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  • LTB Maus-Edition 12 – Im Visier 4/5 (4)

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    EVT: 3.4..2020, 332 S., 7,99 €

     

    Das Cover ist mir zu aggressiv. Die Idee ist ja nicht ganz verkehrt (und soweit ich weiß, gibt es auch kein Cover zu den enthaltenen Geschichten), aber die Ausführung lässt zu wünschen übrig. Ich empfinde Freccero als Fehlbesetzung für die „Maus“. Zumindest, wenn es um von Egmont produzierte Coverbilder geht – LTB Crime 8 sieht schon deutlich ansehnlicher aus…

     

    Trotzdem bleibe ich dabei: Cover der Maus-Edition sollten von Cavazzano, Perina (Band 7 und 10), Coppola (Band 1), Casty (5, 8 und 11), De Vita, Mastantuono oder Pastrovicchio sein – von diesen Zeichnern gibt es doch eigentlich zu jedem Anlass ein gutes Cover. Dieses von Coppola sieht dem von Maus-Edition 12 übrigens verdächtig ähnlich…

     

    Damit zum Inhalt. Wenn ich Gelegenheitskäufer wäre, würde ich mir den Band wegen des Covers wohl eher nicht kaufen. Aber der Inhalt lohnt den Kauf ohne Frage!! Maus-Edition 12 ist wieder ein Top-Buch.

     

    Das verschwundene Alphabet

     

    Mickys Haus wird von einer plötzlichen Windbö heimgesucht. Es stellt sich heraus, dass er nicht der Einzige ist. Und das Ganze hat Folgen: Aus allen Büchern und Schriftstücken ist plötzlich der Buchstabe „G“ verschwunden! Das eht natürlich ar nicht.  Micky versucht sofort, den Eebenheiten auf den Rund zu ehen… (ok, ich hör auf ^^) und landet bei der verfallenen Villa des Alchemisten Tristan Van Traute.

     

    Gleichzeitig braut sich aber mindestens ebenso Schlimmes über der Stadt zusammen: Unmengen von Übeltätern begehen praktisch gleichzeitig Untaten und lassen sich widerstandslos festnehmen. Als Micky die Zusammenhänge erkennt, ist er bereits in der Gewalt des Oberschurken…

     

    Sehr guter, wenn auch nicht überragender Einstieg. Silvano Mezzavillas Geschichte hat viele interessante Aspekte, allerdings kommt Micky sehr schnell durch Zufall auf die Spur Van Trautes, und der alchemistische Aspekt ist für eine Krimigeschichte fast ein bisschen zu abgehoben (besonders die Lösung für das Problem wirkt ein bisschen zu simpel).

     

    Marco Palazzis Zeichnungen, stilistisch irgendwo zwischen Cavazzano und Perina, sind handwerklich tadellos, lassen aber keine wirkliche Atmosphäre aufkommen.

     

    Das Geheimnis der Statue

    (Nachdruck aus LTB 182)

     

    Silvano Mezzavilla darf gleich noch mal ran, und auch wenn der Comic bereits auf Deutsch bekannt ist, kann man den Nachdruck kaum kritisieren, ist es doch einer seiner besten Krimis und qualitativ auf einem ähnlichen Level wie „Das verzögerte Telefonat“ (ebenfalls von Cavazzano umgesetzt).

     

    Los geht es mit einem Einbruch. Szenenwechsel. Einige Zeit später schlägt Micky vor, die ganzen nie abgeholten Fundstücke aus dem Polizeiarchiv für einen guten Zweck zu versteigern. Darunter ist auch eine goldglänzende, aber nur aus angemaltem Gips bestehende Miniaturversion der Entenhausener Freiheitsstatue. Diese stellt sich – nachdem sie bereits versteigert wurde – als gestohlen heraus. Seltsam nur, dass der ehemalige Besitzer, Professor Thomas Brown, so dermaßen aufgelöst ist, und dass der Käufer des corpus delicti nicht auffindbar ist…

