LTB Mini-Pocket 3: Micky Maus

4,50 €, 304 S.

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Affenzirkus

Eine bis dato unveröffentlichte dänische Geschichte mit Micky in kurzer Hose, und wenig überraschend sind dann Szenen wie Seite 36-38: Micky reitet auf einem Torpedo durchs Wasser und scheint auch noch Spaß dabei zu haben. Oh je! Immerhin scheint die Sprechblase „Gib auf, du Kasper!“ anzudeuten, dass die Kritik an diesem „neuen“ verantwortungslosen Micky auch hier nicht spurlos an den Übersetzern vorbeigegangen ist.

Die Story an sich ist nicht die schlechteste, die von Andreas Pihl je kam, aber sie ist auch nicht sonderlich überzeugend, was auch von Gonzalez‘ Zeichnungen gesagt werden kann (Mickys Gesicht auf Seite 26, uargh!). Es geht um einen ziemlich abgedrehten Wissenschaftler namens Professor Mysterius und seinen Affen Leonardo. Dieser Mysterius ist davon überzeugt, dass sein Affe von Invasoren, die am Meeresboden leben, nach oben geschickt wurde, um die Zivilisation auszukundschaften. Auch sonst scheint er ein Anhänger von Verschwörungstheorien zu sein. Micky gewinnt zwar sein Vertrauen und arbeitet fortan als „Affen-Sitter“, aber die Sache wird nicht besser, als dumme Piraten eingreifen und den Professor entführen.

Am Ende fragt man sich, was einem die Geschichte eigentlich sagen will. Die Piraten landen im Gefängnis, aber der billige Schlussgag macht mit seiner Auflösung alles zunichte, was Micky vorher mühsam dem Professor versucht hat zu erklären. Die Chance, aus einer durchaus interessanten Ausgangslage eine gute Geschichte zu stricken, wurde damit (wieder einmal) ordentlich vergeigt.

Der entführte Komet

(Nachdruck aus LTB 218)

Das ist Micky Maus, wie ich ihn kenne und liebe! Diese Geschichte ist im Prinzip der erste Teil einer von Fabio Michelini geschriebenen Serie, die mir immer recht gut gefallen hat – auch wenn die Darstellung von Gamma als Außerirdischem manchem nicht gefallen wird (im Original ist er ja ein Mensch aus der Zukunft).

Gamma ist mit seinem Raumschiff unterwegs, als er eine Kollision mit einem Meteoren hat. Er schafft es noch, auf einem Planeten in der Spiralwolke zu landen, wo er einen Kometenkindergarten besucht, während sein Raumschiff repariert wird. Dort freundet er sich mit dem Kometenmädchen Beta an, das dort mit seinen Scherzen Unruhe stiftet.

Zwar hat Gamma seine Beta verloren, als er bei Micky aufkreuzt, doch die beiden finden recht schnell wieder zueinander. Mit der Freundschaft zwischen Pluto und Beta klappt es auch erst im zweiten Anlauf, doch mit ihrem Zauberpulver kann Beta sowohl Wesen zum Schweben als auch eine kahle Wiese zum Blühen bringen. Letzteres wird allerdings von ener merkwürdigen Blumentussi gesehen, die offenbar Übles mit dem kleinen Kometen vorhat. Die Lage spitzt sich zu, als Beta verschwunden ist und Micky, Gamma und Pluto auf der Suche nach ihr von der fiesen Blumentante und ihrem Kaktusroboter gefangen genommen werden…

Massimo De Vitas Zeichnungen sind ohne Fehl und Tadel. Auch der Schlussgag spielt in einer ganz anderen Liga als der von der vorigen Story.

Der Berg des Lichts

Micky bekommt einen Stein von seinem Freund Sandy Sanders aus den Anden geschickt und reist flugs in die Gegend. Dort stellt sich heraus, dass der „Berg des Lichts“ tatsächlich einen Teleporter beinhaltet, mit dem Außerirdische zur Erde vordringen und eine Invasion starten wollen. Auf einer kleinen Tropeninsel suchen Micky und Sandy daraufhin einen galaktischen Agenten, der die Bedrohung abwenden kann. Leider ist dieser Agent ein ziemlicher Wirrkopf, der sich unklar ausdrückt und gerne lebensechte Modelle des Kolosseums aus Streichhölzern baut!

Ulkige Geschichte, die Bedrohung und skurrilen Humor miteinander verbindet.

Ausgetrickst!

