Wie viel Dagobert Duck steckt in Trump?

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Sonntag, 10. Dezember 2017
Die reichste Ente wird 70
Wie viel Dagobert Duck steckt in Trump?

Von Markus Lippold

Der eine badet in Gold, der andere schmückt damit seine Häuser. Auf den ersten Blick haben Dagobert Duck und Donald Trump viel gemein. Dabei ist ihr Umgang mit Reichtum ganz unterschiedlich. Ihre Einstellung zu Arbeit auch.

Der eine ist US-Präsident, sorgt mit seinen Aussagen und Entscheidungen aber des Öfteren für Kopfschütteln. Der andere ist Unternehmer und erschüttert das Zwerchfell – vor Lachen. Der eine wurde 1946 in New York geboren, als Sohn eines deutschstämmigen Immobilienmaklers und einer Schottin. Der andere erlebte seinen ersten Auftritt im Dezember 1947 – kommt aber ursprünglich aus Schottland.

Donald Trump im New Yorker Trump Tower – im Hintergrund glitzert es golden.
Donald Trump im New Yorker Trump Tower – im Hintergrund glitzert es golden.
(Foto: AP)
Klar, hier geht es um Donald Trump und Dagobert Duck. Der eine ist der Staatschef der USA, der andere eine der bekanntesten Figuren aus dem Hause Disney. Beide haben auf den ersten Blick viel gemeinsam. Ihr Reichtum zumindest ist legendär. Und Trump wurde als „Kreuzung aus Nero und Dagobert Duck“ bezeichnet – was nicht schmeichelhaft gemeint war.

Aber haben der Präsident und die Comicfigur wirklich so viel gemein? Oder gibt es doch Unterschiede? Eine schwierige Frage, weil Dagobert als fiktive Gestalt viele Autoren hat, die ihn immer wieder in anderem Licht erscheinen lassen. Am wirkmächtigsten gelten dabei sein Schöpfer Carl Barks, der unzählige Geschichten mit den Ducks gezeichnet hat, und Don Rosa, der mit „Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden“ die inoffizielle Biografie veröffentlichte.

Der Sprung ins Geld – ein Ritual, hier im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale, das nach der langjährigen Duck-Übersetzerin benannt ist.
Der Sprung ins Geld – ein Ritual, hier im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale, das nach der langjährigen Duck-Übersetzerin benannt ist.

Seit dem ersten Auftritt in Barks‘ Geschichte „Christmas on Bear Mountain“ vor 70 Jahren hat sich das Bild des Unternehmers allerdings stark gewandelt. Dort wird er noch als gnadenloser Geizhals dargestellt – sein Originalname Scrooge McDuck verweist ja auch auf Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“. Noch in den 70er-Jahren galt Dagobert als schlimmstmöglicher Monopolkapitalist und Ausbeuter. Mittlerweile ist die Meinung über ihn etwas milder. Man kennt ihn heute vor allem als Abenteurer, der um die Welt reist, um Schätze zu finden. Klar, geizig ist er immer noch, gelegentlich auch ein Schurke. Und er hat – wie Trump – ein aufbrausendes Temperament, was vor allem Neffe Donald und die Großneffen Tick, Trick und Track zu spüren bekommen. Aber vielfach zeigt Dagobert auch, dass er ein Herz aus Gold hat.

Zärtlicher Umgang mit Gold

Gold ist es auch, was Dagobert und Trump verbindet. Der eine liebt es, in seinen Goldmünzen zu baden. Der andere gilt als Fan des goldenen Glanzes. Doch während es bei Trump um die Präsentation von Reichtum geht, versucht Dagobert diesen zu verbergen. Sein Sprung ins Goldbad findet im Geheimen statt, es ist ein intimes Ritual, ein Zeichen von Zärtlichkeit und Nostalgie. Zu nahezu jeder Münze kann der alte Zausel die Geschichte erzählen, wie er sie erworben hat. Das gilt vor allem für seinen Glückszehner, das erste selbst verdiente Geldstück.