     

    Das ist ja nun wirklich einer der besten je im LTB erschienenen Krimis. Erstaunlich, dass der Comic bis dato nicht nachgedruckt wurde. Habe ich schonmal erwähnt, dass niemand einen sympathischeren Micky zeichnet als Cavazzano? Und wie wunderbar positiv ist die Beziehung zwischen Micky und Minnie hier denn bitte dargestellt! S. 64 unten, jetzt einmal alle im Chor: Ooooch! (Einige andere Autoren hätten sicher aus der Szene mit dem ruinierten Abendessen ein Riesentheater gemacht. Mezzavilla tut sich hier – wie eigentlich immer – durch seine Feinfühligkeit hervor.) Und wie gesagt, der Kriminalfall an sich ist schlicht perfekt konstruiert.

     

    Angesichts von Mezzavillas zwar schmalem, aber qualitativ beeindruckenden Gesamtwerk ist es auch erstaunlich, dass dieser Autor in den ersten elf Maus-Editionen bislang nie vorkam. Geschichten wie „Wahn oder Wirklichkeit“, „Der mächtige Maschinenmann“ oder „Der Schatz von Ululoa“ kann man ebenfalls gerne mal nachdrucken, zudem warten noch neun Comics (zwei davon mit den Ducks) auf eine deutsche Veröffentlichung (dazu sechs Einseiter und drei Kurzgeschichten mit Ahörnchen und Behörnchen)…

     

    Auch wenn ich nach wie vor kein Fan von diesen klobigen Schriftzügen bin, die Teile des Artworks verdecken, muss ich dennoch erwähnen, dass die Druckqualität der ersten Seite viel, viel besser als in LTB 182 ist.

     

    Wie ein Schatten

     

    Kurzes Zwischenspiel: Kommissar Hunters Ermittlungen nach einem Juwelendiebstahl werden durch einen Filmstar gestört, der bald einen Kommissar spielen wird und daher das Original begleiten will. Leider heißt der Schauspieler nicht nur Klaudius Klappe, er hat auch eine sehr große, erweist sich zudem als ziemlich blasiert. Dann wird er aber entführt und Hunter muss in Aktion treten…

     

    Selbst dieser eher mäßige Füller ist kein echter Tiefpunkt, denn die Handlung ist in sich rund. Klaudius Klappe ist natürlich eine Nervensäge par excellence, weshalb die Geschichte in ihrer Kürze gut auserzählt ist. Erstaunlich: Ich fange an, Gigi Piras‘ Zeichnungen wertzuschätzen. Auch wenn er die Figuren für meinen Geschmack teilweise zu faltig zeichnet, kann ich nicht guten Gewissens die detaillierten Hintergründe von Francesco Guerrini loben und dann Piras kritisieren, der ja im Prinzip nicht so viel anders macht. Obwohl es zumindest ungewöhnlich ist, zwei verschiedene Szenen in ein und demselben Panel unterzubringen (S. 110 unten), und ich mich auch frage, wieso unten so viel Platz übrig bleibt… es könnte vielleicht etwas mit den Formatunterschieden zwischen dem LTB und dem etwas breiteren Topolino zu tun haben.

     

    Gerangel um einen Koffer

     

    Casty und Massimo De Vita! Durch Geschichten wie „Der sagenhafte Superjux“, „Wer kommt mit nach Guazzabu?“, „Spiel auf Zeit“ oder „Der Odem von Orkus“ zu einem der legendären Künstlerduos geworden – und in diesem Band gleich drei Mal vertreten. Die erste Geschichte ist dabei m.E. gleich die beste.

     

    Micky und Goofy sollen einen ganz geheimen Geheimauftrag ausführen, einen wertvollen Koffer für den Geheimdienst von A nach B bringen (genauer: zum Cape Carneval – harr, harr). So geheim kann der Auftrag aber nicht sein, denn schon bald werden sie von Kater Karlo angegriffen. Wie gut, dass Goofy noch die Spezialutensilien seines Vorfahren James Goof hat.

