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LTB 531 – Keine Zeit zu lachen 1

LTB 531 – Keine Zeit zu lachen 5/5 (2)

LTB 531 – Keine Zeit zu lachen 2

 

31.3.2020, 6,99 €, 250 S.

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Das Cover ist …das erste DoppelDuck-Cover, das mir nicht zusagt. Schock! Die Pose erinnert zwar an die von LTB 384 (damals eines der ersten Freccero-LTB-Covers), aber diesmal finde ich das (von Egmont in Auftrag gegebene) Cover einfach nichtssagend. Und da der neue James-Bond-Film “No Time to Die” verschoben wurde, wirkt auch die Anbiederung im Titel nicht mehr so souverän. Ungewollt passend ist der Titel jedoch zur aktuellen Weltlage.

Ich bin übrigens weiterhin der Meinung, dass man problemlos italienische Covers, wenn sie schon nicht als gut genug für die Titelseite erachtet werden, auf der ersten Seite im Buch drucken kann. In diesem Fall wäre das dieses Cover von Giada Perissinotto gewesen, die auch den dritten Teil der Titelgeschichte gezeichnet hat.

 

DoppelDuck — Keine Zeit zu lachen

Teil 1: Jeder gegen jeden (54)

 

Donalds Geheimidentität als Agent ist weiterhin in Gefahr. Deutlich mehr beschäftigt es ihn jedoch, dass er kaum Zeit für seine Neffen hat, die ihn sogar an ihre Theateraufführung erinnern müssen. Aber es wird knapp, denn es gibt einen neuen Auftrag: Die Aktinie hat es auf einen Server abgesehen, über den offenbar der gesamte Internetverkehr läuft. Donald muss verhindern, dass die Bande den Server übernimmt. Allerdings mischt noch jemand anderes mit. Es ist eine Sie. Und sie heißt Kay-K und ist bekanntermaßen mit allen Wassern gewaschen…

Spannender Auftakt des neuen Dreiteilers. Als Autor mit an Bord ist neben dem Erfinder der Serie, Fausto Vitaliano, erstmalig auch Tito Faraci, dem ich es durchaus zutraue, dass er der Reihe neue Impulse verpassen kann. Hauptautor ist hier aber nach wie vor Vitaliano: Dass sich Donald mit seinem Spiegelbild streitet, kennt man schon von Goofwolfs Episoden als Detektiv des Düsteren.

Andrea Frecceros “italienische” Zeichnungen sind wieder mal Klassen besser als sein letzter “dänischer” Versuch (das enttäuschende “Neue Helden”), profitieren aber auch wie gewohnt von der Kolorierung durch PKNA-Miterfinder Max Monteduro.

 

Was für ein Tag!

 

In einer fast wortlosen Geschichte stellt Autor/Zeichner Fabio Pochet hier den Tagesablauf von Micky Maus und Kater Karlo gegenüber. Das ist über weite Strecken ziemlich lustig und schön anzusehen, erinnert auch ein bisschen an den Humor der Zeichentrickfilme. Die Geschichte wirkt vor allem durch die kleinen Details und den krassen Kontrast: Auf der einen Seite Micky, der (mit Ohrhörern in den Lauschern!) eine Runde joggt, während Karlo seinen Wecker erlegt und weiterschläft. Oder später im Geschäft.

Auf der negativen Seite ist der nicht so tolle Schlussgag und die Tatsache, dass das Ganze doch relativ belanglos ist. Für eine Kurzgeschichte total in Ordnung, aber dass Micky gerade mal mickrige zwölf (halbe) Seiten in einem LTB mit 250 Seiten zugestanden bekommt (okay, dazu noch zwei Seiten bei Donald Quest), ist doch ärgerlich. GUT

Ein bisschen wundere ich mich über die Ampel. Sehen die in Italien so aus? Inklusive Zebrastreifen und einer Fußgängerampel mit drei Farben?

