COMICSCHAU

LTB 530 – Das Geheimnis meines Erfolgs 5/5 (3)

3.3.2020, 6,99 €, 250 S.

Das Cover ist ganz gut geraten. Mal was Anderes. Sehr detailliert, auch wenn ich Frecceros Stil wohl nie richtig lieben werde (die Konturen von Gegenständen sehen bei ihm irgendwie immer zu dick aus).

Das Geheimnis meines Erfolgs

Dagobert Duck ist mal wieder am Verzweifeln: Ständig wollen ihm die Panzerknacker sein liebes Geld wegnehmen. Da kommt ihm eine Idee: Er kennt eine Insel, die nirgends sonst verzeichnet ist – Paramuda Island. Wäre das nicht der perfekte Ort, um sein Geld einzulagern?

Irgendwie ist mir das in letzter Zeit eindeutig zu vihl Pihl 😛 – auch wenn diese Geschichte sicher besser ist als die beiden kruden Außerirdischen-Storys in den zwei Vorgänger-LTBs. Aber gibt es nicht noch andere Egmont-Autoren?

Die Grundlage ist an sich sehr klassisch und nicht schlecht konstruiert, aber einige Dinge verleiden mir dann doch den Lesespaß. Ich gebe zu: Bei Seite 13 war es für mich aus, und ich konnte die Geschichte zunächst gar nicht weiterlesen. Wie blöd ist diese Wendung denn bitte?

Auch das Geschacher rund um den Besitz der Insel wirkt für mich irgendwie unmotiviert, ebenso wie die ausnahmslos zahmen Tiere. Wer’s glaubt. Dazu frage ich mich, was wir mit dem Schluss anfangen sollen: Bleibt der Geldspeicher jetzt dauerhaft leer? Die Ducks wollen nach Entenhausen zurückkehren – aber was ist mit Dagobert? Status Quo, hallo?

Auch will mir die Übersetzung nicht gefallen – was übrigens das erste Mal seit sehr, sehr langer Zeit ist. Zu geschwollen drücken sich die Figuren aus. Es stört den Lesefluss doch ziemlich. Gleiches gilt für das furchtbar bemühte “Jo, Bro, isso” auf S. 14. Bah.

Der größte Pluspunkt sind fraglos die genialen Zeichnungen von Massimo Fecchi (dessen Bild auf der LTB-Rückseite auch zeigt, dass man gerne auch mal ein Cover von ihm verwenden dürfte – Collector’s Edition, anyone?). Fecchis Stil wertet das Ganze dermaßen auf, dass man es trotz Logikschwächen nicht zu schlecht bewerten kann – deshalb GUT

Fragt sich am Ende bloß, was der Titel mit der Geschichte zu tun hat…

Donald Quest – Saga 3: Das Lied der Sirene

Prolog 1: Das Geheimnis des Drachenmondes

Prolog 2: Die Wurzel des Bösen

Der zweigeteilte Prolog zeigt zunächst einen Rückblick in die Vorgeschichte der ersten “Donald Quest”-Saga, der auch lange überfällig war. Endlich erfährt man, wie das Phantom zum Meteormaster wurde. Leider befreien Donald und Co. dabei auch einen anderen Bösewicht, der ihnen noch zu schaffen machen wird…

Recht guter Auftakt, leider von Ciro Cangialosi nicht besonders ansprechend gezeichnet (die Neffenschnäbel auf S. 48).

Blumen und Brillanten

Goofy streitet sich mit seinen Gartenpflanzen, da schaut Inspektor Issel vorbei und erzählt, dass er Kommissar Hunter nicht erreichen kann. Goofy geht es mit Micky nicht anders. Ganz klar: Hunter und Micky waren mit dem Überfall auf Juwelier Goldmann überfordert – da müssen zwei echte Profis ran! Und so entwickelt sich die Geschichte entsprechend unvorhersehbar, wie man es vermuten kann, wenn Goofy und Issel zusammenarbeiten.

