LTB DuckTales 4

7,99 €, 236 S., 18.4.

Anzeige

Finstere Pläne aus Wakasund

Eine solide Egmont’sche Abenteuergeschichte steht am Anfang des Bandes. Frieda wird durch eine Kristallkugel plötzlich zur Hellseherin und kurz daraufhin vom Jabwalla von Dutt entführt. Mithilfe ihrer neuen Fähigkeiten soll sie dem Jabwalla zum Thron verhelfen, denn der will seinen Vetter, den Punta von Wakasund, aus dem Weg räumen. Die Ducks wiederum folgen ihr, aber was ist gefährlicher? Ein Tiger oder verräterische Dschungelführer?

Die Geschichte ist recht gut aufgebaut, auch wenn beim Blick in die Zukunft immer auch ein leichtes Zeitparadox mitschwingt. Eine kleine Merkwürdigkeit hat die Story aber zu bieten. Wieso stammt die Kristallkugel ebenfalls aus Wakasund? Ein Zufall, der für die Geschichte überhaupt keine Rolle spielt…

Unglaublich: Nun wird hier Frieda schon zum wiederholten Male als Nickys Tante bezeichnet, bzw. Nicky als Friedas Nichte! Dabei sollte es doch allgemein, und im Speziellen Ehapa-Mitarbeitern bekannt sein, dass Frieda Nickys Oma ist! Falls der Fehler in der Originalübersetzung steckt, frage ich mich, wofür man dann überhaupt ein Lektorat verpflichtet. Leider ist einer der beiden Lektoren, Michael Bregel, dafür bekannt, dass er es generell mit Kontinuität nicht so hat… kein Wunder, dass ihm das, genauso wie die andauernde Fehl- bzw. Neuübersetzung von Figurennamen in der Hauptreihe, nicht auffällt. Echt schwach.

Die Schädelmelisse

Frieda erzählt ihrem kopfschmerzgeplagten Chef von einer Pflanze, die in Karanaya wächst und wunderbar gegen Kopfschmerzen hilft. Also besucht man gemeinsam Friedas Cousine Herta. Leider wurden die Pflanzen von Affen aufgefressen, aber es soll die sogenannte Schädelmelisse noch im Moskito-Territorium geben…

Typisch für Egmont-DuckTales-Storys sind offenbar irgendwelche Verwandten, die einmal und dann nie wieder auftauchen. Davon abgesehen keine schlechte Geschichte, die allerdings hier schlecht platziert ist. Zwei Geschichten, die hauptsächlich im Dschungel spielen und bei denen Nickys erstaunliches Einfühlungsvermögen gegenüber wilden Tieren eine tragende Rolle spielt, sollten m.E. nicht direkt hintereinander gedruckt werden. Und verglichen mit „Finstere Pläne aus Wakasund“ geht es deutlich weniger spannend zu, Dagoberts mehrfacher Fall in den Schlamm ist nur leidlich unterhaltsam. Recht gut dagegen der Schlussgag, der eine Verbindung zum Anfang herstellt.

Fiasko im Vergnügungspark (EV)

Quack richtet jede Menge Schaden im Vergnügungspark an, dann gibt es ein Unglück auf der Achterbahn!

Eine sechsseitige Katastrophenstory mit Quack als Held und Antiheld zugleich. Bob Langhans zeigt, dass er solche Kurzgeschichten durchaus beherrscht (und Quack gut charakterisiert). Dennoch lese ich lieber seine längeren Werke, und da gäbe es noch etwas auszugraben: Der 49-seitige Zweiteiler „A Dime in Time“ wartet immer noch auf eine Veröffentlichung bei uns.

Die Quelle der ewigen Jugend

Dagobert ist auf der Suche nach der Quelle der ewigen Jugend. Eine halsbrecherische Expedition!

Unterhaltsam, aber nicht perfekt. Ich hatte schon früh eine Ahnung, was es mit dem Twist am Ende auf sich haben würde. Und Quacks Aktionen grenzen teilweise wirklich schon an Wahnsinn.

