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You Are An Idiot – Internetphänomen erklärt

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Bei „You Are An Idiot“ handelt es sich um ein recht bekanntes Internetphänomen der 2000er, das auf unterschiedliche Art und Weise auftrat. Mittlerweile ist „You Are an Idiot“ (zu Deutsch: „Du bist ein Idiot“) vor allem im Meme-Kontext bekannt, der vor allem Animationen und Remixes basierend auf dem Phänomen hervorgebracht hat. Doch wie kam es eigentlich dazu und was steckt hinter dem Ganzen?

Da über die Wurzeln des Phänomens bis heute nur spekuliert werden kann, ist bis heute unbekannt, wer hinter all dem wirklich gesteckt hat. Über die Monate und später Jahre gab es allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ganze Reihe an Personen, die Einfluss genommen haben.


Was ist „You Are An Idiot“ überhaupt?

Beim Phänomen selbst handelt es sich um eine aus JavaScript- und dem damaligen Flashplayer bestehende Animation, die zusammen mit Musik begleitet dem Besucher vermitteln soll, dass dieser ein Idiot sei, weil er die Website besucht hat. Dort wird er im besten Fall von einer einfachen GIF-Animation begrüßt, die dieses Bild zeigt und dazu die Songdatei von wenigen Sekunden immer wieder abspielt.

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Wirklich berühmt wurde „You Are An Idiot“ allerdings nicht dafür, sondern weil es sich um eine Art Virus/Trojaner handelte, der aber meist nur im Browser ausgeführt wurde. Bei alten Betriebssystemen (vor allem Windows 97 und XP) kam ein Besucher auf die Seite und das Browserfenster spielte das GIF und die Musik, während es anfing sich über den Screen zu bewegen. Das funktionierte mithilfe von JavaScript und dem Flashplayer.

Wer nun das Fenster versuchte zu schließen, musste mit dem absoluten Gegenteil rechnen. Hierdurch versechsfachte sich die Anwendung nämlich, sodass dann sechs Fenster über den Bildschirm hüpften und nicht mehr nur eins. Mit jedem geschlossenen Fenster tauchten so sechs neue auf, genauso konnte man den Browser selbst nicht schließen.

Nur Stecker ziehen konnte das Chaos beenden

Ein Ende konnte man dem Ganzen nur damit bereiten, dass man den eigenen PC am Aus-Knopf deaktivierte oder den Stecker zog. Denn auch der Task-Manager wird nach einer kurzen Zeit unerreichbar, da überall die Fenster über den Monitor springen und der PC immer langsamer wird, weil der Arbeitsspeicher nur noch damit beschäftigt ist, die ganzen Fenster darzustellen.

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Quelle

Wer eine Datei noch nicht gesichert hatte, bevor er auf eine Website mit der Anwendung kam, konnte sich also relativ sicher sein, dass man diese jetzt auch nicht mehr gespeichert bekommen würde. Nach dem Neustart gehen schließlich alle ungespeicherten Änderungen verloren – somit war das Ganze nicht nur ein witziger Spaß, sondern für manche Nutzer purer Ernst.

In Internetforen warnte man unter dem Namen „Trojan Offiz“ vor Websites, die das ausführten, einige Nutzer konnten sich aber auch dort nicht überzeugen lassen und besuchten die Seiten dann selbst. Besonders bekannt waren dabei die Versionen auf zuerst youdontknowhoiam.org und später dann youareanidiot.org. Beide Seiten beinhalten heute keine der nötigen Dateien mehr – wer sich das Phänomen also ansehen möchte, braucht entweder Videos oder die Seite vom Web Archive. Es ist allerdings bis heute nicht empfehlenswert.

Anfängliche Gerüchte, dass „You Are An Idiot“ die eigene Festplatte beschädigen würde, haben sich schon damals relativ schnell als falsch entpuppt. In seinen Grundzügen ist dieser „Virus“, der eigentlich gar keiner ist, nämlich harmlos.

Veränderte Versionen von „You Are An Idiot“

Weniger witzig waren auch die abgeänderten Versionen der Anwendung, die nicht einfach nach dem Neustart verschwanden. Hierbei handelt es sich vor allem um solche Websites, die den Virus downloadeten und später dann nach jedem Neustart wieder aktivierten. Das ist dann besonders nervig und kann ohne einige Schritte mehr, die nicht mehr ganz so einfach sind, nicht behoben werden.

Hierfür ist es nämlich dann nötig, die Programmdateien zu ändern, bevor man startet und die Anwendung wieder aus dem Start zu entfernen, was einiges an Mehraufwand ist. „You Are An Idiot“ gibt es aber in allen möglichen Formen und Farben, was bedeutet, dass durchaus noch schädlichere Versionen als diese unterwegs gewesen sein werden.

Die meisten Abrufe bekam aber mit Abstand die harmlose Version, die maximal einen Neustart verursachte. Heute bieten einige Websites den gleichen Effekt an oder nur den mit GIF und Musik, der vollkommen harmlos ist. Da sich solche Sachen aber immer wieder mal ändern, verlinken wir diese hier nicht – sonst wird die harmlose Version am Ende durch eine andere ersetzt.

Remixes und Memes vom Phänomen

Wie so oft kamen nach dem Aufruf um die gesamte Thematik dann einige Jahre später auch die ersten Memes und Remixes vom Phänomen auf Seiten wie YouTube ans Licht. Da die Gefahr weitestgehend gebannt war und jeder, der es mal probieren wollte, das auch getan hatte, konnte man es nun für „Kunstwerke“ nutzen – das dürfte die harmlose Version des Ganzen aber sowieso schon vorher gewesen sein.

Ein Beispiel dafür ist ein US-amerikanischer und japanischer Remix, der im September 2006 auf YouTube hochgeladen wurde. Mit fast 7 Millionen Aufrufen erfreut sich dieses Video bis heute dem Interesse einiger Zuschauer.

Doch nicht nur im Jahr 2006 tauchten neue Interpretationen auf, eine etwas weniger erfolgreiche erschien, beispielhaft, im August 2020 und hat bis zum jetzigen Zeitpunkt etwa eine Million Aufrufe gesammelt. Das zeigt, dass das Interesse nach wie vor groß ist.

Es ist, wie so oft, dass alte Phänomene wieder aufgelebt werden. Dies dürfte kein Wunder sein, da „You Are An Idiot“ über die Jahr(zehnt)e zu einem ernsthaften Teil der Geschichte des Internets geworden ist.

So ist es auch nicht unüblich, dass der „Virus“ in Zusammenfassungen oder ähnlichen Auflistungen aufgezählt wird, die sich mit Internet-Viren und Trojanern beschäftigen. Mit seinem relativ harmlosen, aber trotzdem nicht ganz ungefährlichen Auftreten gehört er aber zu denen, wo man als Anwender eher weniger Angst haben muss.

Nichtsdestotrotz gilt es jedoch auch hie aufzupassen, da Abwandlungen zu jeder Zeit wieder auftreten können und man diese im Vorhinein nicht abschätzen kann.

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Bastian

Herausgeber und Autor, nimmt sich selbst weniger ernst als Bielefeld, oft sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

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Daniel

Die Neuversionen fühlen sich so verdammt seltsam an und sehr interessante Thematik! Da bleibt nur eins zusagen: You’re NOT an Idiot (:

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