 

Donald Quest – Saga 4: Das eiserne Vermächtnis

Prolog: Das Heilwasser der Amphore

 

Diesmal verstehe ich überhaupt nicht, was der Prolog mit der folgenden Saga zu tun hat. Die einzige Verbindung sind die Wasserstettfälle… und auch die Zeichnungen sind nicht sonderlich gut. Abgehakt.

O.M.A. (32): Die Monster, die ich rief

 

Ein Spiel mit holografischen Monstern ist gerade in Entenhausen angesagt. Allerdings bringt es Probleme mit sich. Offenbar werden einige der Monster real. Der Chef der O.M.A., der Organisation zum Kampf gegen Monster aller Art, setzt Donald und Dussel (der das Game bereits gut kennt) auf die Sache an. Und in der Tat erweist sich das “Spiel” als viel ernster als gedacht…

Okay, Maya Åstrups zweite O.M.A.-Episode ist zwar kein Meisterwerk, aber deutlich besser als ihr erster Versuch. Die Bedrohung wirkt zwar wie aus Versatzstücken zusammengeklaut (so erinnert mich der Oberguru ein wenig an Ahrimadz, der auch Monster aus einer anderen Dimension für sich nutzen wollte), ist aber trotzdem überzeugend in Szene gesetzt. Dussel ist richtig sympathisch und seine Verbrüderung mit dem Feueraffen sorgt für einen Casty-artigen Moment – und gegen Ende sogar für einen kleinen Druck auf die Tränendrüse; eher ungewohnt für die O.M.A.-Reihe. Hoffentlich wird dieser Faden auch in folgenden Episoden weitergesponnen, das Potenzial ist ja da.

Nur ein wirklich störendes Element ist mir aufgefallen, und das wäre die Gehirnwäsche. So wie die Jünger aussehen, würde ich eher denken, dass sie bereits Opfer einer Gehirnwäsche sind…

Flemming Andersens Zeichnungen passen gut zur Geschichte, wenn sie auch nicht ganz auf dem Niveau von “Kosmische Tierwesen” sind und wieder etwas nervöser wirken. Ab und zu wäre etwas mehr Platz vielleicht nicht schlecht gewesen. Wie immer bei Åstrup gibt es auch hier den “versteckten Igel” (ihr Markenzeichen), der hier gar nicht so versteckt ist. GUT

Umzugsstress: Im Kleinen und Ganzen

 

Gundel-Einseiter. Nicht schlecht, nicht toll.

Episode 1: Angriff der Rostbiests

Episode 2: Grünes Grauen im Geiferhain

 

Die BusterBots werden von Rostbiests zerfressen. Um Gold machen sie einen Bogen. Aber woher nehmen? Primus weiß die Antwort: Die Zitronen aus Limonstett sollen Eisen in Gold verwandeln. Der Weg dahin ist aber nicht so einfach. Und zur gleichen Zeit startet Meister Basilisk, der auch die Rostbiests geschickt hat, seinen Angriff.

Einigermaßen würdiges Finale einer nicht wirklich umstrittenen, sondern fast nur einhellig kritisierten Serie. Meister Basilisk (siehe 2. Saga) wird stimmig eingesetzt, und die Stein-der-Weisen-Variante ist auch recht einfallsreich, genauso wie das Spiegellehen und die Lektion, die der Stadtkämmerer lernen muss.

Weniger glücklich bin ich dagegen mit den Zeichnungen, die letztes Mal deutlich besser waren. Alessandro Pastrovicchio hat sich im LTB rar gemacht, aber sein etwas klobiger Stil ist nach wie vor etwas eigenartig, wenn auch detailreich. An der Kolorierung gibt es dagegen nichts auszusetzen.

