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Monte-Effekt: Die eigenartige Mentalität um MontanaBlack – Wer macht wen berühmt?

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Immer wieder fällt um MontanaBlack der Begriff „Monte-Effekt“. Suggeriert wird dabei vor allem ein großer Einfluss MontanaBlacks auf die Berühmtheit anderer Online-Stars und Bekanntheiten des Internets, was für eine durchaus problematische Weltansicht gesorgt hat, die auch von einigen Fans zunehmend übernommen wurde. Doch was steckt eigentlich dahinter und was ist das Problem daran, wenn man den Influencern stets zuschreibt, ihre Berühmtheit nicht wirklich 100%ig eigenmächtig erreicht zu haben?

Grundsätzlich gibt es die Unterstellung, dass andere Künstler „Newcomer“ erst berühmt gemacht haben, schon seit Urzeiten. Umso mehr Stars es jedoch gibt, desto mehr werden mit der Zeit auch berühmt und durch das Internet ist es einer großen Zahl an Menschen möglich geworden, von jetzt auf gleich sehr viel Reichweite aufzubauen, ohne sich dabei durch andere Instanzen aufhalten zu lassen – schließlich kann ein YouTube- oder Twitch-Kanal unreguliert durch Labels, Sender usw. agieren.

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Bereits damals gab es so Formate, mit denen zum Beispiel der YouTuber Simon Unge andere Creators vorstellte, damit diese eine höhere Reichweite bekommen und auch er selbst durch vielfältigen Content profitieren konnte. Diese „Boosts“ sorgten meist für einen schnellen Aufstieg, beeinflussten allerdings fast nie den gesamten Verlauf des Kanals – mit rund 50.000 Abonnenten mehr durch derartige Vorstellungen entschied dies in der Regel also nicht wirklich die gesamte Karriere. Während Kanäle wie „Herr Bergmann“ auch danach weiter wachsen konnten, verliefen andere im Sande.

Vorstellungen von Creators sind nur so gut wie der Creator selbst

Denn natürlich liegt es nicht einfach nur in der Hand des Bewerbers, dass Kanäle aufsteigen, sondern auch in der Hand des Kanals selbst. Wer guten Content liefert, wird durch Vorstellungen möglicherweise dafür belohnt, auch wenn man vorher lange unter dem Radar blieb. Ein gutes Beispiel wäre hier auch Varion, der vom YouTuber Zeo vorgestellt wurde und schon wenige Wochen später die Kanalgröße von Zeo um ein vielfaches überschreiten konnte. Hier noch von einem „Zeo-Effekt“ zu sprechen, wäre wohl zynisch. Ihm den Einfluss jedoch abzusprechen, wäre es nicht minder.

Heißt kurzum: Der Creator muss gut sein, um sich halten zu können oder aus diesem Boost etwas zu machen. Am Ende handelt es sich hierbei jedoch um eine einmalige Sache und nichts, was dauerhaft an die „Fanbase“ der Community, in der man beworben wurde, gekoppelt ist.

Schwieriger wird es jedoch dann bei MontanaBlack, der selbst wiederholt vom „Monte-Effekt“ spricht, der angeblich schon so einige Leute berühmt gemacht hätte. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Der Monte-Effekt kurz erklärt: Was ist seine Bedeutung?

Beim „Monte Effekt“ handelt es sich dabei vor allem um die Annahme, dass MontanaBlack Creator nicht nur berühmt machen würde, sondern diese Berühmtheit auch, solange er mit den Personen interagiert, hochhalten würde. Wer „MontanaBlack“ in den Titel seines Videos schreibt, bekäme demnach auch automatisch um einiges mehr Aufrufe, als wenn man das nicht tun würde. In der Community von MontanaBlack ist diese Einschätzung ebenfalls weit verbreitet.

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Der Monte Effekt bei YouTubern wie Hungriger Hugo

Und tatsächlich scheint schon der Name von MontanaBlack, der wohl zu den bekanntesten Influencern im deutschen Raum gehört, obwohl er diesen Titel 2016 fast verloren hätte, sich aber mit dann folgendem Gameplay noch weiter nach oben begeben konnte, großen Einfluss auf den Algorithmus zu haben. Das Interesse der Zuschauer scheint dann oft nochmal zusätzlich angeregt zu werden, wirkliche Hohenflüge und Aufrufe im Zehn-Millionen-Bereich bringt er jedoch trotzdem nicht.

