Comicschau
leeroy wills wissen übertreibt zu viel
Zitat/Ausschnitt aus Video

Leeroy Matata Kritik: Einige Zuschauer sind gar nicht zufrieden

Leeroy Matata Kritik: Einige Zuschauer sind gar nicht zufrieden 5 Listen to this article

Als Teil des öffentlich-rechtlichen Angebots ist auch der YouTuber Leeroy Matata Teil von funk, dem jungen Angebot der etablierten Sender ARD und ZDF. Doch die Kritik an seiner Person und noch mehr den Angeboten, die er präsentiert, ist in den letzten Wochen immer mehr gestiegen. Viele werfen ihm vor, fahrlässig mit seinen Gästen umzugehen und nicht tragbare Inhalte zu produzieren. Aber was wird ihm konkret vorgeworfen und stimmt das?

Leeroy Matata, oder wie er bürgerlich heißt, Marcel Gerber, ist für seine offenen Talk-Formate bekannt, bei denen er bereits seit Jahren offen zuhört, wenn jemand den Mund aufmacht und über etwas Brisantes spricht, was sonst womöglich viel zu kurz käme oder viele sich nicht trauen offen anzusprechen.


Gesprächsformate von Leeroy Matata in der Kritik

Die Philosophie Gerbers ist dabei vor allem, zuzuhören und weniger direkt zu bewerten, als das vielleicht bei anderen Moderatoren der Fall ist. Sein wahrscheinlich eher ungewöhnlicher Moderationsstil bringt in dabei auch häufig in die Kritik, selbst wenn er meist unten im Video mit Informationsboxen getätigte Aussagen überprüft und dort auch nicht selten klarstellt.

In einem Video mit Jens Söring zum Beispiel, der als Doppelmörder in den USA verurteilt wurde, blendete er genauere Informationen mithilfe der Boxen ein und konnte so, laut kritischer Stimmen, beide Seiten – nämlich die, die von der Schuld Sörings überzeugt waren und solche, die das eben nicht waren – besser abbilden.

Gemäß seiner Vorstellungen publizierte Matata zuletzt auch ein Buch, in dem er erklärt, wieso genau er alle zur Sprache kommen lassen möchte und wieso er genau das für sinnvoll erachtet.

Problematischer sahen das jedoch viele Zuschauer, als bei seinem Format „Das Treffen“, bei denen immer entgegengesetzte Positionen aufeinandertreffen, eine Transperson und ein AfD-Politiker ein Gespräch führen sollten.

„Zuhören ist die beste Antwort“: Leeroy Matata biete angeblich Plattform für „Hass“

Laut Stimmen vieler hätte dieses Treffen nämlich nicht stattfinden sollen und wäre auch schlecht moderiert worden, weil Gerber beide ausreden ließ und nicht direkt intervenierte, sobald der AfD-Politiker etwas sagte. Am Ende brach die Transperson das Gespräch jedoch ab, weil sie sich das nicht mehr anhören wollte, als der AfD-Politiker eine Statistik etwas verzerrt darstellte – dass 40% der Transsexuellen sich selbst umbringen würden, stimmte nämlich so nicht.

Obwohl das Gespräch ansonsten jedoch auf im Ton respektvoller Basis erfolgt war, trotz natürlich gegensätzlicher Meinungen – der Politiker sprach der Transperson aber nicht ihre Existenz ab, wie die Kritiken später nicht selten auf Twitter hießen – wurde die Kritik an Leeroy Matata selbst immer größer.

Und tatsächlich war das Gespräch durchaus kontrovers und die Moderation von Leeroy, wie gewohnt, nicht übergriffig, sondern eher zurückhaltend – oft wird jedoch außer Acht gelassen, dass beide Personen dem Treffen eingewilligt hatten und entsprechend diskutieren wollten.

Vielfach kritisiertes Video von Leeroy Matata, Quelle

Eins kann man jedoch sicherlich sagen: Die Inhalte polarisieren, sie stoßen nicht selten auf echtes Interesse und sorgen bei den Zuschauern für Emotionen, regen zum Nachdenken an, ja, provozieren gerade dazu. Vielleicht ist auch das eine Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Programme, die immer wieder vergessen wird – natürlich mag es kontrovers sein, Politiker mit solchen Ansichten einzuladen und vielleicht sogar verwerflich, trotzdem setzen sich so möglicherweise auch Anhänger eben dieser Personen mit den Ansichten der Gegenseite auseinander und verstehen vielleicht dann doch etwas mehr, worum es eigentlich geht.

Am Ende, und da mag die Philosophie Matatas, die, auch wenn sie naiv ist, wieder stimmen, ist ohne einen Diskurs eben auch nichts gewonnen, gerade dann, wenn man sehr wohl noch zeigen könnte, dass die Interessen am Ende doch nicht immer ganz so weit auseinanderliegen und es an Stellen doch noch Übereinstimmungen geben kann. Und selbst wenn zuhören nicht näher bringt, hilft es vielleicht doch noch einmal mehr für seine eigene Überzeugung einzustehen und diese verbal zu verteidigen.

Avatar-Foto

Bastian

Herausgeber und Autor, nimmt sich selbst weniger ernst als Bielefeld, oft sarkastisch, kreativ und Gelegenheitskritiker.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen

Anzeige

Werbung

Uns unterstützen

Wenn dir ein Inhalt bei uns gefallen hat oder du generell Freude an unserem Angebot hast, kannst du uns gern unterstützen. Indem du über diesen Link einkaufst, kannst du uns einfach bei deinem nächsten Einkauf bei Amazon unterstützen (wir erhalten eine Provision, du bezahlst nicht mehr als sonst).

Alternativ kannst du auch eine Mitgliedschaft abschließen, wie das geht, ist hier erklärt.