Wer schon immer mal seinen eigenen Glückstaler besitzen wollte – er steckt in „Micky Maus Spezial #1/2017“.
Wer schon immer mal seinen eigenen Glückstaler besitzen wollte – er steckt in „Micky Maus Spezial #1/2017“.
„Ich bin reich geworden, weil ich zäher war als die Zähesten und schlauer als die Schlauesten“, sagt Dagobert in einer seiner Geschichten. Liest man Rosas Biografie, versteht man, was er meint: Dagobert wurde in eine verarmte schottische Adelsfamilie geboren. Bereits als Kind arbeitete er als Schuhputzer – und entwickelte den Ehrgeiz, zum reichsten Mann der Welt zu werden. Er ging mit 13 Jahren nach Amerika, arbeitete als Flussschiffer und Cowboy, schürfte Kupfer und Gold – bis er am Klondike ein großes Nugget fand, das seinen Reichtum begründete. Dagobert hat hart gearbeitet, um an sein Vermögen zu kommen. Und er arbeitet hart, um es zu erhalten.

Und Trump? Als der heutige Präsident geboren wurde, war sein Vater bereits einer der erfolgreichsten Bauunternehmer New Yorks. Später bekam der heutige Präsident nach eigenen Angaben eine Million Dollar Kapital, für den Aufbau eines eigenen Immobiliengeschäfts. Trump investierte, baute weltweit Wohnhäuser und Hotels, betreibt Golfplätze und Kasinos – er ließ sein Geld arbeiten. Aus dem Startkapital hat Trump ein riesiges, unübersichtliches Imperium gebaut. Manche Firmen gingen pleite, andere Investitionen gerieten ins Zwielicht, etwa die „Trump University“. Aber er hat seinen Namen zu einer Marke gemacht – unter der etliche Luxusgüter vermarktet werden.

In Deutschland erschien das erste „Dagobert Duck“-Magazin 1954.
In Deutschland erschien das erste „Dagobert Duck“-Magazin 1954.
(Foto: Egmont Ehapa Media/Disney)
Auch das Firmengeflecht von Dagobert Duck ist alles andere als übersichtlich. Wobei in den verschiedenen Geschichten immer wieder unterschiedliche Angaben gemacht werden. Aber selbst in den entlegensten Gebieten treffen Dagobert und sein Anhang auf Unternehmen, die zum Imperium gehören: von Fabriken und Hotels über Ölquellen und Goldminen bis zu Busfirmen und Transportfliegern. Wie bei Trump tragen auch bei ihm alle Geschäfte eine unverkennbare Marke: „DD“. Schwer vorstellbar, dass Dagobert das alles aufbauen konnte ohne unternehmerische Aggressivität und Manipulation. Ein Kapitalist ist er ohne Frage, manchmal auch ohne Herz.

Womit wir beim Reichtum wären. Eine komplizierte Angelegenheit. Donald Trump hat sich geweigert, seine Steuererklärung zu veröffentlichen, die Aufschluss über sein Vermögen hätte geben können. Er selbst nannte 2015 ein Vermögen von mehr als zehn Milliarden Dollar sein Eigen. Schätzungen liegen weit darunter: Forbes gab es in diesem Jahr mit 3,5 Milliarden Dollar an. Trumps wohl größter Kreditgeber, die Deutsche Bank, bezweifelte 2005, dass er überhaupt Milliardär sei. Trump selbst hat es allerdings auf den Punkt gebracht: „Das Schöne an mir ist, dass ich sehr reich bin.“

„Keine Kunst, Geld zu machen“

Gewinner ist trotzdem Dagobert Duck. „Für mich ist es keine Kunst, Geld zu machen“, sagt er selbst. Niemand ist reicher als der Fantastilliardär. Das findet auch „Forbes“: In der aktuellen Liste der reichsten fiktiven Figuren belegt er den ersten Platz, nachdem ihn zwischenzeitlich Dauerrivale Mac Moneysac überholt hatte. Bleibt die Frage, wofür Dagobert das Geld ausgibt. Die Antwort: gar nicht. Er investiert nicht, er hortet das Geld in seinem Geldspeicher, gut beschützt vor Panzerknackern und Gundel Gaukeley. Wirtschaftlich sinnvoll ist das nicht, die Inflation lässt das Vermögen schrumpfen. Ein Finanzkapitalist ist Dagobert also keineswegs. Anders als Trump hat er aber auch keine Schulden, braucht keine Kredite. Und Sparsamkeit ist oberstes Gebot. Protzen ist nicht Dagoberts Sache – noch immer trägt er seinen alten Gehrock und den immergleichen Zylinder.

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Quelle: n-tv, Dieser Text gehört n-tv

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