LTB Mini-Pocket 2: Dagobert Duck

4,50 €, 306 Seiten

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Doppelt falsches Spiel

Ein ominöser Wissenschaftler namens Dr. Doppler mitsamt seinem Klon führt Dagobert Duck seinen Klon vor. Dagobert lässt sich überzeugen und öfters von dem Klon vertreten. Donald jedoch ist die Sache nicht ganz geheuer. Tatsächlich entpuppt sich der „Klon“ als Schauspieler und die doppelten Doppler als Zwillinge. Bloß, wie kann man den echten Dagobert davon überzeugen?

Stefan Petrucha gehört zu den Vielschreibern unter den dänischen Autoren und das Thema „Doppelgänger“ hat er mit Micky mehrfach durchdekliniert. Fecchis Zeichnungen sind aber auch ganz in Ordnung. Der englische Originaltitel „Cloned Again, Unnaturally“ ist übrigens eine skurrile Verwurstung des traurigen Gilbert-O’Sullivan-Songs „Alone Again, Naturally“.

Der Kiwi-Krieg

(Nachdruck aus LTB 118)

Klaas Klever kauft Kiwis von Dagobert Duck, wobei beide nicht wissen, mit wem sie da ein Geschäft getätigt haben. Problematisch wird es, wenn das Kühlaggregat auf dem Kiwidampfer ausfällt und die Kiwis viel zu früh reif werden. Doch Klever macht seinem Namen alle Ehre und überlegt sich einen trickreichen Plan, Dagobert Duck reinzulegen. Erst lässt er alle Kiwis an der Börse aufkaufen, sodass der Preis enorm steigt. Dann taucht er in Verkleidung bei Onkel Dagobert auf und verkauft ihm seine Kiwis zurück. Schließlich weist er seinen Sekretär an, alle Kiwis wieder zu verkaufen. Dagobert merkt, dass da irgendetwas nicht in Ordnung ist und schickt seine Neffen auf hohe See. Zwar kapieren sie erst nicht, wo das Problem liegt, kommen dann aber auch auf die Lösung, sodass die Kiwis nicht ins Meer gekippt werden müssen!

Nein!

Typischer schwacher Faccini-Einseiter mit sehr dünner Pointe. Donald beschwert sich mal wieder bei Dagobert, weil er gerne anspruchsvollere Aufgaben hätte als Münzen polieren und Fenster wischen.

Die schwimmenden Felder

(Nachdruck aus LTB 83)

Das Wetter spielt völlig verrückt: Am Strand liegt Schnee, in den Bergen ist es heiß und dann schüttet es plötzlich wie aus Kübeln. Nicht nur Donald und seine drei Neffen sind aufgebracht, auch Onkel Dagobert – dessen Touristikunternehmen genauso leiden wie seine Landwirtschaftsbetriebe. Und das ausgerechnet jetzt, wo er eigentlich sein Korn und Gemüse gegen das Erdöl eines Emirs eintauschen wollte!

Dann bringt ihn Donald unabsichtlich auf eine Idee: Warum nicht die Touristen und die Felder auf Flößen von Schiffen ins jeweils günstige Klima ziehen lassen? Und wenn man es geschickt anstellt, kann man sogar die Touristen zur Feldarbeit bringen… Aber Dagobert hat die Rechnung ohne Klaas Klever gemacht, der die Panzerknacker auf die „schwimmenden Felder“ ansetzt.

Abenteuer-Urlaub für Millionäre

(Nachdruck aus LTB 122)

Donald soll Millionäre auf Trekking-Touren durch den Urwald führen. Klaas Klever wurde von Veranstalter Dagobert Duck jedoch nicht eingeladen, weshalb er sich ins Flugzeug schleicht und später die Tour sabotiert.

Eine treue Seele

(Nachdruck aus LTB 200)

Donald und Dussel sollen endlich einen Knüller für die Zeitung liefern und landen in einem Hotel in der Wüste. Dort passt ein alter Kerl namens Billy schon seit ewiger Zeit auf das Hotel auf und wartet immer noch darauf, dass sein Chef zurückkommt – nach sechzig Jahren…

Donald und Dussel kommen hier am Ende nicht gut weg, und dass ein Mensch sechzig Jahre alleine in der Wüste lebt, ist auch nicht so schön (obwohl Billy behauptet, dass er sich dort wohlfühlt).