     

    Ganz überzeugen tut mich die Erklärung am Schluss nicht. Davon abgesehen ist es eine Top-Geheimagentenparodie, die das Spionagegenre köstlich auf die Schippe nimmt und dabei dennoch ernst genug bleibt, um Micky und Goofy einigen sehr ernsten Gefahren auszusetzen. Insgesamt aber wirklich witzig: Auf S. 138 musste ich richtig laut lachen 🙂

     

    Massimo De Vitas Zeichnungen sind so, wie sie heutzutage halt sind: Etwas eckig und stilisiert, aber immer noch mit dem gewissen Etwas. Hervorzuheben wäre noch die Kolorierung mit schönen Schattierungen.

     

    Das Geheimnis der alten Damen

     

    Ein Nachdruck zwar, aber einer, der bislang nur in einer 100-Seiter-Reihe enthalten war – super! Noch dazu handelt es sich um die Fortsetzung zu einer der besten Maus-Geschichten aller Zeiten, der genialen „Irokesenkette“ (zuletzt nachgedruckt in der LTB Fan-Edition 2017). Während das legendäre Original von Romano Scarpa alleine stammt, ist die Fortsetzung von ihm „nur“ gezeichnet, aber Autorin Claudio Salvatori hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um der bekannten Geschichte noch neue Facetten abzuringen, die das Original gleichzeitig nicht entstellen. (Salvatori ist im Übrigen gerade für ihre Krimis bekannt – siehe hier, hier und hier – und in „Das Geheimnis der Sachertorte“ hat sie auch eine Hommage an den Scarpa-Klassiker untergebracht, die aber in der Übersetzung leider völlig untergegangen ist. Die Irokesenkette heißt auf Italienisch „la collana chirikawa“ – und daraus wurde dann schlampig bei uns das „Chirikawa-Halsband“…)

     

    Worum geht es nun? Micky ist mal wieder bei Tante Linda zu Besuch (die mittlerweile keine Meerschweinchen mehr züchtet…!). Die erwartet Besuch von ihren Nachbarinnen. Eine davon ist – oh Schreck! – die Oma von Kater Karlo, und hat ihren Enkel prompt mitgebracht! Als eine weitere (namens Frau Kirchmaus) dann auch noch eine Kette mitbringt, die ähnlich aussieht wie die von Tante Lina, aber enorm wertvoll ist, wird die Atmosphäre schnell angespannt. Und tatsächlich verschwindet die Kette am nächsten Tag, und die Indizien sprechen gegen Kater Karlo. Der wiederum ist verschwunden. Aber ist das wirklich ein Beweis? Micky ist jedenfalls skeptisch. Und er wird noch so einiges erleben, das ihn an seinem Verstand zweifeln lässt…

     

    Hervorragende Geschichte, auch wenn die vielen Querverbindungen zur „Irokesenkette“ die Handlung vielleicht etwas arg überfrachten. Romano Scarpas ausdrucksstarke Zeichnungen sind über jeden Zweifel erhaben, und besonders hier hätte es keinen besseren Zeichner gegeben angesichts der Tatsache, dass die Geschichte eine einzige Liebeserklärung an seinen eigenen Klassiker ist. Witzig ist es dabei, den Unterschied zwischen dem Scarpa von 1994 (mit Tuschezeichner Lucio Michieli) und dem von 1960 (damals noch getuscht von Rodolfo Cimino) wahrzunehmen, da der Flashback einfach 1:1 aus der Vorlage übernommen wurde.

