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Trombone Champ – Mit der Posaune zum Meme-Game des Jahres?

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Jedes Jahr gibt es auch immer wieder einige Videospiele, die einiges an Meme-Potenzial hergeben: In diesem Jahr könnte das Trombone Champ sein, das sich als das erste Videospiel über Posaunen bezeichnet. Doch was steckt wirklich hinter dem Game, das viele jetzt schon als viralen Hit betiteln?

Für etwa 12,50 Euro (14,99 Dollar, auf Steam herrschen noch interessante Wechselkurse) kann man sich den „Posaunen-Simulator“, der kurioserweise auch viel mit Pavianen zu tun hat, kaufen und selbst ausprobieren. Bereits im August gab es Testläufe, um das Spiel für den Release Mitte September dieses Jahres fertig zu machen. Nun erstrahlt das Spiel entsprechend als Rhythmusspiel der besonderen Sorte.


Invertierte Steuerung bei Trombone Champ sorgt für eine Menge Verwirrung, aber auch hartes Gameplay

Eine Besonderheit des Spieles ist, dass man einer echten Posaune relativ nah sein möchte und sich deshalb dazu entschieden hat, eine invertierte Steuerung einzubauen – entsprechend schwerfällt manchmal das Spielen, das jedoch auch ohne entsprechende Erfolge Spaß machen kann, mit der Zeit lernt man dann besser zu werden. Durch einfaches Draufziehen mit der Maus und Klicken der linken Maustaste oder einer beliebigen auf der Tastatur, muss man dann die Noten treffen – grundsätzlich kein sonderlich schweres Gameplay.

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Menü von Tromphone Champ

Mit etwas über 20 Tracks ist der Umfang des Spiels, der jedoch schleichend erweitert werden kann, was eine ganze Zeit und Kartensammlerei in der Collect-Rubrik benötigt, ist das Spiel aber gleichzeitig auch nicht das neue Just Dance oder ein Rhythmusspiel, das es mit allen anderen aufnehmen kann. Durch die Platzierung von Sammelkarten, Easter Eggs und geheimen Achievements legt das Spiel jedoch ebenfalls nochmal besonderes Augenmerk auf den Memefaktor.

Das ist zwar nicht per se etwas, was grundsätzlich neu wäre, denn mittlerweile bietet fast jedes Indiegame entsprechende Inhalte, um sich selbst witziger zu gestalten, das Gameplay ist jedoch trotzdem erstaunlich gut und kann durch eine Menge Musiktracks, die nicht selten Memes sind, aber zum Beispiel auch Hymnen, glänzen. Aber Achtung: Lieder ab 1950 befinden sich vielleicht drei oder vier darin, die anderen sind alle älter.

Hintergrundgestaltung bei Trombone Champ verleiht weiteren Memefaktor

Die Tracks sind dabei jedoch nicht einfach nur „existent“, sondern sind tatsächlich liebevoll mit Hintergründen verziert, die animiert sind und nicht selten auf den Beat blinken, schwanken oder sogar Einblendungen haben. Man fühlt sich ein wenig wie ein Mii-Charakter, woran die Gestaltung auch leicht erinnern will, gefangen in einem Wii Music-Ableger, der es nicht ins richtige Spiel geschafft hat und jetzt recht genial als Einzelspiel umgesetzt wurde.

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Da schlägt das Herz doch höher: Die USA!

Trombone Champ kann unter diesen Anblicken, was den Memefaktor angeht und Spielspaß, nicht zuletzt Humor, wirklich erstaunlich glänzen und zeigt, was mit einer lustigen, originellen Idee alles machbar ist. Erstaunlich ist deshalb wohl auch nicht, dass der Highscore am Ende mit MLG-Airhorns gefeiert wird.

Dabei ist deutlich bemerkbar, dass man sich darüber vorher Gedanken gemacht hat und das Spiel deshalb auch so ausgelegt ist, möglichst lustig zu erscheinen. Löscht man beispielsweise seine Mozart-Sammelkarte, sodass keine mehr vorhanden ist, erhält man ein Achievement mit Namen „Never Liked The Guy“. Es sind manchmal eben auch die kleinen Dinge, selbst wenn diese in heutigen Indiegames oft vorkommen, die den Feinschliff verpassen.

Originelles, spaßiges Gameplay von einem Spiel, das eigentlich nicht so groß geplant war

Richtig merken, dass es sich hierbei um einen Goldfund handelt, tut man auch daran, dass Trombone Champ eigentlich nur ein Hobbyprojekt der Entwickler gewesen ist, das diese über die letzten Jahre und Monate nebenberuflich an Wochenenden und mit Überstunden gebastelt haben. Mit dem großen Erfolg, der vor allem durch einiges positives Feedback entstanden ist, hatte man nicht gerechnet – entsprechend wahrscheinlich ist jetzt jedoch, dass aufgrund des Erfolgs noch mehr Inhalte dazukommen.

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Mach Mozart nicht sauer auf dem Weg zum Trombone Champ

Tatsächlich hat man auf Twitter nämlich schon angekündigt, dass man das Spiel noch besser machen wolle als es ursprünglich geplant war und es entsprechend noch Ende des Jahres um einiges besser sein sollte als es das heute ist. Trotzdem lohnt es sich auch jetzt schon, selbst wenn die 12,50 Euro für den Umfang durchaus happig sein mögen, wenn man nicht 100%ig Gefallen an der Idee gefunden hat.

Improvisation Mode wird Trombone Champ noch weit mehr Erfolg sichern

Nicht zu vergessen hat Trombone Champ jedoch auch einen Improvisation-Mode, indem man frei spielen kann – dieser könnte nicht zuletzt am Ende dafür sorgen, dass Trombone Champ noch erfolgreicher wird. Die Custom-Variation war nicht zuletzt in der Vergangenheit oft ein Grund, dass Spiele oder Gadgets durch die Decke geschossen sind. Sobald man Dinge frei moden oder spielen kann, geschieht dies auch oft – bei einem Spiel, das in Teilen Wii Music und den Miis ähnlich sieht, sich wie ein Otamatone spielt und mit witzigem Hintergrund gestaltet wurde, dürfte diese Chance gepachtet haben.

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„That our flag!“

Es wäre also nicht verwunderlich, wenn der Hype um das Spiel noch steigen würde. Einige Gaming-Creators haben es auch bereits in ihren Videos aufgegriffen, vor allem wird es aktuell jedoch von einigen Presse-Artikeln geboostet – ob das reichen wird, muss sich zeigen. Die Stimmen, die fordern, dass das Spiel das „Game of the Year“ werden soll, sind allerdings jetzt schon laut, obwohl man hier realistisch bleiben sollte. Trombone Champ hat definitiv Potenzial um das Meme-Game des Jahres zu werden, ob es jedoch für den Titel insgesamt reicht, ist eine ganz andere Frage.

Mit rund 95% positiven Reviews empfiehlt es sich bis dahin jedoch durchaus, der Sache selbst mal einen Versuch zu überlassen. Denn originell und nett gemacht ist Trombone Champ aktuell auf jeden Fall.

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Bastian

Herausgeber und Autor, nimmt sich selbst weniger ernst als Bielefeld, oft sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

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