zeigen, erhöht zwar die Seitenzahl, spielt aber für die Geschichte eigentlich keine Rolle.

Die verrückte Reise in einer Waschmaschine

Der Titel sagt eigentlich schon alles. Normalerweise kommen solche Abstrusitäten aus Dänemark. Tick, Trick und Track haben Haushaltsgeräte im Garten zu einer Rakete aufeinandergestapelt und spielen Astronauten. Nach einem ersten Fehlstart (nur Donald hebt ab und landet im Garten) befiehlt Donald ihnen, damit aufzuhören. Doch die Neffen hören nicht auf ihn, Donald klettert in den Kühlschrank und befindet sich gerade in der Waschmaschine, als die Rakete dank Daniel Düsentriebs Verbesserungen tatsächlich abhebt!

Was danach kommt, ist höchstens als Parodie akzeptabel: Donald landet auf einem Planeten und begegnet einer außerirdischen Prinzessin mit enormem Männerverbrauch, die sich in ihn verliebt. Düsentrieb und die Jungs fliegen ihm hinterher, woraufhin die Prinzessin sich in Düsi verliebt. Beide Männer werden schließlich von einem anderen Außerirdischen verprügelt und ins Gefängnis geworfen, und am Ende streiten sich Donald und Düsentrieb darum, wer von ihnen der Hübschere ist. Na ja…

Ein Geldhai hinter Gittern

Dagobert hat eine bislang unberührte Karibikinsel gekauft und will diese trotz Protesten seiner Neffen in einen Urlaubsort umwandeln. Tick, Trick und Track liegt dabei besonders das Schicksal der seltenen Langschwanzpagageien am Herzen, die ihr Onkel ganz unsentimental in einen Käfig sperren will. Dagobert hat bereits in einem (ungewöhnlich protzigen) Schlösschen Ingenieure und Architekten versammelt, als plötzlich Außerirdische landen, das Schloss und den Park plattmachen, die Landschaft in ihrem Sinn umgestalten und alle Menschen in Käfige sperren!

Eine sympathische Umweltschutz-Geschichte mit praktischer Anwendung der berühmten “Goldenen Regel”, auch wenn die Auflösung anhand gewisser Andeutungen nicht ganz überraschend kommt.

Die Abenteurer des Jahres

Indiana Goof und Micky machen bei einem Abenteurer-Wettbewerb mit. Die Aufgabe: Mitten im Dschungel auf der Insel Takatiki ausgesetzt, die Küste erreichen und mit einen selbstgebauten Boot nach Entenhausen zurückfahren!

Story etwas gewöhnlich, stechen besonders Roberto Vians markante Zeichnungen hervor.

Nachtwächters Leid

Barbucci-Einseiter mit simpler Pointe: Donald, als Museums-Nachtwächter angestellt, ist kurz vorm Einschlafen und findet dann einen Weg, wach zu bleiben…

Einschlaf-Lektüre

Lustige, aber extrem übertriebene Geschichte über Donalds Schriftsteller-Ambitionen. Nachdem sich alle in Entenhausen vor dem “Sumpfmonster” von Gruselautor Edgar Grusel gruseln, denkt sich Donald “Das kann ich auch!”. Erste Versuche enden mit einer Amokfahrt durch den Stadtpark (mit Fallschirm im Gesicht) im Brunnen (!) und in einer unendlichen Papierflut, bevor das fertige Produkt “Mein Entenhausen” schließlich auf verschlungenen Wegen zu Dagoberts Verlag kommt. Das Buch entpuppt sich als echte Schlafpille – aber es geht noch weiter: Die Panzerknacker (!) machen sich das einschläfernde Potenzial von Donalds Machwerk zunutze! Unrealistisch, aber immerhin witzig.

EIN FALL FÜR MICKY: Die Erbschaft

Privatdetektiv Micky wird gerufen, weil eine Erbschaft scheinbar spurlos verschwunden ist. Die Erben des wohlhabenden Richard Reineke haben bei ihrer Suche bereits die Villa auf den Kopf gestellt. Außerdem verschwinden dort immer wieder kleinere Gegenstände. Wie hängt das alles zusammen…?

