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LTB 538 – Der Fluch der Hexe 1

LTB 538 – Der Fluch der Hexe 5/5 (5)

LTB 538 6,99 €
LTB 538 – Der Fluch der Hexe 2

Buchtitel: LTB 538

Buchautor: Egmont Ehapa

Buchformat: Paperback

Logo des Herausgebers:

Erscheinungsdatum: 13. October 2020

Anzahl der Seiten: 256

Extra: Donald-Postkarte Nr. 2 (Nr. 1 war LTB 520 * beigelegt).

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Das Cover stammt von Giorgio Cavazzano – nach dem “Wünsch-O-Mat” ist es bereits das zweite Coverbild des Altmeisters auf einem LTB 2020. Schöne Entwicklung!

Der Fluch der Hexe

Gundel Gaukeley verkleinert sich – und Dagobert Duck samt Großneffenschar! So beginnt ein Kampf im Miniformat, der zu großen Teilen in einem Spielzeugschloss stattfindet. Kompliziert wird die Sache, als Donald nach Hause zurückkehrt…

Verkleinerte Figuren sind sozusagen eines DER Standardmotive – im Disney-Bereich wurde das Thema x-mal durchgekaut, und auch meine Wenigkeit hat schon mal einen Comic fabriziert, der sich damit befasst hat. Da es so etwas schon oft gegeben hat, kommt es sehr auf die Umsetzung an. Und da lässt sich Peter Snejbjerg nicht lumpen: Die Geschichte steckt voll skurriler Einfälle, die von einem nach wie vor fantastisch zeichnenden Massimo Fecchi kongenial umgesetzt werden.

Die Geschichte wird zwar dem reißerischen Titel nicht ganz gerecht, unterhält aber ganz prima. GUT+

Held in Gefahr

Die Entenhausener Polizei lässt eine Hehlerbande auffliegen. Allerdings ist der Auftraggeber unbekannt – was sich durch Mickys halsbrecherischen Einsatz ändert. Man hat einen dicken Fisch am Haken – Geschäftsmann Max Märktle – der allerdings seine Unschuld beteuert. Es steht Aussage gegen Aussage und Micky ist als einziger Augenzeuge im Kreuzfeuer. Den freiheitsliebenden Detektiv unter Polizeischutz zu stellen, ist aber nicht so einfach…

Eine GSG9-artige Spezial-Eingreiftruppe? Mehrere gewaltsame Entführungsversuche? Toughe Story! Im LTB sind solche Töne äußerst ungewohnt. Dass die Grundidee ein wenig an “Micky Mystery” und da besonders das Kapitel “Feuersturm” erinnert, ist wohl kein Zufall, auch wenn Alessandro Sistis Story natürlich deutlich schneller auf den Punkt kommt und durch den Schauplatz Entenhausen auch bei weitem nicht so heftig eskalieren kann (in Anderville ist da einiges mehr möglich).

Marco Palazzis Zeichnungen fügen sich da erneut hervorragend ein (nachdem er mich ja gerade erst in LTB Crime 10 bei einer ähnlich starken Krimigeschichte überzeugt hat). Insgesamt eine sehr gute Krimigeschichte, auch wenn ich weiß, dass gerade diese Art von Storys (in denen Micky selbst fast schon Teil der Polizei ist) bei nicht allen Lesern auf Gegenliebe stößt. TOP-

Die Legende des 1. Phantomias, Teil 13: Die Ringe des geheimnisvollen Grafen

Ähnlich wie beim letzten Mal ist auch diesmal Phantomias (also der Gentleman-Dieb, alias Lord Quackett) zusammen mit Detta von Duz auf der Suche nach einem Schatz. Diesmal wird es allerdings etwas komplizierter. Einmal wäre da die Tatsache, dass Phantomias bereits vor Jahren eigentlich dachte, dass er die Ringe des Grafen von Cagliostro gestohlen habe. Seine damalige Gefährtin Lady Safran (alias Jen Yu) war mit den Ringen durchgebrannt, bei denen es sich jedoch um eine Fälschung handelte. Nun ist sie auch wieder mit im Spiel, verkleidet als Gräfin von Cagliostro… Es entbrennt eine wendungsreiche Schatzsuche mit einigen Überraschungen.