Hm. Die Inhaltsangabe deutet es schon an: Pietro Zemelo versucht hier, auf Tito Faracis Spuren zu wandeln (ich erinnere an “Genie im Hintergrund”). Viele Gags wie das Handy zu Beginn oder auch einige Dialoge (“Aber Herr Kommissar! Sie kennen doch meine Fähigkeiten als Ermittler!” – “Genau! Deswegen frage ich ja!”) sind durchaus auf Faraci-Niveau, aber als Ganzes wirkt mir die Geschichte zu zufällig konstruiert. Zwar ist es immer erfrischend, eine etwas durchgeknalltere Variante der üblichen Kriminalgeschichten zu lesen, aber irgendwas fehlt mir beim Lesen doch. Dafür passen Lucio Leonis Zeichnungen sehr gut zum Plot; ich sehe ihn zwar lieber bei den Ducks, aber er hat fraglos auch ein Talent für Mickys Welt. GUT

Zwei Dinge noch: Dass Inspektor Issel anstelle seiner Zigarre einen Lutscher im Mund hat, ist nicht ganz neu, aber für mich immer noch ein seltsamer Anblick. Und Karlos Komplize Ede erinnert visuell doch erstaunlich an Schnauz.

Astronomie im Alltag: Monster aus dem All

“Geht so”-Einseiter. Mehr oder weniger die exakt selbe Pointe hatten wir auch schon mal mit Donni im Halloween-LTB. Das fällt schon auf…

Episode 1: Die Rückkehr des Phantoms

Episode 2: Auf der Insel der Ninjas

Kater Karlo wird verfolgt, obwohl er gar nichts getan hat. Auf der Flucht landet er auf Donalds Drachenboot. Gleichzeitig werden das Phantom, Hugo Habicht, die Panzerknacker, Gundel und Kralle aus dem Gefängnis befreit. Die Bande bewirkt bald Schlimmes, und in Sumpfstett erfahren die Biestbuster, wieso die Bösen plötzlich so eine große Macht haben…

Bis hierhin ist das wohl die “Donald Quest”-Saga, die mir am meisten gefällt. Alleine, dass die weiblichen Charaktere endlich mehr Raum bekommen, ist schon mal ein Pluspunkt. Und dann ist es auch das Zwischenmenschliche, das die Geschichte prägt. Die Episode rund um die Wiesohopfe ist zwar witzig, aber für die Haupthandlung letztlich nicht von Belang. Die Geschichte lädt mich persönlich deutlich mehr zum mehrfachen Lesen ein als die ersten beiden Sagas.

Auch visuell gefällt mir das Ganze: Verglichen mit der Kurzgeschichte in LTB Premium 25 kann ich gar nicht glauben, dass die Zeichnungen wirklich von Marco Forcelloni sind, denn sie sind wirklich schön anzuschauen – warm, lebendig und detailliert (letzterer Aspekt geht im kleinen LTB-Format leider erneut ziemlich unter; es bleibt ein Rätsel, wieso man sich nicht für eine Veröffentlichung im größeren Format entschieden hat, á la LTB Collection). Zusammen mit der hervorragenden Kolorierung sind es für mich die schönsten Zeichnungen der “Donald Quest”-Reihe bisher.

Die alte Bottaro-Figur Zantaf hat hier mal wieder einen Auftritt, der letzte dürfte die (übrigens sehr gute) O.M.A.-Folge “Monster in Shooty Town” in LTB 460 gewesen sein. Damals hieß er Professor Piepenbrinck – hier heißt er Graf Zahltag. Beide Namen sind schon des Öfteren zum Einsatz gekommen, aber eine Festlegung wäre hier wie so oft wünschenswert.

