Vid.me – So sieht es 2019 aus!

© Vidme / vid.me

Bereits vor gut einem Jahr wurde die Plattform vid.me eingestellt, die vor ein paar Jahren sozusagen als “YouTube Ersatz” gegründet worden war. Heute will ich euch nochmal ein paar Einblicke geben, warum die Plattform zugemacht hat und warum ich das bis heute nicht nachvollziehen kann auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber voll verstehen kann. Auch will ich erklären, warum vid.me scheitern musste und es nie geschafft hätte YouTube abzulösen.

Als vid.me damals anfing, war YouTube schon der Riese unter den Videoplattformen, der es heute quasi immer noch ist. Damals hatte YouTube allerdings noch nicht so viel Reichweite und Benutzer wie heute. Wäre Vid.me 5 Jahre früher gekommen, dann hätte es tatsächlich bessere Chancen gegeben. Aber ob das noch gereicht hätte, das ist dann auch wieder die Frage.

YouTube ist vorallem so berühmt und hat diese Monopol-Stellung, weil es eines der ersten Video-Upload-Anbieter war. Und wenn es dann noch von der ersten richtigen Suchmaschine gepusht wird, dann ist es kein Wunder, dass es schnell immer berühmter wurde. Doch man weiß ja, dass viele Anbieter den Markt verbessern. Wenn Konkurrenz herrscht, dann wird sich bei der Gestaltung der Dienste mehr Mühe gegeben, damit die Benutzer sich für den jeweiligen Dienst entscheiden und eben nicht die Konkurrenz. Doch wenn keine da ist, dann kann man problemlos groß werden. Vid.me kam zu spät um YouTube aufzuhalten.

Aber es gab auch noch ein paar andere wichtige Faktoren, z.B. dass wenn die Plattform sowieso immer hinter YouTube steht und nicht ins Rampenlicht tritt dort auch keine neuen Personen berühmt werden. Die Top-YouTuber haben so auch Vid.me dominiert und neue Talente konnten hier zwar ein bisschen einfacher berühmt werden, aber immer noch nicht leicht. Wer nichts hat und neu ist, der hat es halt schwer mit den Professionellen mitzuhalten. Dort dann leider auch. Und wenn jemand ernsthaft groß geworden wäre, wäre dieser auch irgendwann auf YouTube umgestiegen, einfach um die Reichweite zu vergrößern, weil dort mehr Leute sind. Und es sich mehr lohnt. Das ist einfach eine miese Voraussetzung für eine Video-Plattform.

Zudem hatte Vid.me seine ganz eigenen Gesetze, die ich teilweise auch wirklich gut fand. Z.B. war “Clickbait” einfach verboten wurden. Und das hat vid.me auch durchgesetzt mit eiserner Faust! GermanLetsPlay wurde wegen Clickbait von der Plattform gebannt, das hat sich vid.me einfach mal so getraut. Theoretisch gehört Clickbait allerdings nun mal dazu, auch wenn es viele Menschen verwirren kann und nicht besonders fair gegenüber den Aufrufern ist. Es ist halt Marketing.

Beim Thema Marketing ist es bei vidme (oder halt vid.me) gar nicht gescheitert. Die Plattform wurde mit der Zeit immer berühmter und bekam auch mehr Benutzer und Aufrufe. Dass große YouTuber wie Gronkh oder GermanLetsPlay (ja gut, der wurde ja weggesperrt) auch dann auf die Plattform kamen, das war doch ein gutes Zeichen! Gerade deshalb habe ich die Beendigung der Plattform auch nie verstanden, weil sie ja eigentlich immer besser wurde und auch besser besucht wurde.

Aber auf der anderen Seite hat Vidme nie eine Chance gegen YouTube gehabt. Immer die “Alternativ”-Version sein, dass ist keine schöne Sache. Und wenn dann 1:1 die Videos von YouTube dort auch hochgeladen wurden, dann ist das einfach der falsche Weg. Vidme war einfach zum Scheitern verurteilt, da alles Wichtige und das meiste halt auch immer auf YouTube passieren wird. Nie werden alle umsatteln und dann auf YT aufhören. Und wenn du auf YT 1:1 das schauen kannst und noch einen mehr, dann guckst du die halt eben auch auf YouTube und nicht auf Vidme.

Ich fand Vidme vom Design um Längen besser und auch die Regeln fand ich gar nicht schlecht. Aber allein der Teil, dass du nie sicher warst wie lange Vidme noch offen hat, das ist einfach Gift für eine gute Videoproduktion. Vidme hat das zum Glück (oder auch nicht?) erst spät mitgeteilt, aber ich finde, dass es die richtige Entscheidung war. YouTube bleibt und wird so schnell nicht wegfallen, da ist dann einfach kein Platz für Vidme oder andere Videoplattformen.

Alle Kanäle und Videos könnt ihr noch aufrufen, ihr bekommt dann allerdings einen Text von wegen “Vidme wurde eingestellt” und dann die ganzen Meta-Infos und Links von den Videos und Kanälen. Eigentlich schade, wenn man bedenkt was Vidme technisch für eine gute Alternative war. Eine Alternative vorerst ohne Beef und eine Administration, die sich mehr traute und nicht direkt jedem Werbepartner hinterher springt, wie man es manchmal bei YouTube denkt.

Schlussendlich kann man sagen, dass YouTube seinen Job sehr gut erfühlt und lange nicht seine Monopol-Stellung so ausnutzt. Klar, Fehler gibt es immer wieder. Oder dann die Sache mit der Abo-Glocke, ist aber ein anderes Thema. Bei YouTube haben wir wenigstens noch eine Plattform, die unterhalten wird und bei der wir uns sicher sein können, dass sie noch eine gute Weile bestehend bleibt. Projekte wie Vidme werden immer weiter scheitern, weil sie doch zu sehr an YouTuber erinnern und man auf YouTube quasi alles hat, was man braucht und noch mehr. Auch kleine Features helfen den Anderen dann nicht, YouTube bleibt und dominiert weiter den Markt. Bald kommt ja aber die Amazon-Video-Plattform, mal sehen, wie es da dann aussehen wird. Man darf gespannt sein.

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Jim
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Jim

Cooler Artikel! Ich finde die Idee für eine alternative Videoplatform die You Tube konkurenz macht gut, da You Tube damit das Monopol verlieren würde!🤖

Daniel Düsengoof
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Daniel Düsengoof

Es gab ja auch mal den Versuch von Instagram, IGTV, oder? Keine Ahnung, ich kenn mich da echt nicht aus, habs aber mal bei Felixba so nebenbei mitbekommen…

MelonStar
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YouTuber werden ist das gleiche. Wenn man erst jetzt anfängt, hat man fast keine Chance mehr ganz berühmt zu werden. (Außer man hat richtig guten Content)
Ansonsten interessanter Artikel! 😃👍