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Einstweilige Verfügung bei MontanaBlack: Real-Life-Streams auf der Kippe

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Der Streamer MontanaBlack könnte nach mehrerer Präsenz eines Formats selbiges in naher Zukunft vielleicht absetzen oder umändern müssen, wie es aktuell scheint. Beim Landgericht Hamburg wurde nämlich eine einstweilige Verfügung gegen die Betreiber des Twitch-Kanals „MontanaBlack88“ gestellt. Worum es dabei genau geht, haben wir erklärt.

MontanaBlack gehört mit fast fünf Millionen Followern nicht nur zu den bekanntesten Streamern Deutschlands, sondern ist auch international einer der am meisten verfolgten Twitch-Livestreamer. Besonders in den letzten Monaten waren auf der gesamten Plattform vor allem Live-Real-Life-Vlogs, auch IRL-Livestreams (In Real Life) besonders gefragt, weshalb auch Monte hierzu Formate lieferte. Diese stehen nun aber auf der Kippe.


Einstweilige Verfügung gegen MontanaBlack-Twitch-Kanal

Wie nun nämlich berichtet wird, unter anderem auch vom Rechtsanwalt Christian Solmecke auf dem Kanal WBS Legal, gab es eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg. Hier klagte eine Frau darauf, dass sie und ihre Familie in einem Livestream zu sehen waren. Hiervon wurde dann anschließend ein VOD, also ein Livestream-Mitschnitt, veröffentlicht auf dem Twitch-Kanal. Das passte den dort Gezeigten jedoch nicht, da diese ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sahen.

Ohne eine Anhörung beschloss das Landgericht deshalb, dass diese Aufnahmen nicht hätten gefilmt, veröffentlicht und jemals wieder online gestellt werden dürften. Das bedeutet vor allem, dass die Aufnahmen gelöscht oder erneut verpixelt wieder hochgeladen werden müssten. Sollte das jedoch wieder geschehen, könnten bis zu 250.000 Euro Ordnungsgeld fällig werden – das ist jedoch unwahrscheinlich.

Real Life-Streamer in Gefahr – Einwilligungen müssten vorhanden sein

Während MontanaBlack als großer Streamer wahrscheinlich, auch was den Streitwert, angeht, relativ ohne Probleme davonkommen dürfte – Rechtsanwalt Christian Solmecke schätzt es auf vielleicht 2.000 Euro, mag diese Entscheidung aber besonders kleinen Streamern einen Grund zum Nachdenken geben. Denn sobald jemand in den Fokus einer Aufnahme gerät in einem IRL-Stream, muss die Person ihre Einwilligung geben. Geschieht das nicht, kann die betroffene Person klagen.

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Streamer MontanaBlack wegen Real-Life-Stream auf Twitch in Bredouille, Quelle

Und nicht immer gilt bei Aufnahmen im öffentlichen Raum, dass genug Personen im Bild vorhanden sind, damit dieses Recht nicht geltend gemacht werden kann. Wenn jemand also in den Fokus gerät und das nicht möchte, kann es rechtlich problematisch für den Streamer werden, der die Person aufgezeichnet hat. Strafen für kleine Streamer, von denen es aktuell immer mehr in der IRL-Kategorie gibt, können damit potenziell Karrieren beenden.

Die Empfehlung ist hier deshalb aktuell, die Augen als Streamer offen zu halten, die Kamera möglich zentriert auf sich selbst gerichtet zu halten (es sei denn man ist auf einem öffentlichen Platz mit vielen Menschen, hier mag das schwerer sein und ist im Übrigen auch gestattet, sofern es sich um eine Menschenmenge handelt), andere Menschen nicht in den Fokus der Kamera zu nehmen und im Zweifelsfall nachzufragen. Auch das Nicht-Publizieren kann eine große Hilfe sein, schließlich verschwindet das Material dann im besten Fall direkt nach dem Livestream vollkommen.

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