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Neuer Dienst Prio One stößt auf heftige Kritik 1

Neuer Dienst Prio One stößt auf heftige Kritik

Mit Prio.one (oder auch Prio One) ist gestern eine neue “Frauengesundheit”s-App und Website released worden, die direkt am ersten Tag auch bereits von ihrer Mitbegründerin Vanessa Mai auf deren Instagram-Profil angepriesen wurde. Hierbei handelt es sich um einen Shop, bei dem man Produkte zur Frauengesundheit einfach online erhalten kann und das ohne richtiges Rezept, da man dieses jetzt direkt ohne Gespräch mit einem Arzt bekommt. Unter anderem damit auch die Antibabypille.

Bereits im Dezember 2020 gab es ein ähnliches Projekt namens Romy, oder auch GoRomy (Watson.ch berichtete damals), das ebenfalls die Antibabypille rezeptfrei verkaufte und einen ähnlich großen medialen Auftakt hatte, wohl allerdings nicht mit einer Sängerin wie Vanessa Mai hier. Romy ging allerdings bereits nach kurzer Zeit aufgrund “hoher Nachfrage” wieder offline. Wo genau die Logik darin besteht, dass ein Shop aufgrund erhöhter Nachfrage, was ja per se etwas Gutes ist, direkt wieder schließt, obwohl es so gut läuft – ist fraglich. Vielleicht haben die Betreiber ja aber auch in so kurzer Zeit so viel umgesetzt, dass sie spontan dafür entschieden haben jetzt in Rente zu gehen.

Dies scheint allerdings offenbar nicht der Fall gewesen zu sein, wie sich nun eben zeigt. Denn mit dem Startschuss von Vanessa Mai, die in ihrem Instagram-Post als Co-Founderin zugibt, dass bei ihr eine Zellveränderung diagnostiziert wurde, die zu Gebärmutterhalskrebs führen kann. Das scheint ihr offenbar den Ruck gegeben zu haben sich jetzt für andere Frauen einzusetzen und das Thema besser aufzuarbeiten. Durch einen Shop.

Die Kritik ist groß, die Influencer-Landschaft erfreut

Die Antibabypille ist nicht umsonst eigentlich verschreibungspflichtig und beinhaltet somit auch ein Gespräch mit dem Arzt, weil sie zu den hormonellen Verhütungsmitteln gehört. Das sorgt mitunter dafür, dass sie nicht so einfach zu erhalten ist. Genau hier will Prio One jetzt ansetzen und dafür sorgen, dass das Medikament in 5 Minuten bestellt werden kann. Wie das mit dem Vorwurf, dass man sich nicht genug damit auseinandergesetzt hat von Vanessa Mai, zusammenpasst, wird auch von Vielen hinterfragt.

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Noch skuriller geht es aber in den Instagram-Storys einiger Influencer vor, die das Produkt jetzt in Masse bewerben. Jedes Mal ergänzt durch den Zusatz “Keine Werbung für die Pille”. Warum das? Weil Werbung für die Antibabypille in Deutschland verboten ist. Oben steht dann “Anzeige” und unten steht “Keine Werbung”. Auch wenn es am Ende des Tages genau das ist, Werbung für die Bestellung der Pille.

Zudem kommt hinzu, dass die Beratung beim Arzt essenziell für die Verabreichung der Pille ist. Hier wird besprochen, was für den Körper am besten ist und ob es wirklich gut ist, wenn man die Pille verabreicht, oder eben nicht. Auf Twitter werden so bereits jetzt Storys von Medizinern gezeigt, die sich sehr kritisch damit auseinandersetzen, dass man Pillen jetzt ohne Arztbesuch kaufen kann mit der neuen Frauengesundheitsapp.

Ob man sich zu den Vorwürfen äußern wird, ist aktuell noch unklar. Ob die Seite, genau wie Romy damals, nach einer Zeit wieder verschwindet, ist genauso unklar, aber wohl eher unwahrscheinlicher, da dieses Comeback mit so viel Furore sonst wohl keinen Sinn ergeben hätte. Aber das wird sich wohl noch in der Zukunft zeigen.

Bastbra

Seriöser als die Existenz von Bielefeld, Sarkasmusgottheit und Gelegenheitskritiker

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