Wie eigentlich fast alle Episoden der Serie bisher absolut lesenswert, Marco Gervasios Zeichnungen werden auch immer stärker (und sind wie immer toll koloriert). Jen Yu erinnert übrigens optisch ein wenig an Klarissa, ist also ein echter Hingucker und wird uns wohl wieder begegnen. TOP-

Nun stellt sich die Frage, was genau Marco Gervasio hier für einen Plan verfolgt. Die Enthüllung am Schluss fügt sich nahtlos in die Andeutungen der letzten Kapitel ein, aber die Querverweise zu einem der ältesten Phantomias-Abenteuer von dessen Erfinder Guido Martina lassen mich etwas verwirrt zurück. Gemeint ist die Geschichte “Phantomias ist phänomenal” (LTB 44, Ultimate Phantomias 2), die beim Nachdruck des LTB zu “Sieg auf der ganzen Linie” umbenannt wurde. Die Verbindung ist der Satz “sursum corda”, aber davon abgesehen sehe ich momentan keinen Zusammenhang zwischen den Ringen des Grafen von Cagliostro und dem Schatz des kriminellen Lateinlehrers. Man darf gespannt sein, ob und wie Gervasio da eine Verbindung ziehen wird, denn Zufall ist die Anspielung ja offensichtlich nicht.

Nichts für schwache Nerven

Donald soll auf Dicky, Dacky und Ducky aufpassen. Die!!! Wollen!!! Horrorfilme!!! Gucken!!! Donald ist da eigentlich dagegen, lässt sich aber breitschlagen. Und dann? Na dann kommt der Horror zur Tür herein, was denn sonst!

Vito Stabile schafft es, selbst eine so dermaßen kurze Geschichte zum Strahlen zu bringen. Die Story passt gut zu Halloween, und dass Stabile weibliche Figuren endlich mal gelungen in den Vordergrund rückt, habe ich ja schon bei der Rezension von “Einfach unwiderstehlich” erwähnt. (Es gibt sogar eine kleine Kurzgeschichtenserie, in der die von Stabile so geliebte Dolly Ratschläge an die jüngeren Drillingsmädchen verteilt.) Giuseppe Facciottos Zeichnungen, im LTB eher selten zu sehen, erinnern ein klein wenig an Enrico Faccini, sind aber lebendiger und insgesamt eigenständig. GUT+

Gleiches Recht für alle

Dagobert Duck ist erbost: Die Panzerknacker wurden doch tatsächlich freigesprochen! Auf den Rat von Baptist hin sieht er sich bald darauf mal eine Gerichtsverhandlung an. Die Geheimwaffe der Ganoven entpuppt sich als ihre Anwältin Rosi Rechtzweeg. Dagobert macht ihr Vorwürfe, die aber an der Juristin abperlen. Als er selbst kurz darauf Rechtsbeistand sucht, kommt ihm ausgerechnet die Panzerknacker-Verteidigerin in den Sinn. Das geht aber nicht gut aus, und Rosis Ruf leidet in der Folge stark.

Dasselbe Team wie bei “Kur und Kosten” – Autor und Philosoph Giorgio Fontana sowie Zeichner Paolo Mottura – war auch hier wieder verantwortlich. Dabei gefällt mir diese Geschichte deutlich mehr. Warum der Comic kurz vor seiner geplanten Topolino-Veröffentlichung zurückgezogen und noch mal überarbeitet werden musste, werden wohl bloß die beteiligten Personen wissen. Interessant finde ich, dass Dagoberts Verhalten gegenüber Rosi ein wenig an einen gewissen abgewählten Präsidenten erinnert… Über die Moral kann man allerdings geteilter Meinung sein. Dass jeder das Recht auf eine gute Verteidigung hat, will ich ja gar nicht bestreiten. Andererseits kann man durch den Comic auch den Eindruck gewinnen, dass es in Ordnung ist, wenn Verbrecher nach Einbruchsversuchen völlig unangetastet davonkommen, nur weil ihre Anwältin irgendwelche Schlupflöcher zitiert. GUT+

Gut gesagt

Nach einer öffentlichen Blamage will Donald lernen, ordentliche Reden zu halten. Damit wird er dann unerwartet erfolgreich: Mit einer Menge heißer Luft, die aber fesch verpackt ist, erregt er schnell öffentliche Aufmerksamkeit.