Ein sehr klassischer Krimi, bei den Mickys Gespür und detektivische Fähigkeiten gefragt sind. Xavis Zeichnungen sind ziemlich gut, gerade verglichen mit seinen späteren “Werken”. Nur der Briefmarkenhändler Peter Porto mit seinem Briefmarkengesicht (viereckiger Bart!) geht mir ein bisschen zu weit. Glücklicherweise herrscht eine verglichen mit anderen EFFM-Folgen nicht ganz so düstere Grundstimmung vor.

Au Backe!

Sehr witziger Einseiter mit Indiana Goof von den Top-Künstlern Bruno Sarda und Roberto Vian: Indiana sitzt Im Wartezimmer des Zahnarztes. Aber ob der da noch was richten kann?

Der Maßanzug

Kleider machen Leute, heißt es immer. Warum Donald Filialleiter ist, wird nicht erklärt, dass sein Vorsitzender, Onkel Dagobert, Wert auf eine angemessene Bekleidung bei Sitzungen legt, dagegen schon, jedoch ist das nicht so einfach, wenn man Donald heißt…

Ein schlimmer Verdacht

Großartig! Ich denke nicht, dass ich mich weit aus dem Fenster lehne, wenn ich diese Geschichte als Highlight des Bandes bezeichne. Dass es interessant wird, wenn Micky und Goofy mit den Professoren Marlin und Zapotek zu tun haben, sollte bekannt sein. Aber hier wird’s wirklich schräg: Kurz nachdem Marlin Scherze darüber gemacht hat, dass man doch die Zeitmaschine verwenden könnte, um bei Fußballwetten abzusahnen, ist das Datum der Zeitmaschine verstellt. Zapotek schießt sich sehr schnell auf Marlin als Wettbetrüger ein und auch Micky ist verunsichert. Die Paranoia gipfelt in unglaublichen Sätzen wie “…Und Zapotek? Wäre es diesem berühmten Archäologen zuzutrauen, dass… ––– Aber was red’ ich denn da? Zapotek… das bin doch ich!” und Mickys “Das endet noch damit, dass ich glaube, ich selbst wäre es gewesen!”

Und ohne der Geschichte ihre Pointe rauben zu wollen: Die Auflösung ist so unerwartet wie genial und liefert gleich zwei faustdicke Überraschungen. Selten einen so clever konstruierten Plot gelesen. Chapeau, Bruno Concina!

Gigi Piras’ Zeichnungen sind irgendwo zwischen Cavazzano, De Vita und Mastantuono angesiedelt, also ebenfalls sehr gut.

Das Theatergenie

Dussel spielt sich als genialer Theaterregisseur auf und erhält tatsächlich den Auftrag, ein Theaterstück zu inszenieren. Ohne Budget, ohne Drehbuch, ohne Schauspieler (außer Dussel selbst sowie Donald und Gustav)? Das kann nur in einer Katastrophe enden – aber auf dem Weg dahin nimmt man noch ein paar lustige Gags mit. Intinis Zeichnungen passen, lassen mich aber nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen.

Der gepunktete Elefant

“Oh! Ich glaub’, da kommt noch ein Nashorn!” – “Irrtum! Das war nur Onkel Donald!”

Eine Geschichte, die so dermaßen klassisch barksig ist, dass man schon fast von einem Plagiat sprechen könnte. Klaas Klever stiftet dem Entenhausener Zoo ein Panda-Pärchen, woraufhin Dagobert sich unter Zugzwang wähnt und erst einen Königstiger und danach ein einhörniges Nashorn einfängt. Aber jedes Mal kommt ihm Klever zuvor, sodass Dagobert die Tiere wieder freilässt. Dann wird er von einem Einheimischen auf die Fährte eines gepunkteten (!) Elefanten geführt…

Überhaupt nicht innovativ, aber nett zu lesen.

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Ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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