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Sonic The Hedgehog - Review 1

Sonic The Hedgehog – Review

Im Februar diesen Jahres erschienen und in seiner Vorversion des Trailers 2019 für Empörung gesorgt, dann verbessert und dann der beliebteste Video Game Kinofilm jemals. Was steckt dahinter?

Soweit so gut, was hält Sonic The Hedgehog als Film für uns bereit? Mit einer Stunde und vierzig Minuten Laufzeit erzählt er eine Geschichte rund um Sonic, gesprochen von Julien Bam in der deutschen Synchronisation. Freigegeben ist er ab 6 Jahren. Meine Gedanken werde ich jetzt teilen, aber Achtung, Spoileralarm. Heißt, wenn ihr den Film noch nicht geschaut habt und nicht gespoilert werden wollt, dann schaut euch ihn besser vorher an. Oder ihr wollt ihn gar nicht schauen, dann schadet der Beitrag hier auch nicht. Ich werde allerdings nur Teile der Story aufgreifen, also ein richtiger Spoiler ist das sowieso nicht.

Original stammen die meisten Teile dieser Review übrigens aus dem Mai und Juni. Da ich mich allerdings nie richtig dazu überwunden habe an dem Punkt weiterzumachen, kommt die Filmkritik nun noch später.

Anfang

Ohne das großartig bashen zu wollen, geht Sonic The Hedgehog (der Film) schon recht schnell zur Sache. Nämlich zur finalen Szene, in die man reingeworfen wird ohne sonderlich viel Kontext. Dann schlägt sich Sonics Stimme ein, die die ganze Geschichte von vorn erzählt. Ich weiß nicht recht, ob ich Fan von solchen Einleitungen bin bei einem Film, es kam mir jedenfalls sehr abrupt vor. Mit einer Verfolgungsjagd sollte man den Film nie beginnen, wenn es eine ernst tiefgründige Botschaft gibt, weil das einfach den ruhigen Anfang zerstört, der bei einem Film meiner Meinung nach immer herrschen sollte. Ein ruhiger Einstieg, eine aufbauende Story, dann Höhepunkt, Wendepunkt und der Abklang am Ende.

All das wird durch so eine Einleitung mit “hey, ich drücke jetzt mal den Pauseknopf und erzähle euch die Geschichte, weil ihr seid bestimmt alle tooootal verwirrt” durcheinander gebracht und das nicht im Positiven. Sowas hat man zu oft gesehen und gut war es nie. Am Anfang hat man so den Eindruck, dass der Film auch direkt die 6-Jährigen anspricht, für die er freigegeben ist. Fortnite-Tänze, die insgesamt zweimal vorkommen, unterstreichen dieses Gefühl noch.

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Sonic The Hedgehog - Review 2
Hilfe?

Story

Es mag bessere geben, überhaupt hat man den Eindruck, dass es nur wenige richtige Szenen gibt und diese auch überhaupt nicht richtig in Gang kommen. Die Story ereignet sich abgesehen von der Anfangserzählung innerhalb von zwei Tagen, stolpert mehrmals über ihre eigenen Füßen und der Gesamteindruck von einer richtigen Storyline ist nicht vorhanden.

Irgendwo gefällt mir das Konzept schon, und es hat auch Spaß gemacht sich den Sonic The Hedgehog anzuschauen, das will ich hier nochmal betonen. Der Humor einzelner Szenen ist aber auch sehr einfach gehalten und man wird reingeworfen. Beispiel hier ist, dass die Schwester der Tierärztin, dessen Name mir entfallen ist, also Toms Frau, möchte, dass sich ihre Schwester von Tom trennt. Der Witz wird sehr oft gebracht, eine richtige Einleitung gibt es dazu nicht. Das lässt das Gefühl aufkommen, dass es hier nur darum geht witzige Szenen entstehen zu lassen, die aber im Film eher Non-Sense sind.

