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neverthink ende shutdown
Ausschnitt/Zitat von Neverthinks Seite

Neverthink am Ende – Die Meme-Plattform ist gescheitert

Die Meme-Plattform Neverthink ist am Ende. Wenn man die Seite noch besucht, bekommt man lediglich den Text “Time to say goodbye 👋” angezeigt, ein paar Pressebericht-Zitate und danach noch die Creators, die fĂŒr die Plattform tĂ€tig waren. Der Tod kam schnell und fĂŒr die Meisten unerwartet, noch vor einigen Tagen war von dem Ende nĂ€mlich weder etwas bekannt, noch rechnete man jetzt damit.

Neverthink wollte eine Plattform fĂŒr Memes sein, die außerdem auch die Meme-Creators unterstĂŒtzt, die ansonsten von YouTube und anderen Seiten oft aufgrund von Copyright-Problemen Steine in den Weg gelegt bekamen. Damit war Neverthink auch ein direkter YouTube-Konkurrent, obwohl die Memes zuerst noch ĂŒber YouTube gehostet und lediglich bei Neverthink abgespielt wurden, konnte man spĂ€ter auch auf der Seite selbst hochladen. Mit Boosts und weiteren Assets arbeitete daran, dass damit auch Geld verdient werden konnte – doch wirklich Viele außer die vielen angeworbenen Creators selbst waren nicht auf der Plattform unterwegs.

Finanzierung von Neverthink war wohl nicht mehr möglich

Der wahrscheinlichste Grund, warum die Plattform jetzt geschlossen hat, ist, dass die Finanzierung des Projekts einfach nicht mehr möglich war. Das bedeutet, dass die UnterstĂŒtzer, die alles finanziert haben, den Geldhahn zugedreht haben. Dabei gibt es die Seite schon etwas lĂ€nger und insbesondere 2020 hat man einiges daran gelegt noch grĂ¶ĂŸer zu werden – aber das war offenbar noch nicht groß genug.

Denn die ganzen Angestellten, die fĂŒr die Plattform arbeiteten, mĂŒssen natĂŒrlich auch bezahlt werden. Am Ende war das Ganze aber vielleicht doch nur eine Utopie und Wunschgedanke mit Memes wirklich auf Langzeit Geld verdienen zu können als Plattform. Vielleicht lohnt es sich aber auch einfach nicht als Videoplattform neben Giganten wie YouTube oder mittlerweile auch TikTok anzutreten, wo Memes einfach ein Bestandteil sind.

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Gleiches Spiel gab es vor einigen Jahren beim Video-Konkurrenten Vidme ja bereits. Nur zur Erinnerung: Vidme sah wie ein Hoffnungsschimmer aus, bis die Plattform dann ĂŒberraschend aufgegeben wurde, weil es einfach finanziell nicht mehr ging und man vor allem keinen Sinn mehr darin sah.

Die Video-Giganten sind noch immer unbezwingbar

Sei es wegen des generellen Problems von neuen Video-Diensten oder dem Fakt geschuldet, dass die Langzeit-Strategie bei Neverthink entweder nicht vorhanden oder nicht besonders gut gewesen ist, eine gute Idee und ein nettes Projekt war es, trotz anfĂ€nglicher Zweifel, am Ende dann doch. Schade ist es also, dass es jetzt gescheitert ist und wohl auch nicht mehr zurĂŒckkommen wird.

Auch Tipps oder Ideen werden jetzt nichts mehr bringen, um noch etwas zu retten, denn wenn das Geld fehlt, wird es schwer. Man hat es immerhin versucht, auch wenn man gescheitert ist. NatĂŒrlich hĂ€tte man versuchen können sich mit Memes oder Compilations auf YouTube Reichweite zu verschaffen, aber am Ende des Tages wĂ€re das keine Hilfe fĂŒr die Meme-Szene gewesen und eine Alternative fĂŒr Creators erst recht nicht – und die hatte man ja eigentlich versprochen.

Am Ende ist allen Beteiligten, Angestellten und Creators letztlich nur alles Gute zu wĂŒnschen und zu hoffen, dass alle bald berufliche Alternativen finden. Vielleicht entscheidet man sich ja doch noch in ein paar Jahren es noch einmal im Kleinen zu versuchen, auch wenn es eher unwahrscheinlich ist. Auch wenn eins klar ist: Neverthink vergessen wird man nicht.

Bastbra

Seriöser als die Existenz von Bielefeld, Sarkasmusgottheit und Gelegenheitskritiker

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