Typische “Meister seines Fachs”-Geschichte, von Autorenlegende Giorgio Pezzin allerdings mit einem deutlichen Schuss Politsatire versetzt und von Giorgio Di Vita gewohnt souverän gezeichnet. Dass das Ganze am Ende genauso blöd ausgehen muss, wie es angefangen hat, liegt in der Natur des Genres. Trotzdem zeigt die Geschichte, dass es sich lohnen kann, in älteren Topolino-Jahrgängen (2003) nach übersehenen Perlen zu tauchen. GUT

Polizeihund für einen Tag

Noch eine Pluto-Geschichte nach “Wo steckt Pluto” aus dem letzten Band – wahrscheinlich kein Zufall rund um die Veröffentlichung der Maus-Edition, die sich mit Mickys vierbeinigem Freund befasst. In dieser Geschichte muss Pluto für kurze Zeit bei Kommissar Hunter unterkommen, da Micky wegfährt. Pluto fühlt sich von den hochausgebildeten und trainierten Polizeihunden eher eingeschüchtert. Aber als die Elitetruppe wegfährt und eine Drohne ins Polizeirevier eindringt, merkt nur Pluto etwas…

Ganz nette Kurzgeschichte für zwischendurch. GUT

Klebrige Kostbarkeit

Schatzsuche mal anders: Dagobert fühlt sich gezwungen, ausgerechnet mit Dussel in den Himalaja zu reisen. Dort landen sie dann eher durch Zufall im abgelegenen Honigtal, wo es besonders köstlichen Honig gibt.

Bruno Sarda wollte hier vielleicht auch ein wenig auf Rodolfo Ciminos Spuren wandeln. Allein, die Geschichte wirkt fad, und das nicht nur, weil es kein rosa Salz gibt. Dussels Rolle wirkt hier wie tausendfach gelesen und deswegen über weite Strecken vorhersehbar. Immerhin sind Marco Palazzis Zeichnungen technisch tadellos. MITTELMÄßIG+

Der gute Knecht

Andersherum ist es hier: Die uninspirierten Zeichnungen von Marco Mazzarello können mit der Qualität des Plots von Pietro Zemelo nicht mithalten.

Es geht los mit einer Ansprache eines Herrn Raffke, der alle Bauern der Umgebung dazu bringen will, ihr Land an ihn abzutreten. Da viele bereits bei ihm Schulden haben, liegt es an Oma Duck – aber gerade von ihrem Knecht Franz kommt arg wenig Widerspruch. Daniel Düsentrieb soll mit einem Zuversichts-Verdoppler helfen, verdoppelt aber aus Versehen Franz. Nun hat Dorette zwei Knechte. Einer davon ist faul wie gehabt, der andere fleißig – und es kommt, wie es kommen muss, der fleißige Franz verdrängt bald den gewohnten Faulpelz vom Hof. Aber irgendwas scheint mit dem Neuling nicht zu stimmen.

Wie gesagt, schade um die tolle Story – die Zeichnungen sorgen nicht so sehr für Lesegenuss. Zudem wäre es mir lieber gewesen, wenn man die beiden Franzens optisch irgendwie voneinander unterscheidbar hätte machen können. GUT-

Der Allesnutz

Donald stehen die Schulden mal wieder bis zum Schnabel. Arbeiten für Onkel Dagobert wird (dank kümmerlicher Bezahlung) wenig daran ändern. Aber es gibt ja auch noch die Arbeitsvermittlung. Und da zahlt es sich dann mal aus, dass Donald für seinen geizigen Onkel schon so oft die Kastanien aus dem Feuer holen musste.

Eigentlich eine schöne Charakterstudie, aber irgendwie muss man das Ganze ja noch beenden, und da scheint Alessandro Sisti am Ende nicht mehr so viel eingefallen zu sein. Das schwache Schlussbild trübt dann auch den Gesamteindruck. GUT-

Fazit:

Insgesamt hat LTB 538 einen “klassischen” Anstrich. Es lässt sich recht gut von vorne bis hinten durchlesen, auch wenn das Niveau gegen Ende hin etwas nachlässt. Trotzdem habe ich bei keiner Geschichte das Gefühl, das Buch am liebsten wegzulegen, was ja schon mal positiv ist. Die ersten fünf Geschichten würde ich sogar durchweg als lesenswert bezeichnen. LTB 539 – ganz im Zeichen der Tatort-Fortsetzung – ist da wieder etwas spezieller.

Bewertung

Spectaculus

Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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Spectaculus

Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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