Gefahr im Gumpensund

Dagobert wird beauftragt, ein Schiff zu bergen, das offenbar von einem Meeresungeheuer versenkt wurde. Mac Moneysac ist ebenfalls auf den Auftrag aus, aber nur so lange, bis sein eigenes Schiff ebenfalls untergeht. Dagobert stößt auf eine Legende aus der Zeit der Walfänger…

Nicht schlecht. Die Monster gefallen mir nicht sonderlich (wenn es wenigstens Riesenkraken gewesen wären anstelle dieser Fantasiewesen), und den Schluss finde ich auch nicht so gelungen. Die Drohung alleine hätte doch eigentlich auch gereicht… Aber Nicky muss man einfach gern haben, und die Geschichte erzeugt auch eine recht dichte Atmosphäre. Erwähnenswert noch, dass Moneysac hier eher im klassischen Stil gezeichnet ist und nicht so sehr nach DuckTales aussieht.

Panik in der Pyramide (EV)

Dagobert will in der Wüste ein Hotel bauen, aber irgendjemand stiehlt das Baumaterial. Und dann ist da noch die Sache mit der lebenden Mumie! Äh, was?

Recht vorhersehbar. Zwei Probleme, die miteinander zusammenhängen – die Verbindung überrascht mich nicht. Die Zeichnungen (vermutlich wieder von Jaime Diaz Studio) sind aber ganz nett und stimmungsvoll.

Friedas geheimer Verehrer

Die Panzerknacker haben einen Vetter, der so gut Stimmen imitieren kann, dass er problemlos Dagoberts Stimmschloss knacken könnte. Könnte. Er will gar nicht. Wieso? Nun, er hat sich in Frieda verliebt…

Einer der unterhaltsamsten DuckTales-Comics, die ich bis jetzt gelesen habe. Und die Geschichte bestärkt mich in meiner Auffassung, dass es in den DuckTales-Produkten viel mehr von den Produktionen geben müsste, die Anfang der Neunziger fürs amerikanische „Disney Adventures“ entstanden sind (leicht anhand des K-Codes und der oft ungewöhnlichen Kombination aus amerikanischen, später meist für Egmont tätigen Autoren und italienischen Zeichnern identifizierbar). Alleine Giorgio Cavazzanos Zeichnungen sind ein Augenschmaus und passen trotz variiertem Layout hervorragend ins LTB, auch wenn sie zwischen den eher biederen Zeichnungen von Egmont und den Jaime Diaz Studios ein bisschen wie ein Kulturschock wirken. Und bei Janet Gilbert wiederholt sich das, was ich oben schon über Paul Halas geschrieben habe: Während ihre Story „Der gefräßige Kuchenteig“ im DuckTales Classics einfach nur Quark war, hat sie hier eine sympathische Story fabriziert.

Wie gesagt: Es gibt noch einige K-Codes, fast alle von italienischen LTB-Größen (Giuseppe Dalla Santa, Maurizio Amendola, Valerio Held, Paolo Mottura, Andrea Freccero, Alberto Lavoradori, erneut Cavazzano) gezeichnet. Falls die Reihe LTB DuckTales eine weitere Fortsetzung bekommen sollte, würde ich mir wünschen, dass man von da mehr Material nehmen würde.

Spielend einfach

Dagobert soll auf Nicky aufpassen. Die ist ihm aber zu lebhaft. Ihre Versuche, alles zu Spielzeug umzufunktionieren, werden von ihm überhaupt nicht goutiert. Zumal seine Spielwarenfirmen Verluste machen. Wobei… man ahnt es schon, die Geschichte ist von A bis Z vorhersehbar (wenn auch sympathisch). Nickys Charakter scheint auch immer mal wieder zu variieren, je nachdem, was die Story verlangt… Und was der Herr Reinerle für einen Dialekt sprechen soll (richtigs Schwäbisch isch des für mi net), ist mir auch nicht ganz klar.

Rennen im Nebel (EV)

Moneysac und Dagobert liefern sich ein Motorbootrennen. Dann fahren sie in eine Nebelbank.

