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Wieso Milo Murphy scheitern musste und abgesetzt wurde


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Nachdem die erfolgreiche Serie “Phineas & Ferb” ihr Ende im Jahre 2015 nahm, wollte man natürlich weiterhin mit den Masterminds der Serie, Dan Povenmire und Jeff Marsch, weiterarbeiten. Ein Jahr nachdem schon das Finale ihrer vorherigen Hit-Serie gelaufen war, kam „Schlimmer geht‘s immer mit Milo Murphy” (im Original: Milo Murphy’s Law).

Doch anders als die vorherige Serie der beiden lief sie deutlich enttäuschender an, als erwartet wurde. Woran lag das? War die Serie zum Scheitern verurteilt?

Um was ging es bei Schlimmer geht’s immer mit Milo Murphy?

Doch bevor wir uns der Frage genauer widmen, eine kurze Wiederholung der Handlung dieser Animationsserie. Es geht um den jungen Milo Murphy, der ein Nachkomme von Edward A. Murphy (bekannt für das Murphy Gesetz, was besagt: “Alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen”). Und aufbauend auf dieses Gesetz ist Milos Leben ein einziges Chaos.


So passieren ihm zahlreiche Unfälle bzw. absurde Fehler andauernd und immer wieder. Das stoppt ihn aber nicht, auch zwei beste Freunde in Form von Zack und Melissa stets bei sich zu halten, mit denen er gemeinsam versucht sich durch diesen chaotischen Alltag zu arbeiten.

Zum Scheitern verurteilt: doch warum?

Das Theme der Milo Murphy Serie, Quelle: YouTube

Dabei gab, es mehrere Gründe, warum die Serie nie eine richtige Chance gekriegt hatte. So lief die Serie in den USA beim TV Channel “Disney XD”, dieser war anders als Disney Channel nicht in ein TV-Paket inbegriffen, sondern steckte hinter einer Paywall. Sprich, wenn man solche Serien wie Milo Murphy schauen wollte, musste man extra für diesen TV Channel bezahlen.

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Dies machte automatisch jegliche Chance, dass die Serie die Nummer von Phineas & Ferb in den Einschaltquoten erreichen konnte, unmöglich. Und man kann stark davon ausgehen, dass man sich einen großen weiteren Erfolg erhofft hat, mit dieser ganz neuen Animationsserie. Dies kam nicht zustande, da die Einschaltquoten weit unter den hohen Zahlen von Phineas & Ferb lagen und auch später, als es kostenlos verfügbar war, nie auf diese Werte zurückkamen.


Kaum Werbung für Milo Murphy und sein Universum

Genauso war ein weiterer Grund die fehlende Werbung von Disney für die Serie. So hat man der Serie besonders in der ersten Staffel wenig Promotion gegeben, zumindest war fehlende Werbung in der US-Sparte von Disney zu spüren. Länder wie Japan haben dagegen die Serie fleißig beworben, sodass sie sogar eine große Fangemeinde in diesem Land finden konnte. Denn nicht überall floppte die Serie so sehr wie in den USA und Europa.

Man begann erst die Serie mehr zu werben ab der zweiten Staffel, aber auch wenn die zweite Staffel eindeutig bessere Einschaltquoten erzielen konnte, selbst das große Crossover mit Phineas & Ferb fiel für Disney unter die Erwartungen. Dabei half es nicht, dass man zwar die Serie auf den Disney Channel verschoben hatte, aber eben zu Uhrzeiten, wo die meisten ihrer Zuschauer nicht einschalteten.

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Ebenso liefen die Erstausstrahlungen von so gut wie allen Episoden der Staffel in anderen Ländern, unter anderem liefen die ersten Episoden hierzulande Monate bevor die erste US-Ausstrahlung dieser stattfand. Heißt: Während man in den USA noch zahlen musste, gab es sie hier schon kostenlos. Dabei ist der US-Markt nicht selten der wichtigste.


Fehlende Identität bei Milo und seinen Freunden

Man sollte auch dabei beachten, dass vor allem ab der zweiten Staffel die Serie eine kleine Identitätskrise hatte. So wollte man mit der ersten Staffel, was Neues erstellen, was zwar an Phineas & Ferb erinnert, aber sich nicht auf vergangenen Charaktere verlassen müssen.

Doch schon mit dem Crossover hat man diese Grenze ein wenig geöffnet und spätestens mit der Einführung vom beliebten Dr. Doofenschmirtz als Nebencharakter der zweiten Staffel hatte jeglichen Versuch, die zwei Serien separat zuhalten über Bord geworfen. Ab hier war schon klar, dass es in keine furchtbare Richtung laufen würde.

Das mag zwar kurzzeitig für eine Konstante in den Einschaltquoten gesorgt haben, am Ende raubte es aber ein wenig der Serie ihre eigene Identität. Und auch wenn es nicht offiziell gesagt wurde, dass man keine weitere Staffel der Serie erwarten kann, so kann man davon sehr wahrscheinlich ausgehen, denn am Ende ging auch bei Milo Murphy selbst in der Vermarktung wohl alle schief.


Dafür können sich Fans von Phineas & Ferb freuen, erst kürzlich wurden zwei neue Staffel für Disney Plus bestätigt. Damit besinnt man sich in gewisser Weise zurück auf das, was scheinbar gesichert Erfolge verspricht.

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Daniel

Schreibt hier vor allem über Popkultur, Dinge aus der Filmbranche und hat bei Marvel, DC und Co. nach wie vor den Durchblick. Experte für Filme und Serien, aber auch interessiert an Memes über ebendiese.

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