     

    Als die Erde stillstand

     

    Ein Komet fliegt an der Erde vorbei… und sorgt dafür, dass diese stehenbleibt. Sie hört auf, sich zu drehen. Kaum dass die Menschen realisiert haben, dass es nun auf einer Seite für immer dunkel und auf der anderen für immer hell bleiben wird, startet das Schwarze Phantom seinen Welteroberungsplan. Seine Ninjas der Nacht… äh, nein… Schattenarmee hat die Lage in Windeseile für sich entschieden. Aber wieso hat der Experte Professor Potkaster den Kometen für harmlos erklärt? Und wie konnte das Phantom so schnell reagieren?

     

    Auch Casty ist nicht unfehlbar! Billige Weltuntergangsszenarien (mit einer ebenso billigen und lächerlichen Lösung des Problems) gibt es von anderen Autoren zur Genüge – mit ein paar Änderungen könnte die Geschichte auch von Paul Halas oder Stefan Petrucha stammen. Besonders die Rolle des Schwarzen Phantoms unterscheidet sich doch heftig von der fast gleichzeitigen genialen Tetralogie aus „Spiel auf Zeit“, „Wie die Zeit verpufft“, „Alles voller Doppelgänger“ und „Aktion dünnes Phantom“. Dass ein einziger Wissenschaftler die öffentliche Meinung so eindeutig beeinflussen kann (und ihm niemand widerspricht), ist auch hanebüchen. Interessant ist es allerdings, welche Elemente Casty später noch für die Darkenblot-Reihe recyceln sollte: Professor Potkaster erinnert an Pattilius (aus Darkenblot 2.0), während die Szene in der Villa ganz klar Parallelen zu jener in Nobuos Domizil (Darkenblot 3) aufweist. Sicher gibt es auch hier starke Szenen und gute Einfälle, aber als Ganzes liegt der Comic doch irgendwie unter dem von Casty gewohnten Niveau.

     

    Ärgerlich finde ich auch, dass das Problem mit den beiden „Maxi Smarts“ nach wie vor nicht behoben ist. Mickys Sidekick hieß zumindest in „Die Schrumpelbande“ Bruno, um Verwechslungen mit seinem Vater Maxi Smart zu vermeiden, aber nun heißt er schon wieder Maxi… 🙁 🙁 🙁 Finde das sehr traurig, zwei verschiedene Charaktere dürfen doch nicht den gleichen Namen tragen… 🙁 🙁 🙁

     

    Schlussendlich bin ich auch kein großer Fan von Roberto Vians arg stilisierten Zeichnungen, die für Castys dynamischen Erzählstil zu statisch sind.

     

    Der perdatterte Onkel

     

    Micky hat unerwarteten Besuch, nämlich seinen vor langer Zeit verschwundenen Onkel. Der heißt nicht nur Macke, sondern hat auch eine (oder gleich mehrere). Dennoch freundet er sich schnell mit Mickys Umfeld an. Andererseits weicht er bei bestimmten Themen aus und wirkt stellenweise nervös. Zudem wird seine Kreditkarte gesperrt, und bei Micky kreuzen mehrere Figuren auf, die nach ihm fragen. Hat sich Micky etwa in seinem Onkel getäuscht? Ist er gar ein Bankräuber?

     

    Für mich neben dem „Koffer“ vielleicht die beste Geschichte hier. Der Comic hat trotz modernen digitalen Zeichnungen einen klassischen Anstrich und könnte auch aus dem Frühwerk von Romano Scarpa stammen. Die Handlung ist wasserdicht konstruiert, spannend und kulminiert in einem recht gelungenen Showdown. Mehrere Figuren (darunter Onkel Macke selbst) sind zwar als One-Shots konzipiert, sind von Casty aber so gut und vielfältig charakterisiert, dass man sie durchaus wiederverwenden könnte.

     

    Claudio Sciarrones markanter Stil passt erstaunlich gut zu Castys Plot – wobei es den Zeichnungen wohl zugutekam, dass Sciarrone sich bei seinen digitalen Zeichnungen an Castys Vorzeichnungen orientierte. Dadurch fehlen die seltsamen Körperhaltungen, die mich bei Sciarrones Werk sonst gerne mal stören. Eigentlich schade, dass es nicht mehr von diesem Duo gibt.