Hm. Was will uns der (unbekannte) Dichter damit sagen? Die Zeichnungen (wieder Jaime Diaz Studios) sind recht nett und vor allem toll koloriert, aber die Geschichte gibt wenig her. Man bekommt vor allem so viel Mitleid mit Mac Moneysac, dass Dagobert am Ende nicht mehr richtig als positive Identifikationsfigur taugt. Eher mäßig, wenn man mich fragt.

Entführung ins Weltall

Tick, Trick und Track sinnieren gemeinsam mit Nicky darüber nach, wie es wohl ist, berühmt zu sein. Da werden sie ins All entführt und auf dem Planeten Glas in einem gläsernen Käfig ausgestellt. Quack, Frieda und Dagobert versuchen, zu Hilfe zu kommen, aber sie landen auf dem feindlichen Planeten Ang’Reif, welcher Glas gerade den Krieg erklärt hat!

Puh. In der Geschichte sind so viele unglaubwürdige Zufälle und erzählerische Abkürzungen drin, dass ich sie nicht richtig ernst nehmen kann. Vor allem stört mich das egmont-typisch negative Wesen der Außerirdischen, das verleidet mir den Genuss noch mal deutlich mehr.

Die Kreischmaschine (EV)

Deutlich simpler, aber dadurch auch nachvollziehbarer ist diese Geschichte: Die titelgebende Maschine ist eine Erfindung, die durch ein lautes Geräusch harten Stein durchdringen und zerstören kann. Daniel Düsentrieb ist auf der Suche nach dem richtigen Ton. Friedas Entsetzensschrei ist geeignet, aber die Panzerknacker haben die Sache spitzgekriegt und bringen das Gerät in ihren Besitz. Was dann folgt, ist klar. Aber auch schön klassisch. Und schön koloriert.

Ein tollkühner Stuntman

Sechsseitige Chaosstory mit Quack, der sich unbedingt als Stuntman beweisen will und dabei ein Filmset zerlegt, und Doofy als seinem „Agenten“. Von Langhans gibt es Besseres.

Die Fischsitter (EV)

Quack und Doofy sollen auf einen seltenen intelligenten Fisch namens Tobi aufpassen. Der macht sich aus dem Staub, und die beiden sind am Boden zerstört. Dann aber passiert etwas Unerwartetes…

Bei den S-Code-Geschichten fragt man sich schon manchmal, ob es nicht doch seinen Grund hatte, weshalb die bislang noch nicht bei uns veröffentlicht wurden. Zwar haben wir hier wieder die gewohnten Zeichnungen des Jaime Diaz Studios (diesmal allerdings etwas schwächer als sonst, die Kolorierung macht das aber wieder wett), aber die Geschichte macht erstaunlich wenig Sinn. Mal ganz davon abgesehen, dass die Ducks eigentlich behaupten, ein ganzes Wochenende wegzufahren, aber nach kurzer Zeit schon wieder da sind (?!)…

Und diesmal gibt es keine Entschuldigung mehr: Eine neue Übersetzung, in der Nicky „Tante Frieda“ sagt, ist einfach nur schlampig.

Der doppelte Quack

Ein kleines Epos von Bob Langhans: Gundel lockt Quack in einen Hinterhalt, verwandelt ihn in einen Vogel, sperrt ihn in einen Käfig und erschafft aus einer Locke von ihm einen Doppelgänger, der Dagoberts Glückszehner stehlen soll. Die Sache eskaliert ausgerechnet in der Wüste. Nur sechzehn Seiten, aber eine der stärksten Geschichten hier. Gegen Ende wird es allerdings so dicht und gedrängt, dass man sich wünscht, Langhans hätte ein paar mehr Seiten zusätzlich bekommen.

Waldwebel Duck (EV)

Dagobert unterwegs mit Tick, Trick und Track. Man sucht die Satansschlucht, wo der Rest des Fähnleins wartet. Dagobert wird von dem Trip deutlich mehr gefordert als gedacht.

Schön koloriert, einige nette Szenen, aber als Ganzes kein großer Wurf.