DoppelDuck — Keine Zeit zu lachen

Teil 2: Feinde wie früher (55)

 

Gerade als Kay-K meint, Donald festgesetzt zu haben, taucht die Aktinie auf. Donald muss nun den Server, und damit das gesamte Internet, vor der Aktinie schützen. Zu diesem Zweck schickt die Agentur eine Kapsel, mit der er sich im Internet bewegen kann. Aber die Aktinie ist auch nicht auf den Kopf gefallen…

Interessant finde ich, dass es eine Menge Referenzen an (v.a. den neuen) Phantomias gibt, wie das zuvor nur bei Francesco Artibani der Fall war – wahrscheinlich das Verdienst von Tito Faraci (der den zweiten Teil alleine geschrieben hat), der ja einen ähnlichen Stil pflegt und ebenfalls wichtiger Autor der PKNA-Serie war. So erinnert das Tauchen im Netz doch deutlich an ElViRa (siehe “Zwei”), und Donald macht auch selbst Anspielungen á la “meine andere Arbeitskleidung… mit Maske und Mäntelchen”.

Stefano Zanchis Zeichenstil erinnert weiterhin deutlich an Andrea Freccero, aber er wird immer besser; teilweise finde ich die Zeichnungen sogar deutlich feingliedriger und ansehnlicher als die von Freccero. Dass der nächste (bei uns noch unveröffentlichte) Dreiteiler von Zanchi alleine stammt, finde ich daher gut.

In schlechter Gesellschaft

 

Eine nicht ganz unwitzige Geschichte von Pietro B. Zemelo, leider von Antonello Dalena gewohnt abseitig gezeichnet: Daisy will gerne am Empfang einer Adligen (einer Gräfin oder Baronin, der/die Übersetzende scheint es nicht genau zu wissen) teilnehmen. Donald wirkt dabei wie der Trottel vom Dienst. Aber gegen Magenknurren kann man auch nicht mit Gewalt ankommen.

Herziger Schluss, der zeigt, dass es manchmal mehr auf die kleinen, aber wichtigen Dinge ankommt… und das vornehme Geschwätz als weitgehend heuchlerisch und inhaltsleer entlarvt. GUT

Die gestohlene Ballerina

 

…gehörte Dorette Duck. Eigentlich handelt es sich um eine Spieldose, die “An der schönen blauen Donau” von Johann Strauss (dem “Walzerkönig”) spielt. Dagobert vermutet, dass sie viel wert ist und versucht, mehr über sie herauszubekommen. Darum fliegen Donald, Dagobert und Dorette nach Wien an die Donau. Und dort gibt es zunächst ein Wiedersehen mit den Dieben, aber dann eröffnet sich eine erstaunliche Geschichte…

Schatzsuche-Storys sind anspruchsvoll; längst nicht alle gelingen. Vito Stabile gehört zu den besten jungen italienischen Autoren und versteht es, eine vielschichtige und stimmige, dabei dennoch unvorhersehbare Handlung zu schreiben. Auch setzt er die Figuren gekonnt ein, ohne nur sattsam bekannte Muster wiederzukäuen (hier besonders Oma Duck und die Panzerknacker). Sein Erzählstil ist aber auch deutlich von Don Rosa geprägt, an dessen Geschichten ich mich hier auch erinnert gefühlt habe. Schade nur, dass die Bilder da nicht mithalten können: Graziano Barbaro hat sich merklich ins Zeug gelegt (Wien auf S. 168), trotzdem gefallen mir die Zeichnungen nicht so recht. Trotzdem ganz nah am “Top”… GUT+

Episode 3: Die Limone des Lichts

Episode 4: Das goldene Finale

s.o.

Mysteriöse Fälle: Spitzentechnologie

 

Einseiter aus dem Maus-Universum ohne Micky. Recht gut, kannte ich aber schon aus meinem ersten und bislang einzigen Topolino 🙂

Erschöpfend erschöpft

 

Der Titel sagt eigentlich schon alles und damit ist diese erschöpfende Geschichte schon erschöpfend behandelt. Gähn. Tausendmal gelesen und als eigenständiger Comic ohne eine echte Plotidee schlicht belanglos. Allenfalls Maurizio Amendolas klassische Zeichnungen werten es ein klein wenig auf. Als Phantomiasgeschichte auch nicht wirklich brauchbar, der Rächer ist gerade mal auf zwei Seiten zu sehen.