Fantastische Zinsen gehen in die Binsen

(Nachdruck aus LTB 205)

Vielleicht der beste Andersen aller Zeiten – wobei neben Früh-Flemmings großartigen Zeichnungen (expressiv, aber nicht brutal oder gewalttätig – im Gegenteil sogar ziemlich klassisch) auch sehr viel an Huck Akins ausgefeilter Story liegt.

Die Gebrüder Eberlein (Hans-Erwin, Karl-Emil und Paul-Edwin) eröffnen in Entenhausen eine Bank. Gleichzeitig verdient Donald gerade Geld damit, dass er mithilfe seiner Neffen spezielle, sehr wirksame Angelköder baut. Das Geld will die Familie in einen Luxusurlaub „investieren“. Als Donald die Schecks zur Bank bringen will, stößt er auf die eben eröffnete Sparkasse Eberlein, die allen Ernstes behaupten, sie gäben zehn Prozent Zinsen auf die Sparanlagen ihrer Kunden – und zwar pro Tag!!! Nicht lange danach bekommt Dagobert Wind von der Sache, und ganz Entenhausen hat bereits sein sauer Erspartes bei den Eberleins angelegt. Da will Dagobert natürlich nicht zurückstehen und bringt den gesamten Inhalt seines Geldspeichers zu der Super-Sparkasse. Anstelle des Luxusurlaubs fahren alle fünf Ducks dann nach Bergwalden zum Camping (was Tick, Trick und Track ziemlich wurmt). Dort entwickelt Dagobert einen Plan, wie man mit der Gegend aus einem Taler in drei Jahren ungefähr zehn Millionen machen kann – schickt aber wegen der noch höheren Rendite den Taler auch noch an die Eberleins, anstatt die Option für das Gelände zu bezahlen.

Dann der Schock: Als die Ducks nach zwei Wochen Urlaub zurück nach Entenhausen kommen, ist die Bank dicht! Die Eberleins werden nach einem Täuschungsmanöver zur Rede gestellt, aber die Erklärung für die Geschäftsaufgabe ist genauso windig wie es die Erklärung für die astronomischen Zinsen einst war, und weil man sich gut abgesichert hat, können die betrügerischen Eberleins jetzt in Saus und Braus leben mit all dem Geld. Wobei: Wohin eigentlich damit? Da gab es doch diesen ehemaligen Multimillionär, der jetzt seinen Geldspeicher vermietet… und so landet, Ironie der Geschichte, das von Dagobert (und anderen Entenhausenern) ergaunerte Geld dann doch wieder im Geldspeicher, auch wenn Dagobert es nur aufbewahrt. Aber irgendwann hat Tick dann eine Idee, wie man die Eberlein-Schweine wiederum übers Ohr hauen könnte…

Ein Musterbeispiel an inhaltlicher Komplexität und vielschichtiger Handlung, meine Zusammenfassung gibt die Geschichte nur in sehr groben Zügen wieder – so hätten von mir aus viel mehr Egmont-Produktionen sein können.

Der Originaltitel der Geschichte – „The Swindling McSwines“ – gefällt mir übrigens noch mehr als der deutsche.

Die Perle der Südsee

(Nachdruck aus LTB 188)

Der Scheich von Kannitverstan schenkt Dagobert Duck eine Insel, auf der die „Perle der Südsee“ (die wertvollste Perle der Welt) versteckt ist, und gleichzeitig hat er eine Zahlung in Form von unhandlichem Goldstaub bekommen und weiß nicht, wohin damit! Aber seine aufgeweckten Neffen liefern die Lösung: Der Staub wird einfach am Strand verteilt und ist dort in Sicherheit. Soll heißen: Wäre dort in Sicherheit, wenn nicht ein komischer Maskenvogel auf dem Geldspeicherdach gesessen hätte und alles gehört hätte…

Auf der Fahrt zur Insel befreien die Ducks eine Meeresschildkröte aus den Fängen von Schildkrötenfischern; Tick, Trick und Track freunden sich mit ihr an und nennen sie Patty. Aber als sie dann in Dagoberts Goldstaub wühlt, um Eier abzulegen, platzt dem Alten der Kragen und er schickt sie weg. Und ausgerechnet jetzt entern die Panzerknacker die Insel und nehmen die Ducks gefangen! Aber auch Schildkröten haben ein Herz, und sogar bei dem alten Knauser macht sich seines am Ende bemerkbar… wirklich, eine sehr herzerwärmende Geschichte, feinfühlig von Luciano Gatto umgesetzt. Funktioniert wunderbar als Abschluss sowohl von LTB 188 als auch von Mini-Pocket 2.

Bewertung

Über Spectaculus 7 Artikel
Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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