Viel mehr handelt es sich dabei um kurzweilige Phasen, in denen die Aufrufe von einigen hundert durchaus auf tausend oder hundertausend steigen können, aber auch nicht mehr als das. Es ist das, was man bereits damals bei anderen Influencern und deren Vorstellungen sehen konnte: Teilweise mag es dabei Glückssache sein, es gehört aber auch viel Talent dazu, diesen Boost zu nutzen.

Verdanken Creators ihre Reichweite dann zum Beispiel MontanaBlack?

Gern enden solche Aussagen dann in Vorwürfen, dass der „Monte Effekt“ die Grundlage des Erfolgs der betreffenden Creators ist – vor allem derer, die ihre Relevanz auch nach Monaten noch halten konnten. Aber ist das dann wirklich fair? Schaut man auf die anderen Creators, die später wieder zunehmend verschwunden sind, scheint allein dieser Boost ja noch nicht alles zu machen.

Und auch bei MontanaBlack sind schon einige zuerst gehypte Streamer oder YouTuber später wieder zunehmend in Vergessenheit geraten, teilweise mehr, als vor der „Promotion“. Beispiele hierfür sind Creator wie „Memo“ oder „Real Regina“. Doch auch in der Phase, als MontanaBlack nicht auf Personen wie „Hungriger Hugo“ aufgrund eines längeren Streits reagierte, konnten diese ihre Reichweite halten. Der Vorwurf vor dem Streit war, dass Hungriger Hugo nur aufgrund von MontanaBlack oder dessen Livestreams Aufrufe erhalten würde.

Man macht es sich also zu einfach, wenn man behauptet, dass die alleinige Präsenz von MontanaBlack Karrierewege ebnen oder halten könne. Viel wichtiger sind die Inhalte, die der Kanal schon davor gebracht hat – durch einen Boost mag es in einigen Fällen schneller gehen mit der Reichweite, aber eine Garantie für gute Klickzahlen und dauerhaften Support sind solche Sprünge definitiv nicht.

Fazit: Gibt es den Monte-Effekt wirklich?

Entsprechend schwerfällt es, dem Monte-Effekt das beizumessen, was er angeblich sein soll. Natürlich haben Reaktionen und mediale Präsenz einen großen Effekt und bringen YouTuber teilweise um einiges weiter hinaus, trotzdem sind sie nicht mehr als ein teilweise einmaliger oder in Teilen auch mehrfacher Boost in der Reichweite – muss aber genauso wenig von Dauer sein.

Wer bei jeglichem Erfolg anderer immer seinen Namen darunter schreiben möchte, ist am Ende des Tages damit dann eher verbittert und versucht die betreffenden Creators so zu Loyalität zu zwingen, zu der sie eigentlich nicht verpflichtet sind. In Zeiten von Social Media ist es nämlich lange keine Seltenheit mehr, dass einzelne Boosts dafür sorgen, dass Influencer schneller oder vielleicht sogar überhaupt berühmt werden – bemessen und festlegen kann man das jedoch in keinem Fall und umso größer die Reichweite am Ende, desto mehr haben dabei mitgewirkt und desto weniger kann es sich einer der Bewerber selbst auf die Fahne schreiben.

Auch MontanaBlack wurde nicht aus dem Nichts berühmt

Schließlich wurde auch MontanaBlack selbst nicht einfach so berühmt, sondern musste dabei ebenfalls auf reichweitenstärkere Kanäle über zum Beispiel Facebook setzen, um langsam seine Fanbase aufbauen zu können. Und das auch, wenn er am späteren Erfolg wahrscheinlich vor allem selbst beteiligt war – entsprechend sollte man es auch anderen Creators nicht aberkennen, wenn diese die Chancen heutiger Tage nutzen.

Denn während die Reichweiten damals bei allen noch recht gering ausfielen, sind die Möglichkeiten heute ganz andere, aber natürlich auch die Anforderungen, da man sich unter viel mehr anderen Videoproduzenten beweisen muss.

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Bastian Braun

Herausgeber und Autor, nimmt sich selbst weniger ernst als Bielefeld, oft sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

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