DoppelDuck — Keine Zeit zu lachen

Teil 3: Wettlauf gegen die Zeit (56)

 

Der letzte Teil der DoppelDuck-Geschichte beginnt mit einer dramatischen Gemengelage. Donald will eigentlich zur Theateraufführung seiner Neffen, aber die Agentur hat andere Pläne. Es gilt nach wie vor, die Aktinie aufzuhalten (deren wahrer Plan erst hier deutlich wird), und auch Kay-K ist weiterhin mit von der Partie…

Gelungener Abschluss des Dreiteilers, der im Prinzip genau da ansetzt, wo die letzte Episode (in LTB 524) geendet hat. Noch immer versucht die Direktion, Donalds Geheimidentität auffliegen zu lassen. Die Aktinie wird zu einer ernsthaften Bedrohung, und die Beziehung zwischen Donald und Kay-K ist weiterhin uneindeutig. Neu: Der nicht so geheimnisvolle Finanzier, eine Figur, die bislang in der DoppelDuck-Serie praktisch keine Rolle gespielt hat.

Ein paar Sachen stören beim Lesen. Da wäre die Behauptung, die Aktinie habe fünfzehn Mitglieder. Dass es deutlich mehr sind, kann man auf mehreren Gruppenbildern sehen. Übersetzerfehler?

Außerdem sind auch hier ein paar Elemente enthalten, die für mein Gefühl hin zu wenig greifbar sind. Bei “Mission DoppelDuck” war es z.B. der mysteriöse Geisterzug, mit dessen Erklärung sich Fausto Vitaliano offenbar nicht aufhalten wollte. Hier ist es vor allem der Server, dessen Sinn mir schleierhaft ist, und dessen Funktion sich auch im Laufe der Geschichte zu ändern scheint. Da waren die älteren DoppelDuck-Geschichten deutlich realistischer. Insgesamt trotzdem TOP-

Zu den Zeichnungen von Teil 3: Zeichnerin Giada Perissinotto wurde wie viele andere von Giorgio Cavazzano beeinflusst, hat ihren Stil aber im Laufe der Jahre deutlich verselbstständigt. Ihre lebendigen Zeichnungen bringen daher etwas frischen Wind ins DoppelDuck-Universum. Nur gelegentlich ist mir ihr Tuschestrich etwas zu dick.

 

Fazit:

 

Das LTB ist als Ganzes fraglos das Beste des Jahres bisher, aber mit der Verhackstückung der Episoden hat sich die Reducktion keinen Gefallen getan: In LTB 524 machte es noch Sinn, da “Mission DoppelDuck” sowieso von einer gewissen Episodenhaftigkeit geprägt war. Aber diesmal funktioniert es nicht wirklich, da zwischen den drei Teilen praktisch keine Zeit vergeht. Allenfalls Einseiter (wie bei “Klondike” im Vorgänger-LTB) hätte man dazwischen schieben können… wenn es denn wichtig gewesen wäre, das Seitenlayout beizubehalten (Teil 1 endet ja im LTB links, Teil 2 beginnt links…).

Negativ fällt auch ins Gewicht, dass außer der DoppelDuck-Episode nur noch die “gestohlene Ballerina” wirklich Eindruck macht. Die Mausgeschichte ist zwar nett, aber nicht mehr als Füllmaterial, und Donald Quest ist zwar OK, aber eben auch eine Sache für sich – die meisten Leser werden froh sein, dass die Serie nun durch ist.

Band 532 kann mit einem Cover von Giorgio Cavazzano aufwarten (das allerdings leider durch unnötige Effekte verschlimmbessert wurde), und Vito Stabile ist diesmal gleich zwei Mal vertreten. Ebenfalls nicht alltäglich ist ein Comic des eigentlich aufs Heftformat spezialisierten Kari Korhonen, der bislang erst einen Auftritt im LTB hatte (damals aber gleich mit Cover und Titelstory), nämlich “Die Jagd nach dem Falken” (später etwas passender in “Die Malteser Ente” umgetauft).

Bewertung

Spectaculus

Spectaculus

Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
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