So, nun gibt es noch eine letzte Saga “Donald Quest” – wieder 60 Seiten – und damit ist die Sache hoffentlich erstmal gegessen…

Emil Erpels Erbe

Donald soll als Nachtwächter auf eine Satteltasche aus Emil Erpels Erbe aufpassen. Da wird er von einer leuchtenden Kugel außer Gefecht gesetzt. Dagobert ist erbost. Zeit für Donald, das Alter Ego aus dem Schrank zu holen. Und ganz zufällig hat Daniel Düsentrieb mit der “Duo-Dose” eine Erfindung anzubieten, die zwei völlig unterschiedliche Funktionen anzubieten hat, welche beide sehr hilfreich sein können.

Die obligatorische Phantomiasgeschichte. Und wie im vorletzten Band ist es eine sehr aktuelle, und wieder stammt sie von Carlo Panaro (ebenfalls kurios: “Das doppelte Onkelchen” erschien in Topolino 3304, “Emil Erpels Erbe” in 3306) und enthält eine Menge technischen Firlefanz. Wie wäre es mit etwas mehr Abwechslung? Es gibt immer noch viel mehr Phantomiascomics aus den 1990ern, als im Ultimate nachgedruckt werden können…

Es wäre ja nicht so schlimm, wenn die Phantomiasgeschichten gut wären, aber sie sind es einfach nicht wirklich. Auch die historischen Hintergründe machen es nur marginal interessanter.

Giampaolo Soldatis Zeichnungen sind OK, wirken teilweise aber etwas grob und die Proportionen bzw. Körperhaltungen sehen an einigen Stellen auch komisch aus (Phantomias wirkt auf S. 130 unten wie ein aufgeblasener Ballon!). Auch der (ansonsten sehr blasse) Bösewicht ist ausgesprochen hässlich. MITTELMÄßIG

Entensee

Überhaupt nicht grob sind die Zeichnungen von Luciano Gatto (getuscht von Michele Mazzon?), die mir nach wie vor sehr gut gefallen. Aber die Geschichte von Fabio Michelini (der über Jahrzehnte immer wieder mit Gatto zusammengearbeitet hat, mit durchaus ansprechenden Resultaten – siehe z.B. die Kometenreihe) ist sehr konfus…

Dagobert setzt das Ballett “Entensee” ab, weil er die Gehälter der Mitwirkenden nicht erhöhen will (alleine das schon ein hanebüchener Anfang; es wird ja so getan, als ob die Aufführungen plötzlich zum Verlustgeschäft würden – aber ohne Ballett verkauft man auch keine Eintrittskarten!). Die Entenhausener laufen deswegen Sturm (unglaubwürdig). Dann taucht eine Primaballerina namens Anna Duckowna auf, die umsonst tanzen will (noch unglaubwürdiger) und den Goldsee als Ort für eine Freilichtbühne vorschlägt.

Besser wird die Geschichte ab dann: Dagoberts Kampf mit seinen wahr gewordenen Ängsten in freier Natur ist recht gut gemacht, und auch die Ballettfreunde werden am Ende doch noch sinnvoll eingesetzt. Aber insgesamt leidet der Comic doch unter der sehr konstruierten und wenig überzeugenden Ausgangslage. MITTELMÄSSIG+

Episode 3: Im Sumpf der Molche

Episode 4: Die Galaxie der Verbannten

(s.o.)

Klondike

Teil 1: Wettkampf der Goldschürfer

Ein Goldgräber namens Goliat Goldsieb hat am White Agony Creek Gold gefunden. Dagobert Duck hat das Vorkaufsrecht und will ihm das Land abkaufen, aber auch Klaas Klever hat Interesse. So entbrennt zunächst ein Wettstreit darum, wer in kurzer Zeit mehr Gold findet. Fortsetzung folgt…

Ulkig: Aus dem Autorennamen Giulio D’Antona wurde durch einen Vertipper plötzlich der weibliche Name Giulia D’Antona…. und natürlich, wie es sich für einen richtigen Ehapa-Fehler gehört, gleich doppelt 🙂