     

    Tante Linda taucht hier schon wieder auf, zumindest im Flashback… allerdings mit grauen Haaren! Dabei hatte sie doch, wie man sowohl in der „Irokesenkette“ als auch im „Geheimnis der alten Damen“ sehen konnte, früher schwarze Haare!

     

    Ach ja: „Das Eis ist im Hörnchen“ ist mein neuer Lieblingssatz 😀

     

    Professor Weinsteins Erfindung

    (Nachdruck aus LTB 443)

     

    Micky lernt durch Zufall den Wissenschaftler Wim Weinstein kennen. Der ist verzweifelt, denn er hat eine bahnbrechende Erfindung gemacht, kommt aber nicht mehr an diese heran. Micky soll für ihn den Schlüssel zu seinem Labor besorgen. Dann jedoch lernt er noch ganz andere Akteure kennen und gerät in ein Geflecht aus Intrigen. Und am Ende wartet eine erstaunliche Erkenntnis…

     

    Für Castys Verhältnisse und gemessen daran, dass die titelgebende Erfindung schon fast an Magie grenzt, fast ein wenig zu unspektakulär. Andererseits ist auch diese Geschichte (wieder von De Vita umgesetzt und schön koloriert) ein Kleinod, das man gerne mal nachdrucken konnte, auch wenn der Erstabdruck „nur“ sieben Jahre her ist.

     

    Den Namen des Professors hätte man beim Nachdruck aber wirklich auch ändern können. Im italienischen Original heißt er „Zweistein“, das geht auf Deutsch leider nicht, weil es ja schon Dr. Zweistein gibt (übrigens eine der überflüssigsten Figuren, die ich kenne). (Interessant, dass Casty hier mal wieder etwas Deutsch in eine Geschichte eingebaut hat: Der Witz von wegen Einstein/Zweistein erschließt sich Italienern ja eigentlich nicht ohne Erklärung.) Aber „Dreistein“, „Feinstein“, „Neinstein“, „Keinstein“, „Seinstein“, „Beinstein“, „Kleinstein“, „Reinstein“ oder „Scheinstein“ hätten auch alle genauso gut gepasst und würden nicht die Assoziation mit einem Herrn hervorrufen, den man vielleicht eher „Schweinstein“ nennen sollte… :-/

     

    Der König des Vergessens

     

    Ein Starpianist kann nicht mehr Klavier spielen. Ein Starfußballer weiß nicht mehr, wie man einen Elfmeter schießt. In beiden Fällen gibt es eine Lösegeldforderung, unterschrieben vom „König des Vergessens“. Geht das – Erinnerungen stehlen? Und was hat ein Herr damit zu tun, der nicht mal mehr seinen Namen kennt?

     

    Wer bei der Beschreibung an Sergei Schlamassis Debüt „Nicht mit rechten Dingen“ denkt, liegt nicht ganz falsch: Das Prinzip ist quasi dieselbe, das Ziel aber ein anderes. Es geht hier nicht darum, sich die gestohlenen Fähigkeiten zunutze zu machen, sondern um eine Erpressung.

     

    Es ist erst Castys dritter publizierter Disney-Comic (die ersten beiden sind noch nicht auf Deutsch erschienen). Man spürt schon das große Talent, allerdings wirkt die Geschichte auch noch etwas zaghaft, wovon schon bei „Die verschollene Expedition“ nicht mehr viel zu merken ist. Bemerkenswert aber, dass schon hier einige der typischen Casty-Motive zum Vorschein treten. Da wären z.B. eine starke Inszenierung an den spannenden Stellen, aber auch pointierte Kritik (hier an den exorbitanten Gehältern im Profifußball!) und ein gewisser Idealismus bei den Wissenschaftlern, der von skrupellosen Schurken für ihre Zwecke ausgenutzt wird. Auch das drastische Vorhaben in „Schneetreiben in Wildenbrunn“ hat hier quasi seinen Ursprung. Zwischendrin gibt es auch einfach nur witzige Szenen wie den verunglückten Strafstoß (und Goofys Reaktion!!) oder der Poet und der Klempner, die beide nichts mehr mit Dichtung anfangen können 😉

