LTB Mini-Pocket 1: Donald Duck

4,50 €, 308 Seiten

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Schäumende Träume

In der Tangosee trifft Donald auf ein Volk, das seit Langem in der bizarren Landschaft aus Seegras und Schiffwracks lebt und nicht so recht glauben will, dass es woanders eine Zivilisation gibt. Weil Donald voller Spülmittel ist, schafft er es den riesigen Kraken zu bezwingen, der den Menschen dort zu schaffen macht. Außerdem gerät er in eine Zwickmühle, denn die schöne Bess will mit ihm gehen… Fecchis Zeichungen sind in Ordnung, aber die Story ist hanebüchener Unfug. (Es hat mich beim Nachschauen im Inducks – nach dem Rezensieren –  nicht groß überrascht, dass die von Mark & Laura Shaw stammt, solchen Murks haben die ja damals im Dutzend abgeliefert. Ich sage nur „Duck’sche Dauerkau GmbH“)

Der Trick mit dem Jungbrunnen

(Nachdruck aus LTB 218)

Donald hat genug davon, sich ständig von seinem Onkel in Lebensgefahr bringen zu lassen. Deswegen beruft er sich auf ein altes Gesetz, das seinen Gläubigern verbietet, ihn außerhalb Entenhausens zur Zwangsarbeit zu verpflichten und lässt sich einen Schutzbrief ausstellen, der allerdings verfallen würde, sollte Donald Dagobert freiwillig auf eine Expedition begleiten. Doch als Baptist Donald und seine Neffen in den Geldspeicher ruft, sitzt da ein Kleinkind mit Zylinder. Was hat das zu bedeuten? Anscheinend war Dagobert auf der Suche nach der Quelle der ewigen Jugend und ist hineingefallen… und terrorisiert jetzt als ungezogener, geldfixierter Bengel alle und Donald.

Also wenn ich Donald wäre, hätte ich diesem Tyrannen schon längst die Familienangehörigkeit gekündigt!

Ein wahrer Held

(Nachdruck aus LTB 202)

Nachdem Tick, Trick und Track ihrem Onkel von Thor Donnerkeil und seinen (in einem erfolgreichen Buch verewigten) wahnwitzigen Heldentaten vorschwärmen, packt Donald der Ehrgeiz. Und wie immer will er zu viel erreichen: Er stellt sich wilden Rasenmähern und wilden Stieren entgegen – kein großer Unterschied im Endergebnis. Am Ende will er auf zwei Spaghetti (bei Donnerkeil sollen es gefrorene Klapperschlangen gewesen sein) eine Abfahrt vom Mount Everest hinlegen und legt dabei vor allem ein Dorf im Tal in Schutt und Asche. Und dann trifft er den echten Thor Donnerkeil…

Flemming Andersens frühe Zeichnungen sind wie gewohnt gut, aber die Geschichte ist mir trotz der witzigen Details (Sieb, Nudelholz, Käse) doch zu krass. Dafür, dass die Story vom gefürchteten Michael T. Gilbert stammt (der mir später fast eigenhändig das LTB verleidet hat), ist sie aber schon fast wieder ganz gelungen.

Gekauftes Glück

Kurzgeschichte rund um Donald, Gustav und Lotterien. Die simple Pointe: Selbst wenn man Gustav ein Los abkauft und damit den Hauptgewinn einfährt, ist man am Ende doch der Dumme.

Linsen aus Babylonien

(Nachdruck aus LTB 74, hier mit neuer moderner Kolorierung)

Der Klassiker von Romano Scarpa lässt sich nicht so einfach in wenigen Sätzen zusammenfassen. Es fängt damit an, dass Onkel Dagobert Gefallen an babylonischen Linsen findet und diese groß herausbringen will. Seltsamerweise werden die Dosen von den Panzerknackern produziert! Noch seltsamer: Diese finden die Idee gar nicht so toll! Dennoch kauft Dagobert mithilfe gewitzter Börsenspekulation fast alle Aktien der Panzerknacker-AG auf. Trotz Sabotageakten funktioniert der großflächige Webefeldzug und die Nachfrage explodiert. Als Dagobert auch die letzte Aktie und damit den Besitz über den Linsenbetrieb übernehmen will, verlangen die Panzerknacker aber sein gesamtes Vermögen für die Aktie!

Wo ist Onkel Dagobert?

(Nachdruck aus LTB 212)

Dagobert ist wie vom Erdboden verschwunden – Donald und Dussel suchen ihn bei den üblichen Verdächtigen: Klaas Klever, die Panzerknacker und Gundel Gaukeley. Alle erscheinen erstmal verdächtig – alle verstecken tatsächlich jemanden, aber es ist jedes Mal nicht Onkel Dagobert! Am Ende finden sie ihn doch, aber nicht nur sie. Denn Dagobert hatte sein zeitweiliges Verschwinden gut begründet und genau diese Gründe rücken jetzt von allen Seiten auf sein Versteck zu!

Ein schwieriger Kunde

(Nachdruck aus LTB 253)

Alt-Rocktown ist im Gegensatz zu Neu-Rocktown eine Geisterstadt mit gerade mal einem Einwohner. Dieser Einwohner ist der einzige Kunde von Dagoberts Bank in Alt-Rocktown, die der Geschäftsmann eigentlich schließen will, um in Neu-Rocktown eine zu eröffnen (das Gesetz erlaubt nämlich nicht, zwei Banken so nahe beieinander zu eröffnen) und Klaas Klever Konkurrenz zu machen. Doch der verbliebene Kunde heißt Sigmund Sturkopf und macht seinem Namen alle Ehre – und Donald jede Menge Kopfzerbrechen…

Der Prügelknabe

(Nachdruck aus LTB 207)

Donald meldet sich auf eine Anzeige beim Filmstudio Erpelsberg und will groß rauskommen. Am Ende kommt er ins Krankenhaus…

Einer der brutalsten, gewalttätigsten Disney-Comics, die je aus Italien kamen. Zumindest ich kann nicht über einen Donald lachen, der erst verprügelt, dann nahezu gegrillt wird (O-Ton: „Hätte ich Ihrer Ansicht nach lieber verbrennen sollen?“ – „Genau das! Hier drin steht es!“) und am Ende eine Stange Dynamit in seine Rüstung bekommt. In Zeiten von Sprengstoffgürteln und Anschlägen ist eine solche Szene inzwischen noch abstoßender geworden, und zumindest ich als Leser weiß, dass ein Ganzkörper-Verband nach einer solchen Erfahrung eigentlich auch nicht mehr helfen könnte. Sicher, Comics sind nicht realistisch und nur Fantasie. Und trotzdem: Wenn ich mich irgendwie mit den Figuren identifizieren soll, dann geht das nicht, ohne dabei auch so etwas wie Empathie für sie zu empfinden. Glücklicherweise ist eine solche Darstellung von Gewalt und schweren Verletzungen nicht Standard bei Disney. Sehr schwacher Abschluss des ersten Mini-Pocket-LTBs.

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Über Spectaculus 6 Artikel
Ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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