Die Pyramide des Blag-Atabak (EV)

Wie war das noch mal mit dem Lektorat? Die Geschichte heißt im Inhaltsverzeichnis „Die Pyramide von Blag-Atabak“, auf der Titelseite jedoch „Die Pyramide des Blag-Atabak“. Letzteres macht im Kontext der Story mehr Sinn, denn Blag-Atabak soll ein Pharao gewesen sein, dessen Pyramide noch nicht gefunden wurde. Bis die Ducks kamen, natürlich.

Es ist die erste französische Geschichte im LTB DuckTales. Die Zeichnungen sind auf einem ähnlichen Qualitätslevel wie die von Egmont, der Plot nimmt aber deutlich albernere Züge an, denn die ganze Pyramide steckt voller Fallen, die allerdings eher an Scherzartikel erinnern.

Nicht schlecht, aber auch nicht großartig.

Die arkadische Urne

Dagobert ist neidisch, weil Mac Moneysac eine arkadische Urne versteigert. Da diese Keramik sehr wertvoll ist, will er auch nach solchen Tontöpfen suchen. Zusammen mit Quack, Nicky, Tick, Trick und Track sowie Donald (!).

Was folgt, ist ein zwar spannendes, aber gleichzeitig unlogisches Abenteuer, das viele Versatzstücke in sich vereint. Ein vergessenes Land, in dem die Menschen noch nach alten Gepflogenheiten leben (aber offenbar seit Jahrhunderten von der Außenwelt isoliert, obwohl wenn der Eingang so leicht zu finden ist), ein Drache (!), und nicht zuletzt eine arg bemühte Intrige. Hier stört es mich besonders, dass Nickys gefundener Zettel überhaupt keine Relevanz hat und die Ducks überhaupt keine Möglichkeit zur Rehabilitierung haben. Immerhin hat Donald hier ein klein bisschen mehr zu tun als bei „Kampf um die Wunderkohle“.

Der Planet der Wracks (EV)

Die zweite französische Geschichte hier. Und diesmal fällt die Charakterisierung negativ auf, denn Tick, Trick und Track sind hier deutlich nerviger und ungezogener als in den sonstigen DT-Geschichten. Auch sonst lässt die Handlung einiges zu wünschen übrig: Die Erklärung bezüglich des Planeten (wieso zieht er nur führerlose Raumschiffe an? Intelligenter Magnetismus?!) gefällt mir genauso wenig wie das merkwürdige Krakenmonster. Ziemlich merkwürdig.

Der Schatz des Duckanchamun

Die dritte Geschichte rund um Ägypten und Pyramiden in Band 4, und die zweite mit einem geheimen Tal voller aus der Zeit gefallener Menschen. Offenbar scheint man sich bei der Zusammenstellung etwas gedacht zu haben, aber dadurch wiederholen sich die Themen auch etwas zu oft.

Hier suchen Dagobert, die Neffen und Quack nach einer vierten Pyramide, die den Weg in ein vergessenes Tal weisen soll. Durch Zufall findet man die Pyramide, und dann wird es unlogisch: Wo und wie sich das Tal befindet, wird nicht erklärt (italienische Geschichten mit ähnlichem Plot haben wenigstens immer irgendeine Erklärung dafür, wieso in diesen Tälern Leben möglich ist), und das Verhalten der dort unten (?) lebenden Ägypter ist reichlich widersprüchlich. Die Krone wird der Geschichte durch einen Nicht-Schluss aufgesetzt, der am Ende richtig wütend macht. Pah.

Mittlerweile ist bei mir eine leichte DuckTales-Müdigkeit eingetreten, und ich fange an, das „LTB präsentiert“ zu vermissen. Allerdings würde es mich nicht überraschen, wenn die Reducktion noch mal einen Zweierpack schnüren würde. Es gäbe genug Material für ca. acht weitere Bände – angesichts der etwas durchwachseneren Qualität von Band 3 & 4 (im Vergleich mit 1 & 2) wäre es mir aber lieber, wenn man sich auf zwei weitere, wirklich gute Bücher beschränken würde. Weitere DuckTales-Classics (großformatige Alben) halte ich dagegen für unwahrscheinlich, die Ausgaben waren nicht gut zusammengestellt und auch nicht gut verbreitet.

Bewertung

Über Spectaculus 6 Artikel
Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!! Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

Kommentieren

avatar