Aus dem Leben einer Hexe: Im Streik

Ganz witziger Einseiter rund um Gundel und ihren Besen, der auch Grenzen kennt…

Klondike

Teil 2: Kodex der Goldgräber

Dagobert ist aus dem Wettbewerb zwar knapp als Sieger hervorgegangen, aber nun wurden seine Dokumente gestohlen. Der naheliegende Täter Klaas Klever ist bereits weg. Aber die Schlauschnabel-Indianer warnen Donald und Dussel: Goliat Goldsieb hat nichts Gutes im Sinn. Dagobert glaubt ihnen nicht. Aber wer nicht hören will, muss fühlen. Und auch Klever ging es schon mal besser.

D’Antona hat hier versucht, eine Art Don-Rosa-Geschichte zu schreiben (allerdings mit Elementen, die typisch für italienische Geschichten sind, wie Baptist, Dussel und Klaas Klever). Alleine der recht gefährlich wirkende Goliat Goldsieb, der rein äußerlich deutlich an Shandy Schofel erinnert, ist ein guter Gegenspieler. Ein bisschen mangelt es der Story aber an den wirklich beeindruckenden, dramatischen Momenten, während der Humor nur punktuell (durch Dussels Dialoge mit den Indianern und den Kampf zwischen einem Schlittenhund und Donald) glänzen kann. Insgesamt wirkt es etwas zu trocken, zu theoretisch.

Erneut sind die Zeichnungen besser als der Inhalt: Auch wenn die Geschichte nicht schlecht ist, Lorenzo Pastrovicchios Zeichnungen sind der eigentliche Star und erinnern in ihrer Dichte und Eindringlichkeit an sein Opus magnum “Darkenblot”.

Für meinen Geschmack hätte das hier eigentlich die Titelgeschichte sein müssen. Allerdings hätte es dafür einen besseren Titel gebraucht als das völlig einfallslose “Klondike”. Warum nicht “Der Herr des Klondike”, “König des Klondike” (OK, da war Rosa früher dran) oder “Wettkampf um Klondike”? Ein LTB namens “Wettkampf der Goldschlürfer” wäre auch witzig, aber ich schweife ab… 😉 Insgesamt (also beide Teile) GUT+

Fazit:

Ich tue mich gerade ziemlich schwer mit den LTB-Rezensionen… mir fällt einfach wenig ein, was ich darüber schreiben sollte. Mir ist der Band mal wieder zu Dagobert-lastig. Und es fehlt eine richtige Topgeschichte, auch wenn der Klondike-Zweiteiler durchaus nah dran ist, und “Donald Quest” diesmal mit den anderen Geschichten mithalten kann. Das LTB-Jahr 2020 lässt sich überhaupt nicht gut an und ich hoffe, dass sich das bald wieder ändern wird. LTB 531 heißt weiterhin “Keine Zeit zu lachen”, auch wenn der neue James Bond verschoben wurde: Ob DoppelDuck die momentan durchhängende LTB-Qualität wieder auffangen kann? (Das Cover gefällt mir schon mal nicht, was mir bei DoppelDuck absolut neu ist!) Weiterhin wird es auch mal wieder eine O.M.A.-Episode geben, sowie den Abschluss von Donald Quest. Bei so viel Donald ist kaum noch Platz für Micky (und die Micky-lose Zweitmaus ist ein Einseiter, den ich schon aus meinem einzigen Topolino kenne). Auch das ein Problem der aktuellen LTBs, waren die Bücher in ihrer besten Zeit doch deutlich ausgeglichener. Und wie es mit der “Legende des 1. Phantomias” weitergeht, würde ich doch gerne auch bald wissen…

Bewertung

Spectaculus

Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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Spectaculus

Hallo, ich lese Comics, seit ich denken kann - oder vielleicht sogar noch länger!!
Ansonsten bin ich ein großer Musikfan und mache mir ständig Gedanken über alles und jeden.

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