Sonic The Hedgehog Trailer

Ist Sonic The Hedgehog als Film dem Charakter gerecht geworden?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Insbesondere die letzten Jahre hat sich Sonic eher in eine Meme-Rolle gefunden und tritt nicht mehr als richtiger Charakter oder Äquivalent zu Mario auf, da dieser sich um einiges “seriöser” halten konnte. Und “Sonic The Hedgehog, der Film” befeuert so ziemlich alles, was sich in den letzten Jahren diesbezüglich entwickelt hat. Von wilden Fortnite-Dances (s.o.) bis hin zu komischen Witzen oder kindlichem Humor ist alles dabei. Man merkt, dass der Film keinesfalls versucht einen durch und durch coolen Videospielcharakter an die Zuschauer zu vermitteln, der 500 km/h drauf hat. Eher jemand, der selbst noch ein Kind ist. Auch Julien Bams Stimme untermalt das nochmal.

Wiedererkennungswert

Der Film bleibt definitiv im Kopf (auch ein halbes Jahr später noch). Auch wenn ich gern zu vielen Filmen sage, dass sie gut warnen und bewegend, kann ich das hier leider kaum behaupten. Hätte ich den Film nicht gesehen, hätte ich auch nichts verpasst. Auch wenn er zweifelsohne gut gemacht ist, was man bei so einem Film aber auch erwarten durfte. Aber nicht im Sinne der Story, denn diese bringt einfach nichts “besonderes” rein.

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Dieser Film hätte auch die Produktion eines beliebigen Kindersenders sein können und nicht der Film über einer der ikonischsten Spielcharaktere aller Zeiten. Natürlich muss man auch zu Gute halten, dass man die Augen später noch gut anpassen konnte, nachdem sich diese ja zuerst als totaler Flop herausgestellt hatten.

Fazit

Sonic The Hedgehog ist sicherlich ein “netter” Film, den man mit kleineren Kindern schauen kann. Aber ein Jugendfilm ist es schon nicht mehr, denn dafür ist es wohl etwas zu kindisch. Natürlich lacht man vielleicht an der einen oder anderen Stelle, auch wenn man das wohl fast unterdrücken muss, weil die Witze kein sonderlich gereiftes Niveau haben, aber insgesamt wird man sich eher in Richtung Cringe bewegen. Der Film hätte mehr Potenzial gehabt, dass er leider nicht genutzt hat. Nichtsdestrotz kann man ihn sich einmal anschauen, um sich selbst ein Bild zu machen, denn ein Totalausfall ist auf gar keinen Fall.

  • Anfang
  • Story
  • Schnitt
  • Darstellung
  • Seriösität
  • Erinnerungswert
  • Gesamteindruck

Zusammenfassung

Ein Film, der für Kinder gut geeignet sein sollte, jedoch aufgrund seiner Aufmachung wohl eher weniger ein älteres Publikum anspricht.

Overall
2.5

Pro

  • Der Schnitt ist gut
  • CGI-Effekte sind ebenfalls gut gemacht

Kontra

  • Generelle Aufmachung ist nicht gerade das, wofür Sonic vor Jahren mal stand
  • Viele verpasste Chancen
  • Bewegt emotional fast gar nicht

Bastbra

Seriöser als die Existenz von Bielefeld, Sarkasmusgottheit und Gelegenheitskritiker

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Random Joke

Eine wirklich gute Review! Sonic, ist ein interessanter Film und das ist nicht im positiven sinne. Die schauspieler, ins besondere Jim Carry machen ihren Job ordentlich. Die Effekte sind gut und sehe nicht billig aus. Aber es fühlt sich mehr wie diese “Hey ein bekannte beliebte Figur, wird in CGI gemacht und kommt in die reale Welt”. Das hatten wir schon mit den Chipmunks oder auch den Schlümpfe so und die filme waren echt keine guten, zumindest für mich. Der Film lässt viel Potenzial schenken. Der Film hätte auch wie ein guter Pixar Film sein können: Er macht spaß, unterhält… Weiterlesen »

Bastbra

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