(Nachdruck aus LTB 232)

Wie schafft man es, einen wasserscheuen Hund (Pluto) zu baden? Micky erklärt es Mack und Muck…

Je kürzer die dänischen Geschichten, desto besser!

Der weiße Elefant

(Nachdruck aus LTB 138)

Ein exotisches Abenteuer rund um den verschwundenen weißen Elefanten des Maharadschas von Kangalore und Thugs, die Micky und Major Thompson den Krokodilen zum Fraß vorwerfen wollen.

Duplikator

(Angeblich Nachdruck aus LTB 212, dort finde ich dem Comic aber nicht!)

Siebenseitige Kurzgeschichte, die erst heftig Verunsicherung aufbaut, und dann sehr lustig aufgelöst wird: Micky wird dupliziert… mehr kann ich nicht verraten, ohne die Auflösung zu ruinieren.

Der Gedächtnislöscher

(Nachdruck aus LTB 195)

Eines von Carlo Panaros Meisterwerken, der zu dieser Zeit wirklich in Hochform war – ich erinnere nur an „Eine tödliche Falle“ (LTB 188).

Micky und Goofy werden von Mega-TV-Chef Ted Telekast ins Fernsehstudio eingeladen und treffen dort erstmal auf jede Menge Fernsehgesichter, bevor sie einen Stret zwischen Autor/Ideenlieferant Ron Reiser und Regisseur Tim Teiming mitbekommen. Ron Reiser will eine Sendung mit Micky und Goofy aufziehen und lädt die beiden zu sich nach Hause ein. Doch am nächsten Tag wirkt Reiser verwirrt und scheint die letzten sechs Monate seines Gedächtnisses verloren zu haben! Besonders blöd, wenn doch alle auf das Konzept für die neue Samstagabend-Show warten. Und Ted Telekast hat eine Nachricht bekommen – unterzeichnet „Der Gedächtnislöscher“. Er hat auch gleich seinen Konkurrenten Neithart Nettwörk im Verdacht. Micky wiederum hat ein Blumenkohl-Bonbon auf dem Boden gefunden, wie sie Tim Teiming so gerne lutscht. Als Reiser dann in einem Fernsehinterview Teile seines Gedächtnisses wiederfindet, ist Meisterdetektiv Micky klar: Der Gedächtnislöscher wird erneut zuschlagen! Da könnte man dem unheimlichen Unbekannten doch eine Falle stellen…

Großartig aufgebauter Kriminalfall mit herrlichen Gags und jeder Menge falscher Fährten, von Corrado Mastantuono kongenial in Szene gesetzt.

Ein Fall für Micky: Das Geheimnis des Grafen

Mit einer dänischen (Kaschperl)Geschichte ging es los, mit einer dänischen Detektivgeschichte endet es. Zwar ist es die längste Story des Bandes, aber so richtig warm werde ich damit nicht. Die Platzierung nach dem vor Lebendigkeit und Einfallsreichtum geradezu platzenden „Gedächtnislöscher“ ist auch nicht gerade gut, denn die Geschichte mag zwar noch komplexer sein, kommt aber leider ohne jeglichen Humor aus, und es gibt wenig sympathische Charaktere. Miguels Zeichnungen sind zwar noch nicht so vollendet scheußlich wie später, aber auch nicht besonders schön. Wobei: Zu den düsteren Szenen wie auf Seite 270 passt sein Stil wie die Faust aufs Auge.

Es geht um einen aus der Ägypten-Ausstellung gestohlenen Papyrus (der sich nach einer bestimmten Zeit auflöst, wenn er nicht mit einem Konservierungsmittel behandelt wird), einen beim Anblick einer Mumie in Ohnmacht gefallenen Kurator und das seltsame „Jogger-Virus“ – Jogger brechen zusammen und fallen ins Koma. Was hat das alles mit dem verschwundenen Graf mit dem seltsamen Namen Alucard (!), der von seiner lichtscheuen Frau gesucht wird, zu tun? Und warum landen immer mehr ältere Herrschaften mit komplizierten Beinbrüchen im Krankenhaus?

Immerhin: Am Ende wird alles schlüssig aufgelöst und die drei unterschiedlichen Handlungsstränge werden zusammengeführt. Aber die Erklärung für das seltsame Verhalten von Frau Alucard, sprich der gesamte persönliche Hintergrund der Familie, wirkt auf mich doch extrem konstruiert.

Bewertung

Über Spectaculus 7 Artikel
Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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