     

    Schwach ist lediglich der Schluss, der eine Figur unnötig ins Lächerliche zieht und dabei auch noch den „Status quo“ so verletzt, dass eine Menge folgender Casty-Storys eigentlich nicht möglich wären.

     

    Spannend auch der Unterschied in De Vitas Zeichnungen, die 2003 doch noch etwas anders waren als 2012/13. Die Kolorierung ist dabei aber nicht so schön.

     

    Fazit:

     

    Maus-Edition 12 kratzt an der von den Bänden 5, 6 und 8 aufgestellten Bestmarke, ohne sie ganz zu erreichen. Der Anteil der LTB-Nachdrucke ist verglichen mit Band 11 gesunken, und der Scarpa-Nachdruck war sogar lange überfällig. Richtig schlecht ist keine Geschichte, allerdings hätte ich zumindest auch gut ohne „Als die Erde stillstand“ leben können, und das sage ich wirklich nur selten über einen Casty (ähnlich schwach waren von ihm m.E. bislang nur „Der beste Kuss des Universums“ und „Der Club der Gespenster“). Mit diesem Band verringert sich die Zahl der bei uns unveröffentlichten Casty-Geschichten auf 15 – „La marea dei secoli“ ist bereits fürs LTB Crime angekündigt, damit bleibt tatsächlich nur noch ein großes Epos („Il 7 Boglins“), und das dürfte bei uns auf Schwierigkeiten stoßen, da es sich auf einen Walsh/Gottfredson-Klassiker bezieht, der nie auf Deutsch erschienen ist.

     

    Positiv fällt diesmal auch die personelle Vielfalt auf: Micky und Kommissar Hunter sind zwar auf dem Cover zu sehen, dominieren den Band aber nicht als Duo. Micky ist zwar meistens die Hauptfigur, hat in „Wie ein Schatten“ aber nur einen Kurzauftritt, gleiches gilt für Hunter in „Der perdatterte Onkel“ und „Professor Weinsteins Erfindung“, und auch in den anderen Comics nimmt er eher eine untergeordnete Rolle ein. Micky tritt dafür in gleich mehreren Konstellationen an, zusammen mit Minnie, Goofy oder Maxi junior. Zusammen mit LTB Crime 8 ist es die Vollbedienung mit guten Comics, was die leichte LTB-Flaute Anfang 2020 mehr als wettmacht.

     

    Erneut wundere ich mich darüber, dass am Ende des Bandes keine Vorschau auf den im Oktober erscheinenden Band 13 gibt – Chance vertan! Mit einer Erhöhung der Erscheinungsfrequenz muss man auch den Gelegenheitskäufer ködern, und ohne Ankündigung der nächsten Ausgabe geht das schlecht.

     

    (Und ja, diesen Satz habe ich mir aus der Rezension von Band 10 kopiert.)

    Bewertung

    Spectaculus

    Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
    Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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    Spectaculus

    Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
    Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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    ';return t.replace("ID",e)+a}function lazyLoadYoutubeIframe(){var e=document.createElement("iframe"),t="ID?autoplay=1";t+=0===this.dataset.query.length?'':'&'+this.dataset.query;e.setAttribute("src",t.replace("ID",this.dataset.src)),e.setAttribute("frameborder","0"),e.setAttribute("allowfullscreen","1"),e.setAttribute("allow", "accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture"),this.parentNode.replaceChild(e,this)}document.addEventListener("DOMContentLoaded",function(){var e,t,a=document.getElementsByClassName("rll-youtube-player");for(t=0;t