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Was ist ein „Comfort Streamer“? – Bedeutung, Erklärung & Kritik

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Im englischsprachigen, aber auch deutschen Bereich, wird immer häufiger von „Comfort Streamern“ (zu Deutsch etwa: Komfort-Streamer, oder einfach komfortable Streamer) gesprochen, teilweise wird der Begriff auch als Kritikpunkt am Livestreaming verwendet. Doch was bedeutet diese Bezeichnung überhaupt und welche Streamer fallen in diese Kategorie?

Grundsätzlich bezieht sich „Comfort Streamer“ auf Streamer, die auf Plattformen wie Twitch oder YouTube Livestreams veranstalten und mit ihrem Chat interagieren. Insbesondere ab 2020 trat der Begriff dann immer häufiger auf, das Phänomen, das dahintersteckt, ist jedoch schon um einiges älter und wird grob als in der Zeit ab 2016 existent eingeschätzt.

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Komfortables Zuschauen mit Wohlfühleffekt

Wenn man die Definition einfach hält, stellt sich vor allem heraus, dass es hier um Streamer geht, deren Inhalte eher entspannt und ruhig sind. Das betrifft zum Beispiel das Spielen von Minecraft, teilweise Speedrunning von Spielen oder die Kategorie Just Chatting. Hauptsache, die Atmosphäre ist nicht aufgebracht oder gestellt inszeniert, sondern vor allem etwas, was man nebenbei schauen kann.

Entsprechend ist der Begriff auf dieser Ebene auch als Kompliment gegenüber dem Streamer zu verstehen. Wenn jemand sagt: „Streamer XY ist mein Comfort Streamer“, bedeutet das in den meisten Fällen, dass die Person die Livestreams gern schaut und dabei herunterkommt und sich entspannen kann.

Wie manche Musik hören, lesen oder basteln, so schauen einige eben einfach gern einen Livestream und spielen vielleicht noch nebenbei ein Videospiel oder etwas Ähnliches.

Eine andere Definition, die weitaus tiefer geht, kritisiert genau diese Einstellung gegenüber Comfort Streamern aber und hat den Begriff eher negativ aufgegriffen, weil er in sehr vielen Fällen so benutzt wurde. Denn bei einigen Zuschauern bleibt es nicht nur beim „Entspannten Zuhören“, sondern der Livestream wird als „persönliche Therapie“ gesehen.

Comfort Streamer als persönliche Therapie für die Zuschauer

Dass diese Aufgabe der Therapie am Ende teilweise Streamern zukommen würde, wundert in einer Gesellschaft, wo psychische Probleme wohl brisant wie nie zuvor sind, wahrscheinlich kaum jemanden. Einige Zuschauer schreiben so ihre privaten Ereignisse oder Probleme in den Chat und warten auf eine Reaktion des Streamers darauf. Das ist gerade bei kleineren Streamern populär, bei größeren mit mehr Zuschauern geht das aufgrund der Reichweite jedoch oft nicht, weil solche Nachrichten untergehen würden.

Deshalb wird dafür nicht selten das Spenden-Feature genutzt, um diverse Dinge zu erzählen. Daran ist auch erst einmal nichts auszusetzen, hieran wird jedoch große Kritik geübt, weil der Streamer 1.) niemals eine Therapie ersetzen kann und 2.) die Art, auf die der Streamer wahrgenommen wird, bei einigen verzerrt zu sein scheint.

Auch Musik in Verbindung mit Minecraft kann eine Art der Entspannung sein

Falsche Vorstellungen vom Livestream – Sind Comfort Streamer gut?

So werden Comfort Streamer nicht selten als solche Livestreamer angesehen, die ihre Streams nicht machen, weil sie damit Geld verdienen wollen, sondern aus Spaß an der Freude und Kommunikation mit ihrer Community. Das kann dann für erhöhte Spenden sorgen und eine Kostenfalle werden, eben auch, weil der Ersteller der Streams davon monetär profitiert und entsprechende Tipps gibt, obwohl er dies meist gar nicht kann.

Auch ist ein monetarisiertes Verhältnis zwischen Zuschauer und Streamer für eine „Therapie“ mehr als ungesund, da es dem Livestreamer nicht unbedingt um das Wohlbefinden des Zuschauers geht, sondern um sein eigenes Portemonnaie. Das muss nicht zwangsläufig so sein, gerade bei größeren Streamern ist es oft jedoch so, zumindest sollte man das im Hinterkopf behalten. Auf jeden Zuschauer kann man sich nicht konzentrieren und die Meisten kennt man eben nicht, selbst wenn diese regelmäßig spenden.

Gegen einen Livestream oder Streamer, der den Zuschauern hilft sich zu entspannen und den Tag Revue passieren zu lassen, ist allerdings nichts zu sagen. Man muss nur, wie mit allem, aufpassen, dass man sich nicht davon abhängig macht oder am Ende in einer Kostenfalle landet.

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Bastian Braun

Herausgeber und Autor, nimmt sich selbst weniger ernst als Bielefeld, oft sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

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