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gewitter im kopf nazi vorwurf
Screenshot/Zitat aus Video

Kein Nazi: Gewitter im Kopf gewinnt Urteil wegen „Nazi-Vorwurf“

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Ein Prozess, der nun eine ganze Weile lief, hat jetzt vor wenigen Tagen vorerst sein Ende gefunden. „Gewitter im Kopf – Leben mit Tourette“ wurde dabei vor einigen Monaten nach einem Video mit Kai Pflaume vorgeworfen, ein Nazi-Kanal mit Millionen Reichweite zu sein. Die einstweilige Verfügung der Inhaber gegen diese Behauptung wurde von einem Gericht inzwischen bestätigt.

Der Kanal Gewitter im Kopf ist seit 2019 wohl der Go-To-Place für Tourette-Videos, die Inhaber Jan, der an den Tourette-Ticks leidet und sein Freund Tim sind damit im deutschen Bereich wie eine Rakete gestartet und konnten auf mittlerweile über 2 Millionen Abonnenten anwachsen. Und auch, wenn Jan inzwischen kurz vor einer Gehirn-OP steht, um einige seiner Ticks zu reduzieren oder sogar zu besiegen, gab es noch einen Vorfall, der bereits etwas in der Vergangenheit liegt.


Nach Tourette-Aussage wurde Gewitter im Kopf Nazi genannt, dagegen gingen die Inhaber vor

In einer Kooperation mit dem Moderator Kai Pflaume kam es bei einer Szene zu einem Vorfall, bei dem der Inhaber Jan in seiner Tourette-Stimme – also einem Sprachtick, den er mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verhindern konnte, da diese durch sein Tourette ausgelöst werden – nachdem sie das Blech in den Ofen schieben, eine unangebrachte Anne Frank-Anspielung aufbringt.

Nach Monaten ist jetzt nun allerdings klar, dass die Bezeichnung als „Nazi“ über den Kanal Gewitter im Kopf und die Betreiber sicher nicht zutreffend war, wie eine Journalistin in einer Instagram-Story damals titelte, die sich vorher offenbar nicht über das Tourette-Syndrom informiert hatte und auch später angab, nicht gewusst zu haben, dass es sich dabei um einen Tick handelte und keine bewusst getätigte Aussage.

Auf Twitter verkündete die Journalistin allerdings, dass sie wohl auch weiter dagegen vorgehen würde und deutete an, dass dieser Tick möglicherweise gar keiner gewesen sein könnte – Beweise dafür konnte sie bisher jedoch nicht vorlegen und der Vorwurf bleibt auch weiterhin fraglich. Denn ansonsten sind weder die Betreiber von Gewitter im Kopf, noch die Zuschauer des Kanals, wirklich rechtsextrem aufgefallen.

Gerade, weil der Kanal eigentlich für wichtige Themen sensibilisiert, und sich intensiv mit dem Tourette-Syndrom, aber auch immer wieder anderen Berufen und den Problemen in diesen auseinandersetzt, ist es wohl auch ein wenig zynisch tatsächlich davon auszugehen, dass es sich hier um rechtsextremes Gedankengut gehandelt hat. Und auch abseits davon ist dieser „Nazi“-Vorwurf wegen einer solchen Ausgabe irreführend. Und in diesem Fall nicht angemessen gewesen, wie eben nun bestätigt wurde.

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